Judenhass an der Universität Frankfurt
Seit Monaten schon jagt ein antisemitischer Eklat den nächsten. Und das genau hier, auf dem Boden, auf dem das größte Massaker an jüdischen Menschen in der Geschichte dieser Welt angerichtet und organisiert wurde: Hier in Deutschland, dem Land der Täter und dem, das 80 Jahre lang brav „Nie wieder!“ aufsagte – bis jetzt.

Das Bild zeigt das Hauptgebäude der Goethe-Universität in Frankfurt, in dem u.a. auch die Kultur- und Sprachwissenschaften untergebracht sind.
(Bild von Eva Kroecher, GFDL 1.2 <http://www.gnu.org/licenses/old-licenses/fdl-1.2.html> or FAL), via Wikimedia Commons)
Dieses Mal traf es die Goethe-Universität in Frankfurt. Am 15. September befand sich im Campus-Gebäude der Sprach- und Kulturwissenschaften eine israelische Gruppe von Akademikern. Sie kam von der Partneruniversität in Tel Aviv, mit dem die Goethe-Universität also akademische Kontakte und Austausch pflegt. Gegen 15.30 Uhr betraten ungefähr 15 Anhänger der Studentengruppe „Students4Palestine“ das Gebäude, riefen anti-israelische und antisemitische Parolen, verhielten sich aggressiv gegenüber Uni-Mitarbeitern, die sie von den Israelis fern halten wollten, und verschafften sich Zugang zu dem Stockwerk, in dem sich die Delegation aus Tel Aviv befand.
Da der Sicherheitsdienst der Uni für solche Fälle vorab gebrieft worden war, konnte er sogleich einschreiten, doch wurde auch die Polizei hinzugerufen, die die Aktivisten aus dem Gebäude brachte. Die Beamten blieben bis in den frühen Abend vor Ort, um Sicherheit zu gewährleisten.
Die aktivistische Gruppe „Students4Palestine“ hat schon mit diversen Aktionen an der Uni Frankfurt auf sich aufmerksam gemacht, so etwa durch sog. Palästina-Camps oder Flugblatt-Aktionen, bei denen die Leitung der Universität als Unterstützer eines vermeintlichen Genozids an den Palästinensern gebrandmarkt wurde. Gegen solche Diffamierungen wurde bereits Anzeige erhoben, doch werden, so Augenzeugen, die pro-palästinensischen Aktivisten immer aggressiver. So ist beispielsweise eine betroffene Professorin für einige Zeit der Universität Frankfurt ferngeblieben, da sie sich nicht sicher fühlte.

Das Bild zeigt die beiden Partievorsitzenden der Partei Die Linke: Ines Schwerdtner und Jan van Aken.
Doch Frankfurt war in diesen Tagen nicht der einzige Ort, der Schlagzeilen machte: Am Samstag, den 27. September fand in der Hauptstadt Deutschlands eine Kundgebung für Gaza und gegen das Vorgehen des Staates Israel statt. Von pro-palästinensischen Gruppen mit muslimischem und politisch linkem Hintergrund organisiert, stellte sie mit ihren ca. 60.000 Teilnehmern alles bisher Dagewesene in den Schatten. Die Veranstalter selbst gaben sogar eine Teilnehmerzahl von 100.000 Menschen an. Einer der Veranstalter war die Partei Die Linke, deren Vorsitzende Schwerdtner in einer Ansprache von einem Genozid Israels an den Palästinensern und einer Mitschuld Deutschlands durch eine Unterstützung Israels daran sprach. Es wurde ein Waffenstopp an Israel gefordert neben diversen Sanktionen Deutschlands und der EU gegen den jüdischen Staat. Alles in allem verlief diese Demonstration friedlich, es gab nur am Rande wenige Handgreiflichkeiten. Eine weitere kleine Demonstration von ca. 1.200 Menschen in Kreuzberg hingegeben wurde von der Polizei wegen verfassungswidriger Ausrufe und dem Zeigen terroristischer Symbole aufgelöst worden. Es soll nicht nur der Holocaust in Frage gestellt, sondern sogar der Tod des Bundeskanzlers gefordert worden sein.
Seit dem grausamen Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 sehen wir, wie sich auf den Straßen Deutschlands und vieler anderer westlicher Länder weitgehend ungehindert Israel- und Judenhass in einem ganz neuen Ausmaß bahnbricht. Die Zahl antisemitisch motivierter Straftaten erreichte im vergangenen Jahr 2024 mit 8.617 einen neuen Höchststand und stieg im Vergleich zum 2023 um fast 77% an.1Siehe https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/antisemitismus-2024-bericht-100.html (Stand 29.09.2025) Dies nur mit dem Vorgehen der israelischen Armee im Gaza-Streifen zu begründen, ist blind, denn es begann schon am Tag des Terrorangriffs selbst, als in Berlin und anderen deutschen Städten arabische Süßigkeiten verteilt wurden und das Ermorden von 1200 Israelis (darunter Muslime!) und die Entführung von 250 weiteren Menschen inhuman gefeiert wurde – von Israel- und Judenhassern aller Coleur. Der deutsche Staat hatte nun fast drei Jahre lang Zeit, etwas zu unternehmen, um dem Einhalt zu bieten. Stattdessen sehen wir eine Zunahme an Zahl, aber auch Aggressivität solcher Aktionen und Judenfeindlichkeit im Allgemeinen. Ist Deutschland, ist der Westen noch sicher für Juden?
Dieser Entwicklung hilflos zusehen müssend, schloss ein Autor der Jüdischen Allgemeinen mit einem Appell an die deutsche Gesellschaft: „Wenn die Politik ohnmächtig bleibt, ist die deutsche Gesellschaft gefragt. Steht auf – gegen Antisemitismus und gegen jede Form der Diskriminierung. Jetzt. Mehr denn je.“2https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/steht-auf-gegen-judenhass/ (Stand 27.09.2025)
- 1Siehe https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/antisemitismus-2024-bericht-100.html (Stand 29.09.2025)
- 2https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/steht-auf-gegen-judenhass/ (Stand 27.09.2025)
Quelle:
https://www.bild.de/regional/frankfurt/an-uni-frankfurt-israelhasser-verfolgen-juedische-wissenschaftler-68d0e9405d604c6d7adae316?t_ref=https%3A%2F%2Fm.bild.de%2Fregional%2Ffrankfurt%2Fan-uni-frankfurt-israelhasser-verfolgen-juedische-wissenschaftler-68d0e9405d604c6d7adae316 (Stand 27.09.2025)
https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/steht-auf-gegen-judenhass/(Stand 27.09.2025)
https://www.welt.de/politik/deutschland/article68d7fb5e88300c7476b99508/Gaza-Demonstration-in-Berlin-Polizei-spricht-von-mindestens-58-000-Teilnehmern.html (Stand 28.09.2025)
https://www.bild.de/regional/berlin/gaza-protest-in-berlin-50-000-menschen-auf-der-strasse-polizei-loest-islamisten-demo-auf-68d7eaa63204c86ca0ddb046 (Stand 28.09.2025)
https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/demo-gaza-protest-berlin-102.html (Stand 28.09.2025)
https://apollo-news.net/anti-israel-demonstranten-wollen-merz-hngen-sehen-polizei-lst-versammlung-auf/ (Stand 28.09.2025)
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/antisemitismus-2024-bericht-100.html (Stand 29.09.2025)
- 1Siehe https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/antisemitismus-2024-bericht-100.html (Stand 29.09.2025)
- 2https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/steht-auf-gegen-judenhass/ (Stand 27.09.2025)
Photo by Moslem Danesh on unsplash