Delitzsch-Preis

Seit 2007 verleiht das Institut für Israelogie den Franz-Delitzsch-Preis. Prämiert werden wissenschaftliche Arbeiten, die in herausragender Weise sachkompetent und in Übereinstimmung mit den Forschungsschwerpunkten des Instituts eine heilsgeschichtliche Israel-Theologie (Israelogie) fördern. Nachfolgend finden Sie Informationen über Franz Delitzsch, die Preisträger der vergangenen Jahre sowie die Teilnahmebedingungen.

FRANZ-DELITZSCH-PREISVERLEIHUNG 2021

Die Franz-Delitzsch-Preisverleihung wird in diesem Jahr nicht ausfallen, wie im Jahr 2020. Allerdings wird die Preisverleihung – corona-bedingt – auch nicht in Präsenz stattfinden können. Daher wird die Preisverleihung 2021 auf Video aufgenommen und voraussichtlich ab Mitte April 2021 auf Internetplattformen der Hochschule, des Israelinstituts und ggfs. darüber hinaus hochgeladen werden. Alle Interessierten werden über diese Webseite informiert, sobald das Video zur Verfügung steht.

Der Hauptpreisträger des Jahres 2021 wird Prof. Dr. Reiner Riesner sein für seine Monographie „Messias Jesus“.

Preisbeschreibung

Franz-Delitzsch-Preis 2022

Für die Franz-Delitzsch-Preisverleihung 2022 können ab sofort Beiträge eingereicht werden, die sich um den Preis bewerben. 

Der Einsendeschluss für die Preisverleihung im April 2022 ist der 15. Januar 2022. Wir sind gespannt, welche wertvollen Beiträge eingereicht werden. Dieser Preis (dotiert auf EUR 2.000,-) will zusammen mit dem Förderpreis (dotiert auf EUR 500,-) insbesondere Veröffentlichungen im Bereich der Israellehre unterstützen (exegetisch – historisch – dogmatisch). Sachkompetente Beiträge zu unterschiedlichen Themen, die eine ausgewogene Diskussion fördern, sind willkommen.

Es sollen Arbeiten prämiert werden, die in herausragender Weise sachkompetent und in Übereinstimmung mit den Forschungsschwerpunkten des Instituts eine heilsgeschichtliche Israel-Theologie (Israelogie) fördern. Solche Forschungsschwerpunkte, die mit der Zielsetzung des Instituts übereinstimmen, könnten z.B. sein:

  • Erforschung biblischer, prophetisch-heilsgeschichtlicher Aussagen über Israel
  • Untersuchung von biblisch-theologischen Einzelthemen hinsichtlich ihrer Kontinuität oder Diskontinuität zwischen “Israel und Kirche”
  • Auswertung gemeinsamer christlich-jüdischer Wurzeln
  • Arbeiten zu Israels Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
  • Untersuchungen zur Überwindung der vielgestaltigen, kirchlich rezipierten Substitutionstheologie
  • Auseinandersetzung mit theologischen und historischen Aspekten des Antisemitismus, des Zionismus oder des Nahost-Konflikts
  • Erfassen des jüdischen und des messianisch-jüdischen Erbes in Geschichte und Theologie sowie des messianischen Zeugnisses gegenüber Israel
  • Erforschung von Einzelpersönlichkeiten oder Strömungen unter Juden und Christen, die insbesondere die Israelfrage im Blick hatten oder haben

Gedacht ist an Abhandlungen von Judentumsforschern und Israelkennern sowie an Examens- oder Magisterarbeiten von Studierenden und Seminaristen. Gedacht ist auch an Monographien, Dissertationen oder andere Hochschulschriften von Dozenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern. Thematisch können systematische, historische, exegetische oder praxisrelevante Beiträge eingereicht werden. Alle Arbeiten sollten aktuellen Datums sein. Sie können in Deutsch oder Englisch verfasst sein. Qualitativ angemessen verfasste Aufsätze, Seminararbeiten oder Analysen können ebenfalls eingereicht werden. Sie können mit dem “Franz-Delitzsch-Förderpreis” in Höhe von 500,- € ausgezeichnet werden.

Untersuchungen, die sich um den Franz-Delitzsch-Preis 2020 bewerben wollen, müssen nach den üblichen Regeln einer wissenschaftlichen Arbeit verfasst sein und bis spätestens zum 15. Januar 2020 eingereicht werden (Poststempel), 2x in gedruckter Form, adressiert an das:

Institut für Israelogie, Herrn Pfr. Dr. Berthold Schwarz, Rathenaustr. 5-7, D-35390 Gießen

Eine Rückgabe der eingereichten Manuskripte ist nicht vorgesehen.

Eine Prüfungskommission, die i.d.R. aus Dozenten der FTH Gießen besteht, bewertet die eingereichten Arbeiten sowie entsprechende Untersuchungen, die ihr empfohlen wurden. Sollte keine qualitativ angemessene Untersuchung unter den eingereichten oder empfohlenen Arbeiten sein, wird der Preis nicht vergeben. Der Preis kann ggfs. auch geteilt werden. Wissenschaftliche Arbeiten ab 2017 bis 2020 können sich um die Preisvergabe bewerben. Der bzw. die Preisträger des Jahres 2020 werden bekannt gegeben, sobald die Prüfungskommission darüber entschieden hat. Die Preisvergabe selbst wird im April 2020 an der Freien Theologischen Hochschule Gießen stattfinden.

Franz Delitzsch

Franz Julius Delitzsch (* 23. Februar 1813 in Leipzig, † 4. März 1890 ebenda) war deutscher evangelischer Theologe mit dem Schwerpunkt alttestamentliche Exegese. Er gilt bis heute als herausragender Kenner der hebräischen Sprache.

In unserem Donwloadbereich finden Sie eine Seminararbeit zum Leben von Franz Delitzsch. Folgen Sie einfach diesem Link und erfahren Sie mehr zum Leben und zum Werk einer der bekanntesten Judenmissionare:

Franz Justus Delitzsch

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Familie

Franz Julius Delitzsch wurde als Sohn des Händlers, Handarbeiters und Tagelöhners Johann Gottfried Delitzsch und der Susanna Rosina, geb. Müller, in Leipzig geboren. Er war das jüngste von drei Kindern seiner Eltern, darunter das einzige, das das frühe Säuglingsalter überlebte.

Dass Delitzsch trotz der kleinen Verhältnisse, aus denen er stammte, Schule und Universität besuchen konnte, verdankte er dem jüdischen Antiquar Lewy Hirsch, den er seinen “Wohltäter von Jugend an” nannte. Der jüdische Händler wohnte in demselben Haus und stand der Familie Delitzsch nahe.

Franz Delitzsch ist der Vater des bekannten Assyriologen Friedrich Delitzsch (1850-1922), der den Babel-Bibel-Streit auslöste.

Leben

Nach seinem Theologiestudium wurde Franz Delitzsch Professor für Altes Testament an den Universitäten Leipzig (1844), Rostock (1846), Erlangen (1850) und schließlich wieder in Leipzig (1867) und galt als großer Kenner der rabbinischen Literatur.

Franz Delitzsch hat Zeit seines Lebens viele auch bis heute noch bedeutende Projekte initiiert und mitgeprägt. Dazu gehört u.a. das “Institutum Judaicum Delitzschianum”, welches er 1886 zusammen mit einem Leipziger Pfarrer gründete. Das Ziel dieses Instituts war es, die Judenmission auf der Welt mit theologisch-wissenschaftlicher Arbeit zu unterstützen.

Ein anderes Projekt war seine Übersetzung des Neuen Testaments ins Hebräische, damit Juden mit dem Neuen Testament und mit Jesus Christus vertraut werden konnten. An dieser Übersetzung arbeitete er 51 Jahre lang.

Ein drittes großes Projekt war die Kommentierung des Alten Testaments, die er zusammen mit seinem Kollegen Karl Friedrich Keil erarbeitete. Diese Reihe wurde später als die “Keil-Delitzsch-Reihe” bekannt und ist vor allem für ihre philologische Genauigkeit berühmt.

Preisträger

Franz-Delitzsch-Hauptpreis 2019

Isaac Kalimi

Der Hauptpreis ging an Prof. Dr. Isaac Kalimi für sein 2018 erschienenes Werk “Untersuchungen zur jüdischen Schriftauslegung und Theologie. Bindung Isaaks, Geschichte Josefs und Biblische Theologie”. Kalimi ist Professor an der Evangelisch-Theologischen Fakultät an der Johannes Gutenberg Universität Mainz, und gilt als einer der weltweit führenden Wissenschaftlern im Bereich der Hebräischen Bibel und der Geschichte des antiken Israel. Er setzt sich außerdem seit Jahren für einen interkulturellen und interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch zwischen jüdischen und christlichen Theologen ein. Der Franz-Delitzsch-Hauptpreis ist dotiert auf EUR 2.000,- und wird vom Institut jährlich vergeben.

Franz-Delitzsch-Förderpreis 2019

Dr. Siegbert Riecker

Der Förderpreis ging an Dr. Siegbert Riecker für seine 2018 erschienene Arbeit “The Old Testament Basis of Christian Apologetics. A Biblical-Theological Survey”. Riecker promovierte im Bereich Altes Testament und ist Lehrer für Dogmatik, Ethik und Apologetik an der Bibelschule Kirchberg. Der Franz-Delitzsch-Förderpreis ist dotiert auf EUR 500,- und wird vom Institut jährlich vergeben.

Franz-Delitzsch-Studenten-Sonderpreis 2019

Keshava Wolf

Keshava Wolf

Zudem wurde der Studenten-Sonderpreis verliehen an Keshava Wolf, einen Studenten der Freien Theologischen Hochschule Gießen, für seine 2018 verfasste Seminararbeit “Das Israelverständnis des Paulus in Römer 9-11”. Der Franz-Delitzsch-Studenten-Sonderpreis ist dotiert auf EUR 200,-.

Stipendium für die Sommeruniversität

Alena Edler

Alena Edler

Das diesjährige Stipendium für die Sommeruniversität erhielt Alena Edler, langjährige studentische Mitarbeiterin des Instituts für Israelogie. Dieses Stipendium wird vom Institut nach einer Bewerbungsphase interessierter Studenten vergeben. Es ermöglicht einen sechswöchigen, kostenlosen Israel-Aufenthalt an der Ben-Gurion University of the Negev in Be’er Sheva mit einem Ivrit-Kurs, Landeskunde und Exkursionen.

Bilder der Preisverleihung

Über die Franz-Delitzsch-Preisverleihung 2019 berichtete auch die Gießener Allgemeine und der Gießener Anzeiger. Der vollständige Artikel zur Preisverleihung ist hier zu finden.