Migdal (aram. Magdala) – ein bedeutender Ort der Geschichte für Juden und Christen

Ausblick auf den Berg Arbel, zu dessen Füßen die antike Stadt Migdal (Magdala) liegt

Wie wahrscheinlich ist es, dass gerade auf dem Gelände, wo ein christliches Gästehaus entstehen soll, eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Israels gefunden wird, die nicht nur die Evangelien in ihrer Glaubwürdigkeit unterstützt, sondern auch die jüdische Geschichte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts und sogar noch mehr Licht in die Umstände dieser Zeit zu bringen vermag?

Nicht sehr, möchte man meinen – und doch ist genau dies 2009 mit dem Fund Magdalas geschehen. Zahlreiche biblische Stätten wie etwa Kapernaum und Tel Dan, Masada oder Beit Shean und andere zahlreiche Orte, die für das Juden- sowie Christentum sehr bedeutsam sind, sind schon vor vielen Jahrzehnten entdeckt worden, manch andere wie Bethlehem und Nazareth, Hebron und Jericho und einige andere gerieten sogar nie in Vergessenheit.

Doch manche Orte, die die Bibel benennt, konnten selbst von geschulten Archäologen bis heute nicht gefunden werden, was im Laufe der Zeit immer wieder Fragen an der Authentizität der biblischen Erwähnung dieser Orte aufwarf: Kann das biblische Zeugnis stimmen, wenn keine Überreste des Ortes mehr gefunden werden können? Ein solcher Ort war Magdala, wo Jesus nicht nur gelehrt, sondern auch eine seiner berühmtesten Jüngerinnen, Maria Magdalena, von Dämonen befreit und in die Nachfolge berufen haben soll (Lk 8,2 u.a.). Doch wenn keine Fundamente wie in Kapernaum, nicht einmal Steingeröll wie von Chorazin gefunden werden können – hat es Magdala überhaupt gegeben? Oder wird dadurch die häufig gestellte Anfrage an das Neue Testament nur unterstützt – dass es oft keine historischen Zeugnisse, sondern lediglich mythologisch ergänzte Geschichten enthält?

Die Ausgrabungsstätte von Migdal

Der Fund von Magdala. Solche Fragen geben seit vielen Jahren Theologen und Literaturwissenschaftlern, Historikern und Archäologen zu denken. Doch konnten sie nicht die Anziehung vermindern, die das Heilige Land auf gläubige wie nichtgläubige Touristen hat.

Wegen des florierenden Tourismus gerade von Christen verschiedener Konfessionen, die es immer wieder an den See Genezareth zieht, sollte 2009 genau dort am Ufer des Sees ein neues Gästehaus entstehen: Pater Juan Maria Solana, der dem Orden der Legionäre Christi angehört, initiierte den Bau als Leiter des sogenannten Notré Dame of Jerusalem Centers, das neben dem gleichnamigen Institut ein ebensolches Gästehaus vor allem für Pilger in der Hauptstadt Israels beherbergt.[1] Nun sollte ein Erholungszentrum direkt am See Genezareth entstehen. Die Wahl fiel schließlich auf eine unbebaute Fläche direkt neben einem Einkaufszentrum nahe bei der Siedlung Migdal, was die hebräische Namensform des aramäischen Magdala ist, die 1910 von jüdischen Einwanderern gegründet wurde.[2]

Schon früh fanden Ausgrabungen durch die Israel Antiquities Authority (IAA) in den 1970er Jahren statt, die 2006 noch einmal aufgenommen wurden. Diese Untersuchungen haben schon früh gezeigt, dass es in dieser Gegend am Fuße des Berges Arbel eine historische Siedlung gegeben hat, deren Beginn in die hellenistische Periode zurückverfolgt werden kann. Doch blieb vieles noch im Dunkeln, bis die Vorbereitungen für den Bau des Gästehauses begannen. Doch bald wurden die Arbeiten auf der Baustelle Erholungszentrums, das Solana in Auftrag gegeben hatte, unterbrochen, denn beim Legen der Fundamente stießen die Bauarbeiter auf Widerstand im Boden. Die IAA ließ den Betrieb vorerst stilllegen und engagierte den Archäologen Arfan Nadschar, der sich schon an dem sensationellen Fund von Beit Schean verdient gemacht hatte.[3] Die Ausgrabungen dauerten vier Jahre, doch sollte sich die Arbeit lohnen.

Blick über die antike Stadt vor dem Berg Arbel

Die jüdische Hafenstadt Migdal. Unter der Leitung von Nadschar wurde ein Teil der antiken jüdischen Stadt Migdal gefunden, der vieles ans Licht brachte. Im Neuen Testament wird Migdal unter dem aramäischen Namen Magdala nur im Zusammenhang mit Maria Magdalena erwähnt und hier als eine Herkunftsbezeichnung verstanden. So wird seit Langem angenommen, dass Maria aus der Stadt Magdala stammte und sie dort auch Jesus Christus begegnete. Auch wenn Migdal nicht als explizite Wirkstätte Jesu erwähnt wird, ist sein Wirken an diesem Ort durch die elfmalige Benennung der Stadt in Marias Namen wahrscheinlich und wird unterstützt durch Formulierungen wie: „Und er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium des Reiches und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen unter dem Volk.“ (Mt 4,23 ELB) Es gibt unter Forschern eine Diskussion, ob der in Mt 15,39 genannte Ort Magadan mit Magdala identisch ist, da es bei der Übertragung von hebräischen Begriffen ins Aramäische häufiger zu Konsonantenverschiebungen kam.

Andere Historiker geben uns jedoch mehr Auskunft über diese Stadt, die von den Evangelisten ganz selbstverständlich als jüdische Stadt in der Provinz Judäa gehandelt und deswegen nicht weiter beschrieben wird. Die bei Flavius Josephus als Taricheae (Griech. „Stadt des eingelegten Fisches“) bekannte Stadt gilt als identisch mit Migdal. Er führt sie als eine der bedeutendsten Hafenstädte Galiläas an und zählt über 37 000 Einwohner im ersten nachchristlichen Jahrhundert. Doch auch Plinius der Ältere, Cicero und Sueton erwähnen Migdal als eine durchaus bekannte jüdische Stadt, die im Handel eine größere Rolle spielte: Anscheinend hatte sie einen regen internationalen Markt und war ein Hauptanbieter für ihren berühmtem gesalzenen Fisch. Diese Beschreibungen von Magdala werden tatsächlich dadurch unterstützt, dass der Ort an der Haupthandelsstraße des Nahen Ostens dieser Zeit liegt, der sogenannten Via Maris. Doch auch die archäologischen Funde untermauern die Beschreibungen der antiken Quellen.

Die Fundamente der antiken Synagoge

Archäologische Funde. Während der Ausgrabungen in den Jahren 2009 bis 2013 wurden sensationelle Funde geborgen, die das antike Migdal als typisch jüdische Stadt ihrer Zeit auszeichnen und gleichzeitig viele neue Erkenntnisse über die Zeit eröffnen.

Fundamente der antiken Synagoge

Der bedeutendste Fund ist wohl die antike Synagoge: Nur 30 cm unter dem Boden stießen die Bauarbeiter auf das Gebetshaus, das für Archäologen und Historiker gleichsam bedeutend ist: In dem Ausgrabungsbereich der Synagoge fanden sich zahlreiche Münzen, die allesamt auf die Jahre zwischen 5 und 63 n.Chr. verweisen. Das Gebetshaus ist schlicht gehalten, wie es für diese Zeit typisch ist – da der Tempel noch nicht gefallen war, gab es Elemente wie einen Torahschrein, die Ausrichtung nach Jerusalem und andere heute berühmte Merkmale noch nicht. Dafür weist sie einen kleinen Lagerraum für die Torahrollen auf. Die magdalenische Synagoge ist verziert mit Mosaiken und Fresken und offenbart so den hellenistisch-römischen Einfluss auf die judäische Kultur in der herodianischen Epoche. Die Fertigstellung der Synagoge wird spätestens auf das Jahr 30 n.Chr. datiert, womit sie die älteste Synagoge ist, die bisher in Galiläa entdeckt wurde, und eine von nur sieben bisher geborgenen Synagogen in ganz Israel, die auf das erste nachchristliche Jahrhundert zurückdatiert werden können. Durch diese Datierung steht jedoch eine weitere Feststellung im Raum: Ob man gläubiger Christ ist oder nicht, man wird kaum die Wahrscheinlichkeit verneinen können, dass der Mann aus Nazareth in dieser Stadt und ihrer Synagoge gepredigt hat.

Der Magdala-Stein mit der naturgetreuen Abbildung der Menorah im Tempel

In der Synagoge wurde noch ein weiterer herausragender Fund gemacht: der sogenannte Magdala Stein. Möglicherweise handelt es sich bei diesem Quader um den Teil einer Bimah, die also als Halter der Torahrollen und Rednerpult diente, oder aber um ein Stück eines anderen zentralen Elements. Der Stein ist aufwendig verziert mit einem authentischen Abbild der Menorah aus dem Tempel sowie einer Rosette obenauf, die den Vorhang vor dem Allerheiligsten symbolisiert, und einem Feuerwagen, der für die Gegenwart JHWHs im Allerheiligsten steht. Es handelt sich also um drei bedeutende Symbole, die den Tempel in diesem kleinen Gebetshaus in Magdala repräsentieren sollen. Dieser Stein ist in seiner Gestaltung ein Novum, da noch nie zuvor derartige Elemente in einer Synagoge dieser Zeit gefunden wurden.

Neben diesem religiösen Zentrum der Stadt wurden verschiedene Komplexe gefunden, die das Bild Magdalas als reiche Fischereistadt durch die historischen Quellen bestätigen. Direkt neben der Synagoge befindet sich ein großer Marktplatz, auf dem vermutlich Handwerkliches, Kleidung sowie Lebensmittel verkauft wurden. Auf dem Marktplatz wurden 40 Wasserinstallationen gefunden, unter denen sich womöglich Wasserbehältnisse für Fische befanden.

Die Überreste der Wohnhäuser und Mikvaot

Daneben wurde ein Komplex mit Villen und vier Mikvaot gefunden. Der Fund der Mikvaot ist besonders von Bedeutung, da dies die Religiosität der Anwohner Magdalas im nördlichen Galiläa fernab vom Tempel im frühen ersten Jahrhundert unterstützt. Die rituellen Bäder sind so gut erhalten, dass sie sogar heute noch funktionsfähig sind. Hinter den Mikvaot sind die Fundamente von Wohnkomplexen zu finden, die offensichtlich von einem Wegesystem unterteilt waren.

Weiter unten Richtung Ufer wurde ein großes Haus gefunden, das anscheinend als Verarbeitungsstätte für die berufstätigen Fischer diente. So gab es hier etwa auch einen Raum mit sechs Öfen für Brot, das vermutlich mit dem Fisch auf dem Markt verkauft wurde. Auf dem Fußboden dieses Gebäudes fanden Archäologen Angelhaken sowie Gewichte für Fischernetze. Direkt am Ufer lag eine Lagerhalle, in der es eine Wasserquelle sowie ein Becken für Fische sowie einen steinernen Anlegeplatz gab, an dem man auf den damaligen Wasserstand des Sees schließen kann.

Migdals Schicksal unter den Römern. Flavius Josephus, der in seinem Werk De Bello Judaico ausführlich über den Jüdischen Aufstand ab 66 n.Chr. gegen die Römer und den folgenden Ersten Jüdischen Krieg, der bis zum Fall der Festung Masada im Jahr 74 n.Chr. andauerte, berichtet von dem Schicksal Migdals oder Taricheae, wie er es mit dem griechischen Namen benennt, in dieser Zeit.

Ausblick auf den See Genezareth von der Ausgrabungsstätte aus

Nachdem unter den jüdischen Aufständischen die Römer innerhalb kürzester Zeit aus dem ganzen Land vertrieben wurden, rückt der Feldherr Vespasian 67 n.Chr. von Syrien im Norden aus vor und erobert Judäa von dort aus. Taricheae ist, wie Josephus berichtet, eine der Städte, die er als Befehlshaber über die Region Galiläa zu Beginn des Jüdischen Krieges ausbaut, um im Falle eines Angriffs der Römer gewappnet zu sein, und macht sie zumindest zeitweise zu seinem Verwaltungssitz.[4] Doch bald darauf fällt Vespasian mit seinen Heeren von Norden in Judäa ein und erobert die galiläischen Städte Zug um Zug. Er nimmt Josephus gefangen, welcher bald schon zu einer Art Berater des Feldherrn wird, während die Festungen der jüdischen Aufständischen fallen.

Nachdem Vespasian das nahe gelegene Tiberias eingenommen hat, lässt er seine Truppen gegen Taricheae ziehen, dessen Bewohner sich zuerst sehr klug und erfolgreich gegen die Invasoren zur Wehr setzen: „Während nun die Römer mit der Verschanzung ihres Lagers beschäftigt waren, machten Jesus und seine Leute, die sich weder vor der Übermacht noch vor der straffen Ordnung des Feindes fürchteten, einen Ausfall, zerstreuten schon beim ersten Anlauf die Schanzarbeiter, rissen einen kleinen Teil des Werke ein und flüchteten erst dann, als sie Schwerbewaffnete sich gegen sie scharen sahen, zu den Ihrigen zurück, ohne Verluste erlitten zu haben.“ (De Bello Judaico 3, 467f.)  Nach einem Angriff der Römer verteilten sich die Widerständler: Ein Teil nutzt die Boote, die in Migdal lagen, ein anderer Teil sammelt sich in der Ebene vor der Stadt. Vespasian schickt seinen Sohn Titus mit Truppen los, die zuerst die jüdischen Kämpfer in der Ebene angreifen und danach die Stadt in einem blutigen Gemetzel einnehmen. Danach greift Vespasian die entkommenen Juden auf dem See Genezareth an und tötet laut Josephus bei den Kämpfen in und um die Hafenstadt über 6 500 Juden.

Die Fundamente der einstigen Wohnhäuser

Die Stadt wird danach kurzzeitig zum Sitz des römischen Feldherrn selbst, wo er zu Gericht sitzt über die jüdischen Anwohner und Überlebenden. Einige verschont er zunächst und lässt sie unter Bewachung ziehen, doch waren dies die wenigsten. Nach den Angaben des Josephus lässt Vespasian 1 200 Alte und Schwache gleich exekutieren, 6 000 junge Juden lässt er als Arbeiter zu Kaiser Nero an den Isthmus schicken, wo die Landenge bei Korinth von Sklaven durchstochen werden soll, und 30 400 Menschen verkauft er als Sklaven.[5]

Angeblich soll die Mutter von Kaiser Konstantin die Ruinen der Fischerstadt im fünften Jahrhundert gefunden haben. Es heißt, sie habe dort eine Basilika errichten lassen. Auch sollen Kreuzfahrer im 12. Jahrhunderten eine Kirche auf der Fläche des früheren Migdal gebaut haben. Doch auch diese ist im Laufe der Zeit zerstört worden oder verfallen.

Die Kirche Duc in Altum

Geistliches Zentrum. Für Forscher wie auch zahlreiche Gläubige aus verschiedensten Denominationen ist klar: Das antike Migdal muss die Heimatstadt Marias und ein Ort sein, an dem Jesus Christus selbst Menschenmengen lehrte, wo er seine Botschaft predigte und Menschen heilte. So ist im Laufe der letzten Jahre ein großes, geistliches Zentrum direkt am See Genezareth entstanden: Das große Magdala-Gästehaus ist mittlerweile versetzt fertig gestellt worden, die Ausgrabungen und Forschungen werden im sogenannten Archäologischen Park weiterbetrieben und es wurde ein Institut gegründet, das Menschenwürde und Glaube zu vereinen sucht.

Das Atrium mit den Säulen

Heute steht am Ufer des Sees neben den Ausgrabungsstätten eine große Kirche namens Duc in Altum (nach Lk 5,4 „Fahre hinaus in die Tiefe“). Sie besteht aus verschiedenen, sehr bedeutungsvollen Räumlichkeiten. So gibt es das Atrium der Frauen, das getragen wird von acht Säulen. Sieben dieser Säulen erinnern an die sieben in den Evangelien namentlich genannten Frauen, die Jesus Christus nachgefolgt sind. Die achte Säule soll alle gläubigen Frauen weltweit repräsentieren.

Die Kapelle zur Bibelstelle Lk 8,2

Rund um das Atrium gibt es insgesamt vier kleinere Kapellen, die kunstvoll mit Mosaiken verziert sind, die je eine biblische Szene darstellen. In der „Maria Magdalena“-Kapelle wird eine Szene aus Lk 8,2 dargestellt, in der „Laufen auf dem Wasser“-Kapelle eine solche aus Mt 14,30f. Daneben gibt es noch die „Tochter des Jairus“-Kapelle, deren Mosaik Mk 5,41 wiedergibt, und die „Menschenfischer“-Kapelle mit einer Szene aus Mt 4,19.

Hinter diesen kunstvoll gestalteten Vorräumen findet sich die Bootskapelle, die das Herzstück der Kirche ist. Vor einer großen Glasfront, durch die der Besucher auf den See Genezareth sehen kann, steht ein Altar, der wie ein Fischerboot aus der Zeit Jesu gestaltet ist, aus dem ein Kreuz emporragt. Dieser Altar steht auf einem Boden aus Glas, durch den man den Hafen aus dem ersten Jahrhundert begutachten kann, der direkt darunter im Gewöbe der Kirche gelegen ist.

Die Kapelle zur Bibelstelle Mt 14,30f

In diesem Gewölbe findet sich ein weiterer Höhepunkt, den sich der Besucher auf keinen Fall entgehen lassen sollte: die Kapelle der Begegnung. Sie steht auf den Fundamenten eines kleinen Marktplatzes direkt am antiken Hafen. Die Kapelle bildet in ihrer Gestaltung die antike Synagoge Migdals wieder. Der Augenfänger ist jedoch das große Gemälde, das an einer der Wände angebracht ist und die Begegnung der blutflüssigen Frau mit Jesus Christus darstellt (Mk 5,25).

Bedeutend für Juden und Christen. Auch wenn die Forschungen zur antiken Hafenstadt Migdal noch weitergehen, ist der Fund, der 2009 im Grunde zufällig gemacht wurde, sehr bedeutend – für Juden und für Christen. Die Ausgrabungsstätte liefert bedeutende Erkenntnisse über die Beschaffenheit des Landes im ersten Jahrhundert, über die damalige Kultur und das religiöse Leben der Juden dieser Zeit. Allein durch den Magdala Stein, aber auch die Mosaike und Mikvaot und andere Funde wurden sogar neue Elemente aufgezeigt, die es noch in Gänze zu entschlüsseln und zuzuordnen gilt. Doch ist Migdal auch gerade wegen seines Untergangs bedeutsam, denn hier kämpften die jüdischen Aufständischen gegen die heidnischen Invasoren, und ließen ihr Leben, um das Land und das jüdische Volk zu verteidigen. Migdal bestätigt durch seine sensationellen Funde in spannender Art und Weise, was Autoren wie Flavius Josephus darüber schrieben, und kann so einen neuen Blick auf antike Geschichtsschreibung anregen.

Für Christen ist Migdal ganz ohne Frage bedeutend: Bringt man die archäologischen Einschätzungen und die Zeugnisse der Evangelien zusammen, wurde ein Ort gefunden, in dem Jesus vermutlich mehrmals aus- und einging, wo er heilte und berührte und ihm zahlreiche Menschen begegneten. Die Synagoge ist in diesem Bild eines der Gebetshäuser, in denen er lehrte und die Botschaft vom Reich Gottes verkündete.

Migdal ist ohne Frage ein sensationeller Fund und macht neugierig auf weitere Entdeckungen im Heiligen Land.

Die Kapelle im Gewölbe der Kirche, gestaltet in Anlehnung an die antike Synagoge am Marktplatz Migdals mit dem berühmten Gemälde zur Bibelstelle zur Begegnung der blutflüssigen Frau mit Jesus Christus

Der Interessierte findet zahlreiche interessante und spannende Fakten, Beschreibungen und Bilder auf der Homepage des Zentrums Magdala sowie den dazugehörigen Seiten:

https://www.magdala.org

https://www.magdalahotel.com

https://www.magdala.org/magdalena-institute/

 

[1] Für weitere Informationen besuchen Sie die Website unter https://www.notredamecenter.org.

[2] Vgl. https://web.archive.org/web/20180517053146/http://www.cbs.gov.il/ishuvim/reshimalefishem.pdf

[3] Beit Schean war eine der größten Römerstädte im antiken Israel. Für weitere Informationen über den Fund sehen Sie beispielsweise https://www.israelmagazin.de/historisches/bet-shean-national-park.

[4] Vgl. De Bello Judaico 2,573.596.

[5] Vgl. De Bello Judaico 3, 462-542.

 

Die Bilder stammen allesamt aus privatem Gebrauch.

 

Quellen im Internet:

Die Website der Ausgrabungsstätte unter https://www.magdala.org

I.M., Magdala, https://www.israelmagazin.de/israel-christlich/magdala (04.01.2020)

Sahm, Ulrich W., Magdala, die neue heilige Städte am See Genezareth, https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/wissenschaft/2014/04/22/magdala-die-neue-heilige-staette-am-see-genezareth/ (04.01.2020)

N.N., Die älteste Synagoge Galiläas in Magdala & Magdala-Stein, https://www.sterntours.de/israel-reisen/israel-reisemagazin/stadt-magdala (04.01.2020)

N.N., Migdal (Magdala), https://www.land-der-bibel.de/seegenezareth/migdal/migdal.htm (04.02.2020)

 

Schriftliche Quellen:

Der Flyer über die Ausgrabungsstätte von “Magdala – Crossroads of Jewish and Christian History”

Flavius Josephus, Der Jüdische Krieg und kleinere Schriften, hrg. Heinrich Clementz

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