Brandanschlag auf Brotvermehrungskirche des Klosters Tabgha am See Genezareth

 

Teile des deutschen Benediktinerklosters Tabgha, am Nordufer des Sees Genezareth in Galiläa, sind am frühen Donnerstagmorgen nach einem Brandanschlag bis auf die Grundmauern abgebrannt. Ein hebräisches Graffiti an den Mauern des Klosters lässt einen antichristlichen Ursprung der Tat vermuten.

Das Feuer wurde kurz nach 3:00 Uhr am 18. Juni 2015 von den dort lebenden Mönchen entdeckt. Auch das zügige Eintreffen der israelischen Feuerwehr konnte das Ausbreiten des Feuers nicht mehr verhindern und so vernichtete es das Atrium, die Klosterpforte und den Diwan des Klosters vollständig. Sowohl ein Mönch des dortigen Benedektinerordens, als auch eine Volontärin mussten wegen des Verdachts auf eine Rauchvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Sie konnten jedoch bald darauf wieder ohne bleibende körperliche Schäden aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Auch wenn die körperlichen Folgen so nur sehr gering ausgefallen sind, so werde die Heilung der seelischen Wunden nach Angaben der Klostergemeinschaft noch einige Zeit brauchen.

Bereits im Mai letzten Jahres war es in dem Kloster zu einem Brandanschlag mutmaßlicher jüdischer Extremisten gekommen, in dem Unbekannte mittels eines angezündeten Buches den Chorraum in Brand gesteckt hatten. Durch Zufall wurde das Feuer schnell entdeckt, sodass größerer Schaden vermieden werden konnte.

Die Brotvermehrungskirche markiert den Ort an dem mutmaßlich die Speisung der Fünftausend des Matthäusevangeliums stattfand, an der Jesus mit wenigen Fischen und Brot eine Menge von fünftausend Menschen mit Essen versorgte. Die Kirche soll an dieses biblische Wunder erinnern und ist folglich ein wichtiger Pilgerort des Christentums, das jährlich von vielen Gläubigen besucht wird.

Die Klostergemeinschaft erwartet von den Behörden des Staates Israels eine lückenlose Aufklärung der Geschehnisse. Auch hofft sie auf verstärkte Anstrengungen, solche Vorkommnisse in Zukunft zu vermeiden, da es nach wie vor zu immer neuen Anschlägen auf christliche Einrichtungen im Land komme.

Unterdessen werden die Mönche ihr Leben im Gebet und in der Arbeit auf dem Land unbeirrt weiterleben.

 

(cu)

Internet: http://www.dormitio.net/aktuelles/nachrichten/aktuelles.news.76/index.html http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/brandanschlag-auf-deutsches-kloster-in-israel-13653787.html http://www.rp-online.de/panorama/ausland/jerusalem-brandanschlag-auf-deutsches-kloster-in-israel-aid-1.5174578