Neue Website zum christlich-jüdischen Dialog

 

Zum 67. Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2012 hat die Universität Bonn eine neue Internetseite zum christlich-jüdischen Dialog eröffnet. Sie ist benannt nach der Erklärung Nostra Aetate (= „in unserer Zeit“) des Zweiten Vatikanischen Konzils, die unter Papst Paul VI. nach dem Nationalsozialismus das Verhältnis der katholischen Kirche zu nichtchristlichen Religion thematisierte und damit einen Neuanfang in den katholisch-jüdischen Beziehungen ermöglichte.

Diese Entwicklung soll durch die neue vom Seminar für Religionspädagogik der katholischen Fakultät geschaffene Website weitergeführt werden. Auf www.nostra-aetate.uni-bonn.de stehen neben wissenschaftlichen Artikeln zu Geschichte und Theologie des Dialogs sowie Aufsätzen namhafter Autoren wie Johann Baptist Metz und Erich Zenger auch historische Quellen sowie praxisorientiere Konzeptideen zur Verfügung. Damit soll einerseits eine fundierte theologische Reflexion zum christlich-jüdischen Dialog gefördert und andererseits jedem – ob von interessierten Laien über Studenten hin zum Wissenschaftler – die Möglichkeit gegegeben werden, sich mit der Thematik zu beschäftigen.

Im Abschnitt 4 der Nostra Aetate über die jüdische Religion wurde formuliert: „Da also das Christen und Juden gemeinsame geistliche Erbe so reich ist, will die Heilige Synode die gegenseitige Kenntnis und Achtung fördern, die vor allem die Frucht biblischer und theologischer Studien sowie des brüderlichen Gespräches ist.“ Die folgenden fünf grundlegenden Punkte sind deshalb laut den Betreibern der Homepage für die Förderung des Dialogs zwischen Christentum und Judentum richtungsweisend:

[box] 1. Die Anerkennung des gemeinsamen Erwählungsursprungs von Christen und Juden. 2. Auf der Basis von Röm 9 das Bekenntnis, dass Israel eine entscheidende heils-geschichtliche Qualität hat, weil es Bund, Gesetz, Gottesdienst und Verheißung besitzt. 3. Die Betonung, dass Jesus und die Apostel Juden waren. 4. Die Festlegung darauf, dass Gott die Juden immer noch liebt, und damit ein klares Nein zu jeder Verwerfungstheologie. 5. Die Absage an jeden theologischen Antijudaismus und die Verurteilung jeder Verfolgung des Judentums.[/box]

Momentan hat der neue Internetauftritt noch eine vornehmlich katholische Perspektive, doch sollen nach und nach „auch Autoren anderer christlicher Konfessionen und aus dem Judentum auf dieser Website vertreten sein, dessen Angebot stetig aktualisiert und durch neue Informationen ergänzt wird.“

(jp)

  Quelle: http://www3.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/025-2012