EDI-Israelkonferenz 2025 | Der Messias Jesus: Hoffnung für Israel und die Welt

Am 29. Juni 2025 lud der EDI zur Israelkonferenz in die Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen ein. Unter dem Motto „Der Messias Jesus: Hoffnung für Israel und die Welt“ trafen sich über hundert Teilnehmende zu einem Tag voll Musik, Austausch und theologischer Impulse. Die Veranstaltung setzte ein klares Zeichen: Die Beziehung zwischen Kirche und Judentum bleibt ein zentrales theologisches Anliegen – insbesondere im Blick auf messianische Juden.

Der Evangeliumsdienst für Israel ist ein freies Werk innerhalb der evangelischen Landeskirche in Württemberg und Teil der evangelikalen Lausanner Bewegung. Seit über fünf Jahrzehnten engagiert er sich für einen glaubensfundierten und respektvollen Dialog zwischen Juden und Christen und unterstützt messianische Gemeinden in Deutschland und Israel.

Rund 17 Millionen Menschen weltweit bezeichnen sich als jüdisch – doch nur ein kleiner Teil davon, etwa 150.000, glaubt an Jesus als den prophezeiten Messias. Der Evangeliumsdienst für Israel (EDI) sieht darin einen Auftrag: Er möchte messianische Juden stärken, christlich-jüdische Beziehungen fördern und zugleich das Evangelium mit Respekt und Liebe dem jüdischen Volk bezeugen.

Konferenzinhalte
Eröffnet wurde der Konferenztag durch einen Gottesdienst mit Pfarrer Johannes Luithle, langjähriges Mitglied im EDI. In seiner Predigt betonte er die bleibende Erwählung Israels und widersprach entschieden der These einer „Ersatztheologie“, als habe die Kirche das Bundesvolk Israel ersetzt. Gott habe weder das Gesetz noch sein Volk verworfen. Die Erwählung Israels bleibe gültig und finde im Messias Jesus ihre prophetische Erfüllung – ohne dabei das Alte Testament zu relativieren. Das gemeinsame Singen messianischer Lobpreislieder auf Hebräisch und Deutsch, angeleitet durch den Gemeindeleiter einer messianischen Gemeinde in Koblenz und seiner Familie, unterstrich die gelebte Verbindung zwischen messianischem Judentum und christlicher Kirche.

 

Levi Schechtmann am Flügel

Konzetrpianist Levi Schechtmann am Flügel

Ein Schwerpunkt der Konferenz lag auf der Vermittlung messianisch-jüdischer Perspektiven. Anatoli Uschomirski, theologischer Referent des EDI und Gemeindeleiter in Hamburg, stellte gemeinsam mit zwei Mitgliedern alltägliches Gemeindeleben vor und berichtete von seinen Israel-Erfahrungen aus messianisch-jüdischer Perspektive. Ergänzt wurde dies durch den Beitrag des jungen Konzertpianisten Levi Schechtmann, ebenfalls Mitglied der Hamburger Gemeinde, der musikalischen Akzente setzte.

Seminare
Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden vier thematisch unterschiedlich ausgerichtete Seminare besuchen:
1.    Sara Sakhnini, welche mit ihrem Ehemann als Missionarin arbeitet, berichtete über die sozialdiakonische Arbeit ihrer messianischen Gemeinde in der Wüste Negev unter arabischen Beduinen
2.    Die theologische Referentin Bettina Hakius setzte sich biblisch-theologisch mit dem symbolträchtigen Berg Morija auseinander
3.    Wanja Karchevskyy, messianisch-jüdischer Gemeindeleiter in Bonn, bot ausgehend von Hebräer 7,25 ein Seminar über die priesterliche Mittlerschaft Jesu an
4.    Anatoli Uschomirski verglich jüdische und christliche Gottesbilder und stellte verschiedene Blickwinkel auf Gott dar

Beduinenmissionare Ehepaare Sakhnini

Ehepaar Sakhnini

Ergänzend informierte Sara Sakhnini über ihre Arbeit unter den Beduinen im Plenum. Dabei berichtete sie von den Herausforderungen, mit denen sie unter den Beduinen konfrontiert sind und dem Umgang mit regelmäßigen Rückschlägen. Sie betonte jedoch auch deutlich ihre Überzeugung aus Erfahrung: Gott ist treu und schenkt immer wieder Hoffnung und Versorgung. Mission ist jedoch für sie aber nicht nur etwas für wenige, die konkret berufen sind. Nach Matthäus 5 seien wir alle dazu aufgefordert, Licht zu sein und niemand sei dafür zu jung oder zu alt. Meistens würde das eigene Licht deutlich größeres bewirken, als das man selbst für möglich halten würde.

 

Eindrücke
Neben den Vorträgen war die Konferenz auch ein Ort der persönlichen Begegnung. An Büchertischen konnten Materialien zu Israel und dem Judentum erworben werden. Außerdem bestand die Möglichkeit, die Arbeit unter den Beduinen durch den Erwerb von handgenähten Taschen zu unterstützen oder mit den Referierenden auf sehr natürliche Art und Weise ins Gespräch zu kommen. Viele der Teilnehmenden sind dem EDI seit Jahren verbunden. Doch auch neue Gäste wurden herzlich Willkommen geheißen. Die Atmosphäre war offen, familiär und von gegenseitigem Respekt geprägt.

Hebräischer Segen für die Teilnehmer

Hebräischer Segen für die Teilnehmer

Trotz der angespannten Lage im Nahen Osten vermied die Konferenz politische Zuspitzungen. Die Beiträge blieben theologisch fundiert und vermittelten eine Perspektive, die die geistliche Verbundenheit mit dem jüdischen Volk ernst nimmt und einen verantwortungsvollen Umgang mit Israel in Gemeinde und Gesellschaft hervorhebt.

Auffällig war allerdings die Homogenität der Altersspanne bei den Teilnehmenden – die jüngere Generation war nur vereinzelt vertreten und wenige Neu-Israel-Interessierte.
Die Israelkonferenz 2025 des EDI verdeutlichte, wie wichtig eine fundierte, respektvolle und theologisch reflektierte Auseinandersetzung mit Israel, Judentum und dem Messiasglauben ist. Der EDI bringt dabei Christen und messianische Juden in den Dialog – nicht nur als missionsstrategisches Projekt, sondern als Ausdruck gelebter geistlicher Gemeinschaft und bleibender biblischer Verheißungen

Quellen:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1173885/umfrage/anzahl-der-juden-weltweit/

und https://remid.de/kurzinformation-religion/kurzinformation-religion-messianische-juden/

Stand 17.07.2025

 

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