Yad Vashem – ein lebendiges Denkmal

„Und ihnen will ich in meinem Hause und in meinen Mauern ein Denkmal und einen Namen geben (…), der nicht getilgt werden soll!“ (Jes 56,5) Dieser bewegende Vers aus dem Buch des Propheten Jesaja steht mitten in einem Heilszuspruch für das Bundesvolk des Gottes Israels. Vor über 70 Jahren gewann er in einem ganz anderen Zusammenhang eine aktualisierte und tiefe Bedeutung für das jüdische Volk: Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er zum Gründungs- und Leitspruch für einen der bedeutendsten Orte des heutigen Judentums, das aus den Trümmern der Shoah (hebr. Katastrophe) hervorging. In Israel selbst begründeten die Überlebenden des Holocaust die vielleicht wichtigste Gedenkstätte für das, was unter den Nationalsozialisten den Juden angetan wurde – Yad Vashem.

Obwohl das Museum zum größten Teil unterirdisch ist, lässt die Decke des Betonkeils stets den Blick in den Himmel offen.

Im Hebräischen steht in dem Vers aus Jesaja die Formulierung יָ֣ד וָשֵׁ֔ם – Yad Vashem, übersetzt „ein Denkmal und ein Name“. Und genau das will die Gedenkstätte sein: Ein Ort, an dem den über sechs Millionen Juden, die im Holocaust ihr Leben auf grausamste Weise verloren haben, ein Denkmal gegeben wird, ein Ort, an dem ihre Namen nicht vergessen werden oder sie im Sog der Geschichte untergehen.

Damit hat sich die Gedenkstätte Yad Vashem einen großen und bedeutenden Auftrag gestellt. Doch geht das Anliegen noch viel tiefer, wenn man sich vor Augen führt, wo der Standort der Gedenkstätte ist: Yad Vashem ist ansässig auf dem Har HaZikaron (hebr. Berg des Gedenkens) in Jerusalem, der Hauptstadt Israels – des Landes, das schon lange vor dem Holocaust Sehnsuchts- und Zielort der zerstreuten jüdischen Gemeinschaft war, des Landes, das Zufluchtsort für viele Juden während der Katastrophe der Nazizeit wurde, den allerdings viel zu wenige Juden lebend erreichten. Das Land, das nach der unaussprechlichen Katastrophe der Shoah und nach langen Kämpfen im Land 1948 als jüdischer Staat im Land der Vorväter gegründet wurde.

Hier steht Yad Vashem fest und unerschütterlich wie ein Felsblock in einer Zeit, in der die Erinnerung an die Geschehnisse rund um den Zweiten Weltkrieg und den Völkermord an den Juden immer mehr verblasst. Um gegen das Vergessen anzugehen, arbeitet Yad Vashem mit einem breiten Spektrum an Angeboten für verschiedene Anliegen und Zielgruppen und kämpft gegen das Vergessen und die Gleichgültigkeit der nachrückenden Generationen, die den Holocaust teilweise höchstens nur noch aus dem Geschichtsunterricht kennen.

 

Yad Vashem ehrt die Juden, die im Warschauer Ghetto mutig und selbstlos den Aufstand gegen die Nationalsozialisten antraten.

Die Geschichte Yad Vashems. Als Gedenkstätte möchte Yad Vashem dafür Sorge tragen, dass weder die über sechs Millionen während der Shoah ermordeten Juden noch die zahlreichen jüdischen Gemeinden, die während der Herrschaft der Nationalsozialisten und des Holocaust zerstört wurden, vergessen werden. Die Idee für genau so eine Gedenkstätte gegen das Vergessen gewann noch während des Zweiten Weltkrieges Gestalt, als die Gräueltaten während des Holocaust sukzessive auch in der Öffentlichkeit bekannt wurden. Unter den Initiatoren dieser Idee war Mordechai Shenhavi, der damals in Israel lebte und schon 1942 den Vorschlag für eine Gedenkstätte vortrug. Dabei fiel ihm schon Jes 56,5 als Leitspruch ein und schlug den Namen Yad Vashem als Motto und Ziel vor. Laut der Gedenkstätte fasste Shenhavi seine Motivation in folgende Worte, die in Yad Vashem überliefert vorliegen: „Die Macht des Heldentums unserer gemarterten Brüder und Schwestern erhebt sich und bricht aus Verbrechen und Vernichtung hervor. Das Heldentum der jüdischen Mutter, die Standfestigkeit der Ghettokämpfer, der Anteil unseres Volkes in den Untergrundarmeen in allen besetzten Ländern – sollte es möglich sein, dass sie alle nur mündliche Legende bleiben? Oder sollen wir dem jüdischen Heldentum ein Monument errichten, eines, das den Willen unseres Volkes symbolisiert, zu leben und zu kämpfen, eines, das seine Fähigkeit betont, die schwersten und bittersten Proben durchzustehen, die die menschliche Geschichte je einem Volk auferlegt hat?“1Das Zitat ist der Website der Gedenkstätte entnommen unter https://www.yadvashem.org/de/about/history.html (Stand14. April 2021).

Als Shenhavi Drohungen von den Nationalsozialisten erhielt, wurde die Weiterführung des Projekts während des Krieges unterbrochen. Nach Kriegsende wurde schließlich das ganze Ausmaß der Shoah bekannt. Daraufhin wurde der Plan für einen Gedenkort für die sechs Millionen Opfer des Holocaust weiterbearbeitet. 1945 wurden von Shenhavi die ersten Pläne für den Bau der Gedenkstätte auf dem Har HaZikaron (dt. Berg des Gedenkens) erstellt und zwei Jahre später fand eine erste Sitzung für das Projekt statt. Dadurch angeregt fand kurz danach ein erster Kongress zur Erforschung des Holocaust in Jerusalem statt. In den folgenden Jahren kam es zu zahlreichen militärischen Auseinandersetzungen im Land sowie zu Kriegen mit den Nachbarländern, sodass der Bau verzögert wurde. Am 29. Juli 1952 fand schließlich die Grundsteinlegung auf dem Har HaZikaron statt. Auf diesem Hügel befindet sich auch die Gräber von Theodor Herzl und israelischen Soldaten, weshalb er für den jungen Staat eine besondere Bedeutung hat.

Blick auf die große Menorah vor der Knesset in Jerusalem

Wenige Jahre später wurde ein „Gesetz zur Erinnerung an den Holocaust und Heldentum“, das sogenannte Yad-Vashem-Gesetz von der Knesset verabschiedet. Die Paragrafen des 1953 erlassenen Gesetzes besagen u.a., für wen diese Gedenkstätte eingerichtet wurde. Dabei werden die sechs Millionen Opfer der nationalsozialistischen Tyrannei ebenso genannt wie das Heldentum derjenigen Juden, die gegen Nazideutschland offen oder im Untergrund kämpften, sowie die nichtjüdischen Gerechten unter den Völkern. Dem folgt eine detaillierte Darlegung der Aufgaben von Yad Vashem: Um das Gedenken an die Opfer wie auch all diejenigen Juden und Nichtjuden, die mutig und selbstlos ihr Leben einsetzten, um die Shoah aufzuhalten, zu erhalten, ist die Einrichtung dazu verpflichtet, Lehrprojekte zu organisieren, Zeugnisse von Überlebenden zu sammeln und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, den Holocaust zu erforschen samt der Gerechten unter den Völkern und diese zu ehren, bestimmte Gedenktage wie etwa den Jom HaShoah (der israelische Holocaust-Gedenktag) oder auch den Tag des Sieges über die Nationalsozialisten auszurichten u.v.m. Das Yad-Vashem-Gesetz können Sie im originalen Wortlaut hier nachlesen.

 

Yad Vashem als Gedenkstätte. Ein großer Bestandteil von Yad Vashem ist sein Museum. Es befindet sich heute in einem modernen Bau, der von Moshe Safdie kreiert und 2005 eröffnet wurde. Er fällt durch seine außergewöhnliche Gestalt auf, die nicht nur ein Blickfang ist, sondern den Inhalt und Auftrag der Einrichtung symbolisieren soll. Das „Museum der Geschichte des Holocaust“ nimmt einen Raum von ca. 4.200 m2 ein. Der Eingang führt den Besucher auf einer Art Rampe aus Beton unter die Erdoberfläche, wo er in einem Zickzack-Muster durch das Museum geführt wird, das zu einem großen Teil unterirdisch bleibt. Der Besucher begibt sich also symbolusch mit dem jüdischen Volk in die Finsternis des Holocaust, in Tod und Leid der unaussprechlichen Katastrophe, der Shoah hinein. Hier lernt er durch zahlreiche gesammelte Alltagsgegenstände jüdischer Menschen aus dieser Zeit, die erläutert werden, durch geschichtliche Berichte oder auch Zeitzeugeninterviews in Videos, was in dieser Zeit geschah.

Aus der Asche des Holocaust geht neues Leben hervor: Der bedeutungsvolle Blick auf Eretz Israel.

Wie ein Keil aus Beton liegt das Gebäude des Museums, das in der Länge 180m misst, im Berg der Erinnerung, doch bleibt er nicht nur unter der Erdoberfläche: Zum Ende des langen Monuments hebt es sich, zuerst kaum merklich, an und bricht schließlich aus dem Berg hervor, öffnet sich und ragt Richtung Himmel empor. Diese Bauweise spricht Bände über den Umgang des jüdischen Volkes mit dem Holocaust: Die Juden haben ihn nicht als Ende gesehen, sondern als eine Art Anfang. Denn, indem das Gebäude sich öffnet, bietet es einen einzigartigen Blick auf das dahinterliegende Land: Eretz Israel. Vor dem Hintergrund dessen, was der Besucher des Museums zuvor gesehen hat, ist der Blick auf Jerusalem bedeutungsvoll und vermittelt die Tiefe des Geschehens nach dem Krieg und gibt einen einzigartigen Einblick in das Selbstverständnis des jüdischen Staates: Aus der Asche des Holocaust ging neues Leben hervor und das jüdische Volk ist zurück in seinem Heimatland.

Kurz vor dem Ausgang mit diesem bedeutungsvollen Ausblick steht die „Halle der Namen“. In zahllosen Ordnern finden sich hier Gedenkblätter für die jüdischen Menschen, die im Holocaust ihr Leben ließen. Die Fächer an der runden Wand bieten Raum für über sechs Millionen Opfer, doch sind noch nicht alle Namen gefunden worden, sodass die Fächer noch nicht vollständig gefüllt sind. In der Mitte der Halle befindet sich ein zehn Meter hoher Kegel, in dem 600 Fotografien und Gedenkblätter eine Collage der Trauer bilden. Die Gesichter und Namen machen nur einen sehr geringen Teil der gesamten Menge der Opfer aus und doch stehen sie stellvertretend für das Anliegen: Keiner darf vergessen werden und jedes einzelne Opfer verdient es, dass man sich an es erinnert und um es trauert.

Der Eingang zum „Denkmal für die Kinder“

Vom Ausgang des Museums aus führt ein Weg den Besucher zu verschiedenen weiteren Orten des Gedenkens. Einer davon ist Ohel Jizkor, das „Zelt der Erinnerung“. Hier brennt in einer Schale die „ewige Flamme“, um die herum die Namen von 22 großen Konzentrations- und Vernichtungslager stehen. Daneben gibt es ein „Denkmal für die Kinder“, das ebenfalls unterirdisch ist. Der Besucher wird auf einem Weg durch das Mahnmal mit zahlreichen Spiegeln geführt, die den Schein einer einzelnen Kerze reflektieren, während eine Frauenstimme die Namen von schon bekannten Kindern liest, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Neben einem „Viehwaggon-Denkmal“ gibt es auch noch das „Tal der Gemeinden“, wo auf Steintafeln die Namen von 5.000 jüdischen Gemeinden genannt sind, die während der Zeit der Nationalsozialisten vernichtet wurden. Schließlich wird man an weiteren Mahnmalen wie etwa dem für den Aufstand im Warschauer Ghetto vorbei durch die „Allee der Gerechten“ zum Ausgang geführt. Diese Allee ist gesäumt von 2.000 Bäumen, die den nichtjüdischen Menschen gewidmet sind, die ihr Lebens auf´s Spiel setzten oder gar verloren, um jüdische Menschen während des Holocaust zu schützen und ihnen zur Flucht zu verhelfen.

Seit 2011 befindet sich ein weiteres Puzzelstück von Yad Vashem im Entstehen: der „Vermächtnis-Campus“. Diesem noch recht jungen Arbeitszweiges liegt die Tatsache zugrunde, dass während der ganzen Nazizeit, aber besonders durch den Holocaust eine ganze Kultur zerstört wurde: Die jüdische Kultur in Europa prägte die Zeitgeschichte und war reich an Religiösem und Kunst, an Literatur und vielem mehr. Deshalb wurde dieses Projekt gestartet, das „die Scherben aufsammeln“ soll – die Überbleibsel der damaligen Kultur, die die Shoah überlebten und von dem kulturellen Reichtum des europäischen Judentums zeugen. Bis heute übergaben die Nachkommen von Holocaustüberlebenden Yad Vashem über 250.000 Gegenstände, die nicht nur gesammelt wurden, sondern deren einzigartige Geschichte ebenfalls dazu dokumentiert wurde – damit die Menschen und ihre Schicksale nicht vergessen werden. Der Campus mit seinen Gebäudekomplexen befindet sich noch in Planung. Das Kernstück das „Haus der Sammlungen“ bilden, in dem gesammelten Gegenstände ausgestellt werden, sowie Konservierungslaboratorien, ein Auditorium und Galerien erhalten. Informationen zu diesem Projekt können Sie hier finden.

 

Bewahren der Zeitzeugen. Yad Vashem ist die vielleicht bedeutendste Holocaust-Gedenkstätte weltweit – doch es ist nicht nur das: Die Einrichtung vergrößert stetig ihre Bemühungen, den Holocaust in seiner Komplexität auch wissenschaftlicher weiter zu erforschen. Ein ganzer Gebäudekomplex neben dem Eingangsbereich zum Museum ist diesem Ziel gewidmet: Ein großes Archiv- und Bibliotheksgebäude steht direkt neben der Internationalen Schule für Holocaust-Studien (ISHS) sowie dem offiziellen Administrations- und Forschungsgebäude.

Ein Blick auf die zahllos erscheinenden Ordner mit den Namen der Opfer der Shoah.

Es ist heutzutage kaum bekannt, doch wurden bereits vor dem Zweiten Weltkrieg und auch während der Geschehnisse des Holocaust Berichte über antijüdischer Gewalt festgehalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Dokumentationszentren u.a. in München, Paris, Bratislava und Lublin eröffnet, in denen diese Berichte, Notizen, Tagebucheinträge u.v.m. gesammelt wurden. Schon Jahre zuvor hatte Shenhavi in seinem Plan für die Yad Vashem-Gedenkstätte ebenfalls ein Archiv für solche Berichte mit einbezogen. Nur ein Jahr nach Kriegsende nahm dieses Archiv unter der Leitung von Dr. Sarah Friedlaender seine Tätigkeit auf. Im Jahr 2000 wurde das neue Gebäude des Archivs eingeweiht, in dem die Originaldokumente erfasst, konserviert und katalogisiert werden. Heute hat das Archiv durch seine Arbeit über 210.000.000 Dokumente sammeln und bewahren können, darunter ungefähr 131.000 Zeugenaussagen, 500.000 Fotografien sowie über 4.800.000 Namen, die in der Halle der Namen aufbewahrt werden. Dazu kommen zahlreiche Dokumente von den Nationalsozialisten selbst sowie von jüdischen Organisationen der Zeit, aber auch historische Dokumente der Einrichtungen, die damals mit der Aufklärung des Holocaust betraut waren, nebst Dokumenten von den Gerichtsprozessen gegen Nationalsozialisten u.a.

Yad Vashem unterstützt Anfragen aus aller Welt, Dokumente und Informationen sowie Sekundärliteratur ausfindig zu machen, die vor Ort im Lesesaal der Bibliothek eingesehen werden können. Doch trotz des großen Angebots, das bereits vorhanden ist, sucht die Einrichtung auch weiterhin nach materiellen Zeitzeugen: Dokumente und Bücher, Kunst- und Alltagsgegenstände, Fotografien, Gedenkblätter – und Namen. Interessierte finden weitere Informationen zu den vorhandenen Sammlungen und der Suche Yad Vashems hier.

 

Forschung und Lehre. Zum Forschungsbereich Yad Vashems gehört auch der hauseigene Verlag, der an das Internationale Institut für Holocaust-Forschung angegliedert ist, das 1993 gegründet wurde. Hier werden internationale Forschungs- und wissenschaftliche Projekte erdacht und koordiniert, aber auch Lehrangebote wie Seminare und Konferenzen ausgearbeitet. Zur Arbeit des Instituts gehört auch die Veröffentlichung von Zeitzeugendokumenten wie Tagebüchern und Memoiren wie auch wissenschaftlicher Abhandlungen und Untersuchungen zum Holocaust. Mit der Fachzeitschrift „Yad Vashem Studies“ veröffentlicht das Institut zwei Mal im Jahr neueste Beiträge zu den unterschiedlichen Forschungsgebieten.

2012 wurde zusätzlich das Zentrum zur Erforschung der Juden in Deutschland während des Holocaust eröffnet. Sein Anliegen ist die Förderung der Forschungsarbeit in Deutschland, aber auch das Übersetzen von originalen Dokumenten und Forschungsleistungen in Hebräisch, damit die Arbeit in Israel selbst gefördert werden kann.  Das Zentrum soll das Schicksal speziell der deutschen Juden aus dreierlei Perspektive erforschen: aus der der jüdischen Menschen selbst, aus Sicht des Nazi-Regimes und aus Sicht der nichtjüdischen Bürger und Mitläufer. Mehr über die Arbeit des Instituts können Sie hier nachlesen.

Das Viehwaggon-Denkmal steht auf Schienen, die scheinbar in den Himmel ragen.

Neben dem Arbeitszweig des Instituts wurde im selben Jahr eine weitere wichtige Einrichtung gegründet: die Internationale Schule für Holocaust-Studien. Sie bietet vor allem pädagogische Materialien und Weiterbildungen an, wobei diese mit Blick auf die jeweiligen Einsatzländer produziert und entwickelt werden, sodass ein besserer Dialog mit ost- und mitteleuropäischen Ländern unterstützt werden kann. Daneben bietet die Schule Seminare für verschiedene deutschsprachige Institutionen an. Pädagogische Materialien mit Zeitzeugenvideos, Interviews, schriftlichen Ausführungen und Tipps für den Unterricht an Grund- und weiterführenden Schulen stehen online zur Verfügung. Mehr über die Schule können Sie hier erfahren.

 

Online-Angebot von Yad Vashem. Wer nun denkt, dass der Betrieb von Yad Vashem aufgrund der Pandemiesituation ins Stocken geraten ist, liegt falsch. Auch wenn das Museum und die Bildungseinrichtungen für Touristen und Forscher aus anderen Ländern noch weitestgehend geschlossen sind, geht die Arbeit vor Ort weiter – und im Internet. Durch eine massive Digitalisierungsarbeit hat Yad Vashem zahlreiche Dokumente und Materialien, Zeitzeugenvideos und Interviews, Newsletter und vieles mehr dem Online-Besucher zugänglich gemacht.

Das Angebot wird mit einer fundierten Darstellung des Holocaust eröffnet: Sie beginnt mit einer Beschreibung des Lebens jüdischer Menschen in Deutschland vor 1933, führt durch ihr Schicksal im nationalsozialistischen Deutschland und dann durch die Schrecken des Holocaust in seinen schrecklichen Ausmaßen.

Daneben sind zahlreiche digitale Sammlungen zugänglich: Die Zentrale Datenbank der Namen der Holocaust-Opfer bietet die Möglichkeit, bestimmte Personen zu finden oder auch hinzuzufügen. Die Datenbank der Deportationen führt alle verzeichneten Deportationszüge mit ihren Stationen auf dem Weg zu dem jeweiligen Konzentrations- oder Vernichtungslager auf. Daneben gibt es noch Fotoarchive sowie ein Archiv für die Gerechten unter den Völkern, ein Filmzentrum sowie eine Online-Bibliothek.

Es gibt sogar einen Bereich mit Ausstellungen, die online zugänglich sind, sowie einen online-Shop. Ein Besuch der Website von Yad Vashem lohnt sich also in jedem Fall, ob für das Suchen nach Informationen, nach Material für Unterricht und Kurse, um mit Yad Vashem einfach in Kontakt zu bleiben oder es auch durch Spenden zu unterstützen.

Für Interessierte in Deutschland, die Yad Vashem gerne unterstützen möchten, gibt es einen deutschen Freundeskreis von Yad Vashem mit Sitz in Berlin. Weitere Informationen sind auf der Website des Freundeskreises zu finden: https://www.yad-vashem.de/.

 

 

Quelle:

Als Hauptquelle diente die Website von Yad Vashem, https://www.yadvashem.org/de/about.html. (Stand 18.04.2021)

Weitere Quellen:

Hagen, Luisa, Die Gedenkstätte Yad Vashem, https://www.uni-augsburg.de/de/fakultaet/philhist/professuren/kunst-und-kulturgeschichte/europaische-ethnologie-volkskunde/exkursionen/israel/die-gedenkstatte-yad-vashem/ (Stand 18.04.2021)

Kashi, Uriel, Yad Vashem. Gedenken im Wandel, https://www.bpb.de/apuz/141896/yad-vashem-gedenken-im-wandel?p=0 (Stand 18.04.2021)

N.N., Yad Vashem. Holocaust-Gedenkstätte, https://www.israelmagazin.de/yad-vashem-holocaust-gedenkstatte (Stand 18.04.2021)

Reiseführer „Israel und Palästina“ von Kohn, Michael/ Raphael, Miriam/ Raz, Dan Savery/ Thomas, Amelia

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