Die Bibel in ihrer Welt – Vorstellung eines neuen Podcast-Formats!

Als ich vor Kurzem Tim Weinheimer kennenlernte, waren wir uns schnell einig: Heutzutage gibt es eine Vielzahl von christlichen Podcasts – doch gerade im deutschsprachigen Raum sind wissenschaftlich-fundierte, exegetische und biblisch-theologisch ausgerichtete Formate rar gesät. Umso begeisterter war ich, von Tim Weinheimers neuem Projekt zu erfahren, mit dem er genau dem Abhilfe leisten möchte!

Tim Weinheimer ist Theologe und arbeitet als Dozent und Studienleiter an dem IGW-Sudiencenter Frankfurt.

Seit Kurzem veröffentlicht der Theologe (MA der FTH Gießen) regelmäßig Podcastfolgen, in denen er den Zuhörer tiefer in die Welt der Bibel einführen und fundierte Einblicke in die biblische Theologie geben möchte. Dazu inspiriert wurde er unter anderem durch seine Arbeit als Dozent an der IGW. Dem Podcast gab er den passenden Namen „Die Bibel in ihrer Welt“. Auf der Website können Sie schon jetzt spannende Folgen finden!

Tim Weinheimer erklärte sich zu einem kurzen Interview mit dem Institut für Israelogie über seinen Werdegang und die Entstehung des Podcasts bereit. So durfte ich als Mitarbeiterin des Instituts ihm ein paar Fragen stellen, die mir unter den Nägeln brannten:

Ein Interview mit Tim Weinheimer

Das Alte Testament ist eine bedeutende und grundlegende Disziplin des Theologiestudiums.

KS: Lieber Tim, vielen Dank, dass Du Dich zu diesem Interview bereit erklärt hast und uns und unseren Lesern etwas über Dein neues Projekt erzählen wirst! Aber bevor wir in das Thema einsteigen, möchte ich Dir eine Frage zu Deiner Person stellen: Du hast an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen (FTH Gießen) studiert. Wie bist Du denn zu dem Theologiestudium gekommen und was war Dein Schwerpunkt während des Studiums?

TW: Vielen Dank für diese Gelegenheit. Mein Interesse für Theologie hat sich in Südafrika entwickelt. Ich habe dort nach dem Abitur ein FSJ mit OM gemacht. Teil davon war eine Kurzbibelschule – die hat mein Interesse für die Theologie geweckt. Den Rest des Jahres hatte ich selten Internet und einen Bücherladen direkt um die Ecke. Ich habe also die Zeit genutzt und viel gelesen. Am Ende des Jahres hatte ich dann beschlossen, dass ich Theologie studieren will und habe mich auch relativ schnell für die FTH entschieden. Während dem Studium haben mich dann besonders die biblischen Fächer interessiert und vor allem das Alte Testament.

 

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Das Begleiten von Studenten ist Tim Weinheimer Beruf und Anliegen.

KS: Du hast Dein Studium im Jahr 2016 abgeschlossen und arbeitest mittlerweile bei IGW (Institut für gemeindeorientierte Weiterbildung) in Frankfurt als Studienleiter. Was sind Deine Aufgabenbereiche und was begeistert Dich an Deiner Arbeit?

TW: Richtig, bei IGW machen wir auch theologische Ausbildung, allerdings in einem dualen Modus. Die Studenten sind also nur die Hälfte der Zeit am Studieren und die andere Hälfte der Zeit schon in der Praxis eingebunden. Ich betreue hier das Studienzentrum in Frankfurt. Das Bedeutet, ich begleite die Studierenden, organisiere den Unterricht, führe Gespräche mit Interessenten und ähnliches. In der Zeit, die mir übrig bleibt, unterrichte ich auch manchmal selbst.

Das Highlight der Arbeit ist für mich die Begleitung der Studenten. Zu sehen, wie sie sich in die Gemeinden investieren, dabei wachsen, macht Spaß und ihre theologische Entwicklung zu begleiten ist einfach genial, auch wenn es nicht immer einfach ist.

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Die Bibel kann nur vor dem Hintergrund ihrer Umwelt richtig verstanden werden.

KS: Tatsächlich bist Du durch Deine Arbeit zu dem neuen Projekt inspiriert worden, das Du seit einiger Zeit machst: Dein Podcast „Die Bibel in ihrer Welt“. Wie und wann bist Du auf die Idee gekommen, dieses Projekt zu starten?

TW: Da kommen einige Punkte zusammen. Ich habe mir schon seit langem gedacht, dass es im Internet nur wenig gutes Material gibt zur Bibel, vor allem auf Deutsch. Dann habe ich vor einigen Jahren Podcasts für mich entdeckt.

Ich finde, Podcasts sind einfach ein geniales Medium, in dem man ganz unterschiedliche Themen behandeln kann und die Leute können es sich in den Alltag einbauen, ohne dass es viel Zeit frisst. Grade im englischsprachigen Raum gibt es da vieles. Es bietet auch die Möglichkeit, sich über mehrere Folgen intensiv mit einem Thema oder einer Geschichte auseinanderzusetzen. Einer der ersten Podcasts, den ich gehört habe ist Mike Duncans „The History of Rome“, in dem er innerhalb von etwa 180 Folgen die Geschichte von Rom erzählt – von der Gründung bis zum Fall des Weströmischen Reichs. Das ist der eine Baustein.

Der Screenshot zeigt die Website des Podcasts „Die Bibel in ihrer Welt“.

Der Andere ist mein Unterricht. Ich habe für meine Vorbereitung angefangen, immer mehr über die Umwelt der Bibel zu lesen, über die Geschichte, die Kulturen und Religionen und so weiter. In den letzten Jahrzehnten ist hier viel geforscht worden und unterschiedliche Theologen versuchen inzwischen, die Bibel vor diesem Hintergrund zu verstehen. Ich habe einfach für mich gemerkt, dass mir das ein viel tieferes Verständnis für die Bibel eröffnet hat. Es geht nicht nur um Antworten auf viele meiner Fragen, sondern die Bibel ist auch lebendiger geworden.

Und dann ist mir irgendwann die Idee gekommen, diese Inhalte in einem Podcast zu verarbeiten, in einem ähnlichen Stil wie die Podcasts, die ich selbst gern höre.

 

KS: Was genau ist denn „Die Bibel in ihrer Welt“? Was ist das Anliegen dahinter und wie setzt Du es um?

Schon jetzt kann man einige Folgen auf der Website anhören.

TW: Wie ich schon angedeutet habe, geht es darum, die Bibel aus ihrer Welt heraus zu betrachten – also sie in ihrem Kontext zu verstehen und dann einfach die Geschichte, die sie erzählt, nachzuverfolgen. Für den Anfang habe ich mir dafür ein überschaubares Projekt gesucht. Deswegen habe ich mit dem Buch Hiob angefangen. Damit werde ich aber in nur 8 Folgen durch sein. Danach ist es das Ziel die Geschichte der Bibel nachzuvollziehen. Ich fange also mit 1. Mose an und schaue mir dann die Bücher in der Bibel an, die diese Geschichte erzählen, bis ich irgendwann am Ende ankomme. Zusätzlich will ich mir noch anschauen, wie die Bibel in die Weltgeschichte reinpasst und was in den Lücken, die es in der Bibel gibt, passiert ist. Also Beispielsweise in der Zeit zwischen dem Alten und dem Neuen Testament.

Ich hoffe, dass auch meine Hörer erleben können, was ich erlebt habe. Als ich in Südafrika angefangen habe, die Bibel zu lesen, habe ich wirklich nicht viel verstanden. Inzwischen verstehe ich nicht nur mehr, sondern die Bibel ist zu einem absolut faszinierenden und lebendigen Buch geworden. Das gilt sogar für das Alte Testament. Es wäre schön, wenn ich die Hörer in diesen Prozess mit reinnehmen kann.

 

Für jede Folge werden die Kapitel mit Minutenzahl angegeben und es wird Zusatzmaterial zur Verfügung gestellt.

KS: Gibt es etwas, was Du unseren Lesern für ihr eigenes Bibelstudium mit auf den Weg geben möchtest?

TW: Da könnte man viel sagen. Ich bleibe jetzt aber bei einem Punkt: Eine der wichtigsten Lektionen, die ich mit der Zeit gelernt habe, ist, dass man die ganze Bibel lesen muss, wenn man die Bibel verstehen will. Die Bibelschreiber waren selbst Bibelleser. Die Autoren des NT beispielsweise, beziehen sich immer wieder auf Geschichten und Stellen aus dem AT und gehen oft davon aus, dass seine Leser diese wiedererkennen können. Die Bibel zu lesen – am besten die ganze Bibel – ist einer der wichtigsten Schritte, wenn man in die Welt der Bibel eintauchen will. Und ich hoffe, dass der Podcast dafür ein guter Begleiter wird, der auch an der einen oder anderen schwierigen Stelle weiterhelfen kann.

 

KS: Vielen Dank für das Interview, Tim!

TW: Vielen Dank auch von meiner Seite!

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