‚Stars and Stripes‘ und Hakenkreuz – Zum Kurzfilm „A Night at the Garden“

„Heute vor 80 Jahren…“ So könnte man diesen Artikel beginnen, wie es auch immer wieder getan wird. Allerdings ist es gut, sich den Dingen einmal anders zu nähern. Der Filmemacher Marshall Curry hat genau das getan und ruft damit in Erinnerung, was am liebsten vergessen werden würde.

Knapp sieben Minuten Filmmaterial füllt der mehrfach prämierte Kurzfilm „A Night at the Garden“ von Curry. Er zeigt, was vielen Amerikanern und erst recht Europäern unvorstellbar ist: Am 20. Februar 1939 versammelten sich rund 20.000 Menschen in Madison Garden, New York, um nationalsozialistisches Gedankengut zu bejubeln und zu feiern.

Der Zusammenschnitt beunruhigt den Zuschauer von Anfang an. Unwohlsein macht sich breit und man fragt sich, was in den Sequenzen wohl vor sich geht. Klar wird die Thematik erst, als das eigentliche, unheimliche Szenario eingespielt wird. Eine kleine Parade beginnt. Menschen marschieren mit der amerikanischen Fahne auf, inmitten einer starren Menge, die einheitlich den Hitler-Gruß zeigt. Pauken werden geschlagen, ein Orchester spielt vor der Tribüne. Es folgen mehrere Reihen von Frauen in schwarzem Rock und weißer Bluse. Banner werden hochgehalten: „unser Ziel – ein einiges Deutschtum“. Dazwischen Hakenkreuzflaggen. Auf all das blickt von oben ein riesiges Bildnis von Gründervater George Washington herab. Man fragt sich immerzu, wie das alles zusammenpasst.

Die Freiheitsstatue

Die Musik verstummt und ein Mann tritt ans Rednerpult. Es ist Fritz Kuhn, zu dieser Zeit Leiter des „Amerikadeutschen Bundes“. Dem ratlosen Zuschauer begegnet ein Mann, der das New Yorker Publikum mit Witz und Charme zu fesseln weiß.

„We, with American ideals, demand that our government shall be returned to the American people who founded it. “ Ein paar lockere Sprüche, das Publikum lacht. Der Pledge of Allegiance als Treueschwur auf die amerikanische Flagge folgt Kuhns Zwei-Punkte-Plan, der immer wieder vom Jubel der Menge unterbrochen wird: Erstens, „a socially just white, Gentile ruled United States.“ Zweitens, „Gentile-controlled labor unions, free from jewish Moscow-directed domination.“

Die Parolen enden, als ein einzelner, offensichtlich aufgebrachter Mann nahe des Podiums von einem Mob uniformierter Männer ergriffen wird. Der Störer wehrt sich, ein Gerangel entsteht. Immer mehr Uniformierte kommen dazu, die sich alle auf den Einzelnen stürzen und ihn schließlich abführen. Man hatte ihm noch die Hosen runtergezogen. Der Vorgang zieht sich in die Länge. Die Menge feiert das. Was der Zuschauer nicht weiß: Es handelt sich bei dem Mann um Isadore Greenbaum, der wenig später vor Gericht erklärte, dass er gar nicht mit der Absicht zur Veranstaltung gekommen war, um für Aufruhr zu sorgen. Aber weil er das Leben Tausender jüdischer Menschen in Gefahr sah, konnte er nicht mehr still bleiben. Greenbaum hatte verstanden.

Nach diesem Zwischenfall spielt das Orchester, eine hohe Frauenstimme singt, so, als sei nichts gewesen. Es ist diese beklemmende Mischung der Sequenzen, die den Zuschauer auch lange nach dem Film nicht los lässt.

Curry ist der Erste, der Mitschnitte dieses Aufmarschs systematisch präsentiert. Seine Intention: Zu zeigen, dass die gleichen Menschen, die nach dem Angriff auf Pearl Harbour jegliche Nazi-Ideologie verdammten und ersticken wollten, zwei Jahre zuvor genau diese Philosophie bejubelt hatten. Was wäre gewesen, wenn…? Hätten die Dinge auch ganz anders laufen können? Der Filmemacher sagt dazu, frei übersetzt: „Wir glauben heute, dass es eine scharfe Linie zwischen den „Guten“ und den „Bösen“ gäbe. Ich aber glaube, dass in den meisten Menschen eine dunkle Seite steckt, die darauf wartet, von einem gemeinen und zugleich witzigen Demagogen angestachelt zu werden, der uns überzeugt, dass Anstand was für Schwache ist, Demokratie für Naive, und dass Respekt und Güte anderen gegenüber nur Formen von lächerlicher politischer Korrektheit sind.“ Currys Film zeigt, dass es keinen Grund gibt, sich in Sicherheit zu wiegen, nicht einmal vor sich selbst. A. Edler

Der Link zum Film: https://anightatthegarden.com/?fbclid=IwAR2fX2fUeRlAMmzQ9mmiahFQQkjqyoTPKpRJEmgHBr7iue2lnRUKcBTfDg0, zuletzt aufgerufen am 19.02.2019  

„Antisemitismus – keineswegs Schnee von gestern!“

Bemerkungen zu einer Filmdokumentation, die (bisher) nicht gezeigt werden soll

Am Dienstag, den 13. Juni 2017, stellte BILD.de für genau einen Tag den Dokumentarfilm „Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa“ online. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht entschieden, ob der Film überhaupt von einem der öffentlich-rechtlichen Sender Arte oder dem WDR gezeigt werden würde, obwohl diese die Produktion selbst in Auftrag gegeben hatten. Während man zu diesem Zeitpunkt beim WDR noch diskutierte, lehnte Arte die Doku klar ab. Grund dafür sei die Abweichung von journalistischen Standards und vom mit den Machern Joachim Schroeder und Sophie Hafner verabredeten Sendekonzept.

Alle, die am Dienstag keine Zeit hatten, können sich im Folgenden einen Eindruck verschaffen: Worüber wird gestritten, worüber wird berichtet? Claas Weinmann, BILD-Reporter, fasst die Antwort in einem Vorwort zusammen: über „Unsäglichkeiten“, über Belege für „ein antisemitisches Weltbild in weiten Teilen der Gesellschaft“.

Für 90 Minuten Filmlänge waren die Macher fast eineinhalb Jahre lang dort unterwegs, wo sich Antisemitismus leicht vermuten lässt, vor allem in Deutschland, Gaza und Frankreich. Schon zu Beginn der Doku macht der Kommentator klar, dass die eigene Meinungsbildung gefragt ist. Außerdem wird es provokant zugehen: „Sind die Juden schuld am Untergang der Titanic?!“ Am Ende des Films sollte der Zuschauer selbst in der Lage sein, reflektierte Antworten auf derlei Fragen zu geben.

Juni 2016, im europäischen Parlament in Brüssel. Der Präsident von Palästina, Mahmoud Abbas, kündigt ein Ende von Extremismus, Terrorismus und Gewalt auf der gesamten Welt an, wenn die Palästinenser zu ihrem Recht kommen. Als Abschluss seiner Rede formuliert er, wie nebenbei, dass kürzlich einige Rabbiner die Regierung in Jerusalem aufgefordert hätten, Wasser in seinem Land zu vergiften. Mit Tötungsabsicht. „Tolle Rede!“, meint darauf der derzeitige deutsche Kanzlerkandidat Martin Schulz bei Twitter. „Ritualmordlegende“, nennt es der Kommentator. Zwar hat Abbas seine Behauptung später als unbegründet zurückgenommen. Doch „sie bleibt in den Köpfen von Millionen Menschen“. Antisemitismus sitzt fest im kollektiven Gedächtnis, als Teil unserer Kultur, so die Filmemacher.

Was an dieser These dran ist, zeigen die Reporter dann anhand einiger Beispiele aus Deutschland. Ob auf dem Stuttgarter Kirchentag oder mitten in Berlin, ob politisch links oder rechts, überall finden sich engagierte Menschen, die sich zur Lage im Nahen Osten oder im eigenen Land äußern. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie Schlechtes zu berichten haben, nicht über Juden, sondern über Israel. Prof. Monika Schwarz-Friesel, Kognitionswissenschaftlerin, sieht hier ein nicht unerhebliches Problem: Niemand würde sich heute in unserem Land trauen, öffentlich gegen Juden zu polemisieren. Stattdessen wird der Terminus „Jude“ durch andere Begriffe ersetzt, zum Beispiel durch „Zionisten“ oder „die Israellobby“. Sind wir also auf dem Weg zu einem salonfähigen Antisemitismus? Die Hinweise in der Dokumentation verdeutlichen, dass das nicht ganz abwegig zu sein scheint.

Um das Phänomen besser einordnen zu können, wird ein geschichtlicher Abriss von der Entstehung der zionistischen Bewegung im ausgehenden 19. Jahrhundert über die britische Mandatszeit bis hin zur Gründung des israelitischen Staates gezeigt. Dass dabei eine ungewisse Zahl Araber vertrieben wurde, wird nicht geleugnet. Die, die blieben, sind heute israelische Staatsbürger.

Ein abrupter Sprung zurück in die Gegenwart: Der Film informiert nun über Non-Governmental Organizations (NGOs). Darunter sind Interessenverbände zu verstehen, die auf zivilgesellschaftlicher Basis agieren. „Brot für die Welt“ wird als Beispiel genannt. Dieser evangelische Entwicklungsdienst soll jüngst insgesamt 800.000 Euro an eine politische NGO überwiesen haben, die Israel „Apartheid und Nazi-Methoden“ vorwirft. Der Israel-Boykott, bei dem aufgefordert wird, keine israelischen Produkte mehr zu kaufen, soll ebenfalls von teils kirchlichen NGOs finanziell unterstützt werden. Die Belege dafür stammen aus den im Rahmen der Recherchen zugänglichen Quellen.

„Was passiert noch mit unseren Steuer- und Spendengeldern?“ – das mag sich so mancher Zuschauer gefragt haben. Die Antwort darauf wollen die Filmemacher in Gaza finden. Über die Hälfte aller dortigen Einwohner lebt im Flüchtlingsstatus – als „Faustpfand“ für ausländische Finanzhilfen, so der Kommentator. Denn seit 2005 ist hier die Hamas an der Macht. Sie wurde Ende der 80er Jahre von der Muslimbruderschaft gegründet. Eine Widerstandsbewegung, die die eigene Bevölkerung unterdrückt. Es finden sich Bewohner, die das Ende des Hamas-Regimes und eine Verbesserung ihrer eigenen sozialen und wirtschaftlichen Lage nur sehen, wenn alle Gelder von außen gestrichen würden – es handelt sich um Milliarden von Euro – denn dann würde das von der Hamas bewusst aufrechterhaltene Elend deutlich in Erscheinung treten. Die EU ist derzeit der größte Geldgeber. Und dennoch gibt es in Gaza nicht einmal genügend Klassenzimmer.

„Free Palestine!“, rufen Demonstranten in Deutschland und Frankreich. Auch in der Musikszene werden anti-israelische Töne laut. Zum Beweis füllen Ausschnitte aus aggressiv politisierter Rapmusik ganze zwei Minuten. Für Hafner und Schroeder ist klar, dass das Verherrlichung von Hass sei und zugleich die Umkehr von Täter und Opfer. Palästinensischer Terror wirkt wie Teil einer Widerstandsbewegung, die Schuld daran wird Israel zugeschoben. Dabei lassen sich in namhaften israelischen Krankenhäusern ausgerechnet Familienangehörige von Hamas-Größen behandeln.

Wieder in Europa, Frankreich. Die Anzahl der Attentate, gezielt gegen Juden, hat zugenommen.  Warum ist solche Gewalt etwas anderes als vor knapp 70 Jahren, beispielsweise in der Reichspogromnacht? Georges Bensoussan, Historiker, sagt, dass man Schwierigkeiten habe zu verstehen, „dass die Geschichte sich nicht wiederholt, dass sie das niemals tut.“ Deswegen trete Antisemitismus immer in anderen Formen auf. Immer mehr Juden verlassen das Land, auf der Suche nach Sicherheit und Frieden. Gehört doch die Freiheit, auch die der Religionszugehörigkeit, mit zu den Idealen der französischen Revolution und ihrer heutigen Republik. Und doch scheint gerade die Religionsfreiheit für Juden in Frankreich höchst fragil geworden zu sein.

Natürlich hat die Doku auch Mängel: Die teilweise ironischen Bemerkungen passen nicht recht zu dem ernsten Thema. Weiterhin sind die anfänglichen Aussagen, die die christliche Kultur als Mutter des Judenhasses präsentieren, fragwürdig und wenig hilfreich für den Dialog der beiden Religionen. Dass der Verräter Jesu ausgerechnet Judas hieß, „um die Juden für alle Zeit zu stigmatisieren“, ist theologisch einfach nicht richtig.

Im Gesamturteil ist die Produktion sicher nicht neutral, auch nicht objektiv. Denn: „Wie kann man einen Film über europäischen Antisemitismus machen, der nicht vom Verstand, von der Haltung und vom Herzen her projüdisch ist?”, so kommentiert Joachim Schroeder seinen eigenen Film. Er zeigt ein breites Spektrum an Informationen, die man woanders in dieser Zusammenstellung vergeblich suchen wird. Die Macher lassen Experten zu Wort kommen und scheuen sich nicht, „heiße Eisen“ anzupacken. So erschreckend manche Darstellungen sind, so wichtig ist es, sie der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Piratenausstrahlung dieser Antisemitismus-Dokumentation durch BILD.de hat weithin zu erstaunten Reaktionen geführt. Viele zeigten sich dankbar und hoch erfreut über den Mut der BILD. Doch ungefähr 24 Stunden später kamen schriftliche Reaktionen aus der Medienwelt dazu, die teilweise heftige verbale Gegenaktionen initiierten. Der Film sei „propagandistisch und manipulativ“ (ZEIT Online – ähnlich der Onlinedienst SPON oder die ARD, namentlich Anja Reschke). Das Gegenteil von dem, was der Film beschreibe, sei die Wahrheit. Solche Kommentare entsprechen allerdings genau dem unterschwellig vorhandenen Anti-Israelismus, den die Dokumentation kritisch aufzeigt. Sie lassen jeden objektiven Betrachter und Kenner des Konflikts irritiert zurück.

Mittlerweile wurde entschieden, die Dokumentation am kommenden Mittwoch, den 21. Juni 2017, um 22:15 im Ersten auszustrahlen. Anschließend soll es eine Diskussion geben. Siehe dazu: http://www.achgut.com/artikel/der_wdr_stellt_sein_versagen_zur_diskussion (aufgerufen am 17.06.2017).

Weitere Informationen, die kritisch gelesen werden müssen, findet man z.B. unter http://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/wdrarte-doku-die-endgueltige-kapitulation-vor-dem-antisemitismus/ (aufgerufen am 16.06.2017). Oder unter: http://www.spiegel.de/kultur/tv/umstrittene-antisemitismus-dokumentation-von-arte-und-wdr-mit-elan-ins-minenfeld-a-1152010.html, (aufgerufen am 14.06.2017), http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/zum-streit-um-die-doku-auserwaehlt-und-ausgegrenzt-der-hass-auf-juden-in-europa-15052712.html (aufgerufen am 14.06.2017) oder unter http://www.zeit.de/kultur/film/2017-06/antisemitismus-doku-joachim-schroeder-arte-wdr-vorwurf (aufgerufen am 15.06.2017).

(ae)

Das Institut für Israelogie hat für Sie wieder eine Auswahl von interessanten Filmen und Dokumentationen rund um Israel und das Judentum zusammengestellt, die wir als sehenswert erachten. Der April bietet Ihnen dieses Mal eine Vielfalt an Sendungen:

Von einer Dokumentation zur Geschichte der Synagogen in unserem Land über den Film eines palästinensichen Vaters, der das jüdische Mädchen besucht, welches nach dem Tod seines Sohnes durch einen israelischen Soldaten dessen Organe bekam bis zu einem Bericht darüber, wie die Kinder und Enkelkinder bekannter Nazigrößen wie Himmler und Göring mit der Vergangenheit Ihrer Vorfahren umgehen, ist vieles dabei.

Besonders möchten wir Sie auf die Dokumentation “24h Jerusalem” aufmerksam machen, die am 12. April 24 Stunden lang auf Arte und dem Bayrischen Rundfunk läuft – mehr Informationen und den Video-Trailer finden Sie unten.

  So, 6. April · 01:15-03:00 · BR Miral

Jerusalem, in den späten 80er-Jahren: Die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern und der Bombenterror prägen das Leben der jungen Miral, die in Ostjerusalem unter der Obhut ihres Vaters Jamal, eines gemäßigten Geistlichen, aufwächst. Nach dem Selbstmord ihrer Mutter Nadia muss Jamal seine Tochter schweren Herzens in ein Waisenhaus geben. Doch Miral hat Glück im Unglück, die Siebenjährige kommt in das renommierte Dar-Al-Tifl-Institut. Dessen Leiterin Hind Husseini eröffnet jungen Frauen nicht nur die Möglichkeit, eine gute Ausbildung zu erhalten, “Mama Hind” erzieht ihre palästinensischen Schützlinge auch zu Menschlichkeit und Pazifismus. Als die 16-jährige Miral sich jedoch in den PLO-Aktivisten Hani verliebt, gerät sie in ein Dilemma: Soll sie an dessen Seite den Weg des bewaffneten Kampfes einschlagen oder weiterhin nach “Mama Hinds” pazifistischen Idealen leben?

  Mo, 7. April · 20:15-21:00 · BR-alpha Spurensuche in Jerusalem

In Jerusalem leben Juden, Moslems und Christen auf engstem Raum nebeneinander. Für alle ist diese Stadt heilig. Durch die engen Gassen und die verborgenen Plätze der Altstadt begleitet das Filmteam drei Menschen: Pater Thomas Maier (vom Orden der “Weißen Väter”), die Rabbinerinnen-Studentin Lea Mühlstein (vom Hebrew Union College) und Prof. Salah Adameh (von der AlQuds Universität).Was bedeutet Jerusalem für die Menschen, die hier leben? Was ist für sie Frieden? Was macht das Besondere dieser ewigen Stadt aus? Diesen Fragen spürt das Filmteam nach und versucht die Menschen, die Jerusalem prägt, besser zu verstehen.

  Di, 8. April · 20:15-21:200 · BR-alpha Mein neues Leben in Jerusalem

Porträt der ins Judentum konvertierten Deutschen Elishewa, die in Jerusalem mit ihrem Mann, sieben Kindern und einer wachsenden Zahl von Enkelkindern seit 30 Jahren das abgeschottete, entbehrungsreiche und streng reglementierte Leben der ultraorthodoxen Juden führt. Elishewas Familie befolgt streng die Regeln der Thora, die durch zahllose detaillierte Gebote und Verbote den Alltags regeln. Kontakte zur säkularen Welt, Internet und Fernsehen sind unterbunden. Die Ultra-orthodoxen unterhalten eigene Medien, Bücher und ihr eigenes Bildungssystem. Der soziale Umgang schreibt weitgehende Geschlechtertrennung vor. Wie sich das auf den Alltag auswirkt und was Elishewa dazu bewegt hat, dieses Leben auf sich zu nehmen, macht diese Dokumentation deutlich.

  Di, 8. April · 22:45-00:20 · BR Das Herz von Jenin

Am 5. November 2005 wird der zwölfjährige Palästinenser Ahmed Khatib von israelischen Soldaten getötet. Sein Vater Ismael entschließt sich, die Organe seines Sohns israelischen Kindern zu spenden, die dringend eine Transplantation benötigen. Die Geste des Friedens sorgt für großes mediales Aufsehen. Zwei Jahre später begibt sich Ismael Khatib auf eine Reise durch Israel, um die Kinder zu besuchen, die durch die Organtransplantationen gerettet werden konnten. Drei Empfängerfamilien möchten anonym bleiben, doch drei Kinder kann er auf seiner Reise durch Israel treffen. Die Filmautoren begleiten ihn auf dieser Reise. In diesem mehrfach preisgekrönten Dokumentarfilm zeigen die Filmemacher, wie eine zutiefst menschliche Geste wahrhaftig Hoffnung stiften kann und dass es auf israelischer wie palästinensischer Seite trotz der jahrzehntelangen alltäglichen Gewalt Menschen gibt, die noch an Frieden glauben.

  Mi, 9. April · 19:00-19:45 · BR stationen.Dokumentation: Der Berg des Messias

In Glauben und Tradition aller drei Abrahamitischen Religionen spielt der Ölberg eine wichtige Rolle. Im Judentum wird vom Ölberg aus der Messias kommen, im Christentum kam er bereits von dort und in der islamischen Tradition ist der Ölberg der Platz, wohin die Kaaba, der schwarze Stein aus Mekka, zurückkehren wird, um sich mit dem Stein im Felsendom, von wo aus die Welt geschaffen wurde, vereinigen wird. Der Filmautor möchte das mystische Geheimnis des Ölbergs erzählen und zugleich zeigen, wie das Leben auf und um den Ölberg heute aussieht. Wie also Glaube und Wirklichkeit, Tradition und Realität miteinander verbunden sind und die Faszination dieses heiligen Ortes bis heute bestimmen.

  Do, 10. April · 17:00-17:30 · BR Das American Colony Hotel – Eine Oase in Jerusalem

Bis heute ist das American Colony Hotel in Jerusalem in Familienbesitz. Die neutrale Haltung der Besitzer im Nahost-Konflikt hat das Hotel bis heute zu einem beliebten und manchmal auch geheimen Treffpunkt für Palästinenser und Israelis gemacht. So begannen die Friedensgespräche, die 1993 zum Oslo-Vertrag führten, im American Colony. Doch daneben ist das Colony einfach “nur” ein wunderschönes, luxuriöses Hotel mit wunderbaren Mitarbeitern: Juden, Christen und Muslimen haben keinerlei Probleme miteinander, im Gegenteil – sie sind miteinander befreundet. Und für den Gast aus Amerika oder Europa ist das Hotel eine der schönsten Oasen des Nahen Ostens.

  Do, 10. April · 20:15-20:45 · BR-alpha Zum Pessachfest nach Jerusalem

Die 9-jährige Taja ist eines von wenigen jüdischen Kindern in der Kleinstadt Hermeskeil. Einmal in der Woche fährt sie mit ihrer Familie in die Synagoge nach Trier, wo sie in der Jugendgruppe auch andere jüdische Kinder treffen kann. Um mehr über die jüdische Kultur zu erfahren hat sie in den Osterferien etwas ganz Besonderes vor. Sie fährt mit ihrer Mutter nach Jerusalem. Taja wohnt dort für eine Woche in der Familie von religiösen Freunden ihrer Mutter. Schnell freundet sie sich mit deren 12-jähriger Tochter Jasmin an, die ihr die wichtigsten Regeln und hebräischen Gebete für das anstehende Pessachfest beibringt. Neben den religiösen Feierlichkeiten, die für Taja neu und aufregend sind, genießt sie die Ausflüge in die Altstadt, wo die Mädchen den Markt, die Stadtmauer und die berühmte Klagemauer erkunden. Die rund zweitausend Jahre alte Mauer ist für Juden in aller Welt das größte Heiligtum und für Taja der Höhepunkt ihrer Reise. Endlich kann sie den Auftrag ihrer jüdischen Freunde aus Trier erfüllen und ihre Wunschzettel in den Ritzen der Mauer verstauen. In den nächsten Tagen erfährt Taja viel Neues. Taja ist begeistert von Jerusalem und will auf jeden Fall wiederkommen, spätestens zu ihrem 12. Geburtstag, für jüdische Mädchen ein besonderer Tag, den sie unbedingt in der Nähe der Klagemauer feiern möchte.

  Fr, 11. April · 17:00-17:30 · BR Appetit auf Jerusalem

Koch Fritz Häring reist nach Jerusalem, um als urbayerischer Beobachter die Geheimnisse der orientalischen Küche in den verwinkelten Gassen der Altstadt zu erkunden. Dort wird er mit Menschen verschiedener Esskulturen zusammentreffen, über den politischen und nachbarschaftlichen Alltag sprechen und auf seiner kulinarischen Tour auch die großen Denkmäler und religiösen Symbolbauten besuchen. Er wird von einem Benediktinermönch empfangen und in eine Klosterküche im Untergrund entführt…

  Sa, 12. April · ab 6:00 · arte/BR 24h Jerusalem

“24h Jerusalem” ist das dokumentarische Porträt einer geteilten Stadt. Unter der Projektregie von Volker Heise haben 70 Filmteams einen Tag lang 90 Bewohner Jerusalems in ihrem Alltag begleitet – Menschen jeden Alters, jeder Couleur und verschiedener Religionen. “24h Jerusalem” erzählt einen Tag im Leben in dieser einzigartigen Stadt. Ein Leben zwischen Alltag und Ausnahmezustand. Mehr Informationen zu diesem besonderen TV-Projekt, das das Bayerische Fernsehen und ARTE am 12. April nonstop 24 Stunden lang senden, finden Sie beim Israelnetz: http://www.israelnetz.com/kultur/detailansicht/aktuell/tv-projekt-24-stunden-blick-auf-jerusalem-1/#.Uz0WW4X8o7D. Zur dazugehörigen Website geht es hier: http://www.24hjerusalem.tv/de

  Sa, 12. April · 15:00-16:00 · Phoenix Auf das Leben! – Jüdisch in Deutschland

“La’Chaim!” – ist ein beliebter jüdischer Trinkspruch, der soviel heißt wie “Auf das Leben!” In ihm steckt vieles: etwas Bejahendes, Fröhliches und gleichzeitig etwas Melancholie. Er beinhaltet vielleicht auch ein “so ist es, machen wir das Beste daraus”. “Auf das Leben!” heißt auch die Dokumentation von Gesine Enwaldt, die zeigt, wie das jüdische Leben in den deutschen Städten zunehmend präsent und vielfältig ist. Sie stellte sich die Frage, ob es in Deutschland jemals wieder “normales” jüdisches Leben geben kann, und ging dieser Frage in Hannover nach. So zeigt Enwaldts Film das Alltagsleben von Hannoveraner Juden, die unterschiedlicher nicht sein können…

  Sa, 12. April · 16:00-16:45 · Phoenix Synagogen – Monumente gegen das Vergessen

Dieser Film erzählt in eindrucksvollen Bildern und cineastischen Inszenierungen die Geschichte der Synagogen, aber auch der jüdischen Gemeinden in unserem Land. Von den mittelalterlichen Pestpogromen bis zur Reichspogromnacht, dem Terrorakt nationalsozialistischer Willkür. Bewegende Augenzeugenberichte erinnern an die Tage vor 75 Jahren, die zu den dunkelsten in der Geschichte unseres Landes gehören. Bis dahin hatten Synagogen das Bild der großen deutschen Städte geprägt und waren – nach mehr als 1500 Jahren der Verfolgung und Diffamierung – Ausdruck des wachsenden Selbstbewusstseins der jüdischen Gemeinden aber auch des toleranten Miteinanders zwischen Juden und Christen gewesens.

  So, 13. April · 00:00-03:00 · Phoenix THEMA: Jüdisches Leben in Deutschland

Das jüdische Leben und seine Kultur sind lange in Deutschland verwurzelt. Fast 70 Jahre nach dem Holocaust stehen die Beschneidungsdebatte und ein Überfall auf einen Rabbiner in Berlin im Sommer diesen Jahres in der öffentlichen Debatte. Doch wie sieht der Alltag von jüdischen Menschen in Deutschland aus? Welche Traditionen haben sie, wie geht die junge Generation damit um? Wie steht es um den Antisemitismus, mit welchen Anfeindungen sind Juden täglich konfrontiert? Wie sehen das Familienleben und die Aktivitäten in und um die jüdische Gemeinde aus? Diese Fragen will Reporter Marlon Herrmann während einer kulturellen Spurensuche durch das jüdische Berlin beantworten.

  So, 13. April · 06:45-07:30 · 3sat Himmlische Lust und koscherer Sex

Im Judentum ist ein erfülltes Liebesleben ein Gebot – allerdings nur innerhalb der Ehe. Sexualität dient nicht nur der Fortpflanzung, sondern auch dem Vergnügen. Die Frau hat, ebenso wie der Mann, ein Recht darauf. Das hat natürlich Auswirkungen auf die gesamte jüdische Kultur, auch auf die säkularisierte. Jüdische Frauen sind der Mittelpunkt ihrer Familien und haben ein prononciertes Selbstwertgefühl. Diese Dokumentation aus der Reihe “Kreuz & Quer” beschäftigt sich mit diesen und anderen grundlegenden Haltungen der Juden zu Liebe und Sexualität: mit der Rolle der Sexualität in der Thora, mit den die Sexualität betreffenden Verboten und Geboten, mit der Funktion sexueller Abstinenz während der Menstruation sowie den Bräuchen rund um Eheschließung und Hochzeit.

  So, 13. April · 15:30-16:00 · NDR 7 Tage… unter Juden

Datteln, Zimt und Kiddusch-Wein kommen zusammen in eine Küchenmaschine. Es duftet nach einer fremden Welt in der jüdischen Gemeinde zu Oldenburg. “Jede Zutat, jedes Gericht hat hier eine Bedeutung”, erzählt Oshra Levi. Sie kocht für die Pessach-Feiertage. Oshra kommt aus Israel und hat die jüdischen Rezepte von ihrer Mutter erlernt. In ihrer Heimat hat sie als Kind in der Schule auch das erste Mal von Konzentrationslagern in Deutschland gehört. “Für viele Leute ist das immer noch das Land, in dem ein Massenmord stattgefunden hat”, sagt sie. Trotzdem ist Oshra mit 20 nach Deutschland gekommen und geblieben.In sieben Tagen erfahren Nikolas Müller und Benjamin Arcioli, wie die 3.000 Jahre alte jüdische Geschichte bis heute als Tradition gelebt wird. Sie wollen wissen, wie es sich in der jüdischen Gemeinde zu Oldenburg lebt. Und: Welches Bild haben die Oldenburger Juden von Deutschland, ihrem Zuhause? Der Film zeigt hebräischen Gesang, koscheres Essen und Gespräche über den Juden namens Jesus.

  So, 13. April · 16:50-17:33 · arte Metropolis

Die israelische Mittelmeermetropole Haifa ist die drittgrößte Stadt Israels, eine produktive Hafenmetrople ganz im Norden des Landes und unweit zur libanesischen und syrischen Grenze gelegen, das Tor zur arabischen Welt. “Bergstadt am Meer” wird die ehemalige Residenz arabischer Beduinen genannt, weil sie in drei Ebenen vom Mittelmeer hinauf zum Berg Karmel angelegt ist. In Tel Aviv, der mondänen Party- und Kreativmetropole, so heißt es in Israel, wird getanzt, in Jerusalem gebetet und in Haifa gearbeitet – und das sogar am Sabbat. Abgesehen davon, dass Haifa eine der fleißigsten Städte des Landes ist, zählt sie aufgrund ihrer Lage und der Mischung aus Moderne und Antike, Kirchen und Moscheen auch zu den schönsten Städten des gesamten Mittelmeerraums und hat eine ebenso bewegte wie bewegende Stadtgeschichte, die auch von Flucht und Vertreibung der arabischen Bevölkerung und jüdischer Einwanderung erzählt. Heute gilt Haifa als Symbol der Völkerverständigung und religiösen Toleranz, auch weil hier die Anhänger der Bahai ihr Weltzentrum errichtet haben. Eine heterogene, spannende Stadt.

  Mo, 14. April · 01:30-02:45 · HR Meine Familie, die Nazis und ich

Heinrich Himmler, Hermann Göring, Amon Göth – diese Namen erinnern ewig an die menschenverachtenden Verbrechen der Nazizeit. Eine Last, die ihre Nachfahren noch heute tragen. Wie leben die Kinder und Enkelkinder von Hitlers engsten Vertrauten heute mit ihrem Erbe? In der Dokumentation beginnen Kinder und Enkel der NS-Täter eine Aufarbeitung auf ganz persönlicher Ebene. So verschieden wie die Protagonisten des Films, so unterschiedlich sind auch die Wege, die sie gefunden haben, um mit ihrem schweren Familienerbe umzugehen. Vor der Kamera des israelischen Filmemachers öffnen sie sich und erzählen ihre persönliche Familiengeschichte.

  Mo, 14. April · 20:15-21:00 · BR Generation Kriegsenkel: War Opa ein Nazi?

Oft stellen Enkel sich die Frage nach der Vergangenheit ihrer Großeltern während des Nationalsozialismus’ – und was diese Vergangenheit für ihre eigene Identität bedeutet, erst, wenn sie erwachsen sind. Und das kann heißen, dass die Großeltern schon nicht mehr am Leben sind und nicht mehr antworten können. Und häufig sind die eigenen Eltern auf der Suche nach der Wahrheit keine große Hilfe, stießen die “Kriegskinder” doch ihrerseits bereits auf Lügen, Abwehr, Ausreden und vor allem: Schweigen. “Das war halt damals so” – damit will sich die dritte Generation immer weniger abfinden, beginnt mit Recherchen und wühlt in Archiven – und kann auf furchtbare Tatsachen stoßen…

(jp)

 
Quellen:
http://www.hagalil.com/archiv/2014/03/31/fernsehtipps-105/
http://www.israelnetz.com/kultur/detailansicht/aktuell/tv-projekt-24-stunden-blick-auf-jerusalem-1/#.Uz0WW4X8o7D

Hier finden Sie einige ausgewählte Fernsehtipps für die nächsten zwei Wochen – Dokumenationen sowie kurze Clips, die sich mit Themen rund um Israel, das Judentum und die deutsch-jüdische Geschichte auseinandersetzen.

Weitere Empfehlungen mit ausführlichen Beschreibungen gibt es hier.

  Gott bewahre! Die Welt der ultraorthodoxen Juden in Israel Mo, 9.12., 1h30-3h, HR

Dieser Dokumentarfilm besucht das ultraorthodoxe Viertel Me’a She’arim in Jerusalem und gewährt Einblicke in die sonst der Öffentlichkeit nicht zugängliche Welt der Haredim. Er zeigt deren alltäglichen Kampf um ihre Identität, aber auch, dass das ultraorthodoxe Milieu keine triste Welt der Rituale ist, sondern dass dort auch Heiterkeit, Komik und sogar Pragmatismus ihren Platz haben.

  Äthiopien – Aufbruch ins Gelobte Land Mo, 9.12., 18h20-19h09, arte

In den letzten 30 Jahren wanderten etwa 100.000 Juden aus Äthiopien nach Israel aus. Misgano ist einer von ihnen und diese Dokumentation begleitet ihn und seine Familie im letzten Jahr vor ihrer Ausreise, zeigt das Leben der jüdischen Gemeinschaft in Äthiopien, aber auch die Herausforderungen, mit denen die schwarzen Einwanderer im gelobten Land konfrontiert sind.

  Das Jerusalem-Syndrom Mi, 11.12., 20h15-21h45, ARD

Beim Jerusalem-Syndrom handelt es sich um eine akute mentale Störung, die religiöse Menschen ergreifen kann, wenn sie ins Heilige Land, und dort vor allem nach Jerusalem, reisen. In der spirituell außergewöhnlichen Atmosphäre der Stadt, nahe bei den heiligen Stätten ihrer Religion, kann es vorkommen, dass Touristen sich für biblische Figuren halten. Diese Erkrankung trifft bis zu hundert Personen pro Jahr. Behandelt werden sie vor allem in der Jerusalemer Klinik Kfar Shaul Mental Health Center.

  Hitlers Kinder Sa, 14.12., 20h15-21h, PHOENIX

In der “Hitlerjugend” und im “Bund Deutscher Mädel”, den vom NS-Regime gelenkten Massenorganisationen für Jugendliche im Dritten Reich, passierte die ideologische Prägung des deutschen Volkes im Sinne der NSDAP. Diese Dokumentation zeichnet das Schicksal von Jugendlichen  im NS-Staat nach, vom begeisterten “Hitlerjungen” über den Ausgegrenzten zum Gegner des totalitären Regimes.

  Mädchen für Hitler – BDM Sa, 14.12., 21h-21h45, PHOENIX

Im “Bund Deutscher Mädel” (BDM) wurden Mädchen zwischen 10 und 21 Jahren im Geiste des Nationalsozialismus erzogen. In diesem Dokumentarfilm erinnern sich Frauen an ihre Zeit und ihre Aktivitäten innerhalb dieser staatlichen Organisation.  erinnern sich Frauen an die Aktivitäten innerhalb ihrer BDM-Fachschaft.

(jp)

Diese Woche jährt sich am 9. November die Reichspogromnacht zum 75. Mal und zu dieser Gelegenheit versuchte sich die ARD-Dokumentation „Antisemitismus heute – wie judenfeindlich ist Deutschland?“ vom 28. Oktober an einer Bestandsaufnahme: Um herauszufinden, wie es im heutigen Deutschland um die Judenfeindlichkeit bestellt ist, begaben sich die drei Autoren Jo Goll, Ahmad Mansour und Kirsten Esch anhand von drei Fragen auf eine Reise durch die Bundesrepublik:

Wie offen zeigt das rechtsnationale Lager in Deutschland seine Meinung? Was denken Muslime über Juden? Wie steht es um den Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft?

Hier geht es zum Video: http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/antisemitismus-heute-wie-judenfeindlich-ist-deutschland?documentId=17842046

Auch wenn in 45 Minuten kein vollständiger Rundumschlag gelingen kann und nicht alle Umfragen repräsentativer Natur waren, gelingt ihnen mit dieser Dokumentation doch ein interessanter Einblick in die Hintergründe, Motivationen und Ausprägungen von judenfeindlichen Gesinnungen in diesen drei so unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft, die zwar allesamt nichts miteinander zu tun haben wollen, sich aber in diesem Punkt doch ähnlicher sind als ihnen lieb ist.

Der TV-Journalist und Experte für Rechtsextremismus Jo Goll nimmt im ersten Drittel der Sendung das rechte Milieu unter die Lupe. Bei einem Fest der Nationalen wird der Kontakt zwischen Teilnehmern und Presse untersagt und sind eintätowierte Nazi-Symbole abgeklebt. Es ist Wachsamkeit geboten. So gibt sich auch Udo Pastörs, der bereits wegen Volksverhetzung angeklagte stellvertretende Bundesvorsitzende der NPD, im Interview zwar ungehalten und reizbar, aber vorsichtig. So sei beispielsweise seine Darstellung Deutschlands als „Judenrepublik“ lediglich Kritik am Kapitalismus und der Begriff „Jude“ werde dafür verwendet, weil die Nähe des Judentums zum Geld historisch belegt sei. Selbst der offensichtlicht judenfeindliche Pastörs möchte nicht des Antisemitismus bezichtigt werden – obwohl dieser noch kein Strafbestand an sich wäre, sondern erst der Aufruf zum Rassenhass, die Verwendung von Nazi-Symbolen und die Leugnung des Holocaust.

Goll stellt bei seinem Rundgang durch das rechtsradikale Lager fest, dass man hier die Grenze zur Gesetzeswidrigkeit ganz genau kennt. Ein NPD-Aussteiger spricht von „legaler antisemitischer Propaganda“ in der Musikszene, über die viele ihren Weg in rechte Gruppierungen finden. Daneben finden sich auch Worte, wie sie klarer nicht sein könnten, so ein Lied der Band „Landser“ über den Mord an einem jüdischen Mädchen, das zwar verboten, aber weiterhin im Internet zugänglich ist. Über den Sänger besagter Band, ein NPD-Mitglied, der nach seiner Verurteilung nun als Teil der „Lunikoff Verschwörung“ durch die Republik tourt, lande so mancher militanter Neonazi bei der NPD. Jörg, Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamtes, spricht von zwei bis drei rechten Gewalttaten, die täglich in unserem Land verübt werden.

Direkt davon betroffen ist der jüdische Restaurantbesitzer in Chemnitz, der im Gespräch von bis zu 20 Hassanrufen pro Woche erzählt und wie einmal ein Schweinskopf vor seiner Tür lag. Die jüdische Gemeinde in Dessau berichtet von der Angst, mit Kippa auf die Straße zu gehen. Sie hatten aufgrund antisemitischer Anfeindungen ihre Heimat verlassen und müssen nun stets für Bedrohungen und Angriffen gewappnet sein.

Vom Antisemitismus der Rechtsradikalen wendet sich die ARD-Doku dem der Muslime zu, und zeichnet auch hier ein düsteres Bild, indem sie die Stimme von so manchem gemäßigten Muslim außen vor lässt. Ahmad Mansour beobachtet den Al-Quds-Tag in Berlin: Er sieht u.a. Bilder von Günter Grass als Hommage an dessen Gedicht „Was gesagt werden muss“, Hisbolla-Fahnen und Schilder, die zum Boykott israelischer Waren aufrufen. Der Journalist fragt den Pressesprecher der Berliner Polizei, wo Meinungsfreiheit endet und der Aufruf zum Rassenhass beginnt und erfährt, dass es zwar strafbar ist, Israel als Mörderstaat zu bezeichnen, die erschallenden „Kindermörder Israel“-Rufe sich aber noch im legalen Rahmen bewegen…

Bedenkt man, dass laut der Antisemitismus-Definition der EU die Anwendung von mit traditionellem Antisemitismus in Verbindung stehenden Bildern und Symbole auf Israel oder Israelis gehört (http://www.hagalil.com/archiv/2013/06/23/israelkritik-oder-antisemitismus/#), dann ist die Judenfeindlichkeit in den hier gezeigten muslimischen Kreisen unübersehbar: Juden sind Kindermörde, denen es nur um Land und Geld geht. Auch die These von der jüdischen Weltverschwörung ist allgegenwärtig und allein daran erkennbar, dass stets von „Zionisten“ die Rede ist, wenn alle Juden gemeint sind.

Laut Ahmad Mansour ist der Antisemitismus und das damit einhergehende Schwarz-Weiß-Denken in islamischen Kreisen ein großes Problem. Er selbst hat mit seiner islamistischen Vergangenheit lange abgeschlossen, beobachtet aber, dass Kindern schon von früh an Judenhass gepredigt wird – verstärkt durch arabische Fernsehsender, die weltweit bis in deutsche Wohnzimmer hinein antisemitische Parolen verbreiten.

Wir erfahren, dass es in der deutschen Hauptstadt, heute das beliebteste Reiseziel junger Israelis, Stadtteile gibt, in denen sich Juden lieber nicht als solche zu erkennen geben sollten. Dabei ist der in die Medien geratene brutale Angriff auf den Rabbiner Daniel Alter aus Schöneberg kein Einzelfall. Doch es gibt auch eine andere Seite: Im Rahmen des von Mansour vorgestellten Projekts „Heroes“ setzen sich muslimische Jugendliche u.a. gegen Gewalt, Antisemitismus und einseitige Darstellungen des Nahostkonflikts ein und brechen damit mit der Tradition der Väter und dem überall herrschenden Gruppenzwang.

In der 45-minütigen Dokumentation bleibt dieses positive Beispiel allerdings eine Ausnahme. Für Mansour ist es deshalb an der Zeit, dass die muslimischen Verbände in Deutschland beginnen, die Judenfeindlichkeit in den eigenen Reihen genauso vehement zu bekämpfen wie sie es mit der gegen sie gerichteten Islamfeindlichkeit tun.

Zuletzt beschäftigt sich Dokumentarfilmerin Kirsten Esch mit dem wohl frappierendsten, weil subtileren Phänomen: dem Antisemitismus der Mitte der Gesellschaft. Sie trifft die Berliner Linguistik-Professorin Schwarz-Friesel, die über 100.000 Emails und andere Texte aus dem Internet untersucht hat, welche antijüdische Klischees und Parolen enthalten, und die zu dem Ergebnis kommt, dass deren Autoren nur selten die Extremisten sind, von denen man solche Aussagen erwartet. Viele von ihnen sind gebildete Akademiker, die sich als „Moralprediger“ verstehen und im Stil von Günter Grass endlich mal sagen wollen, was Sache ist. Zu ihrer Botschaft gehört zum Beispiel das Klischee von den durch Juden beherrschten Medien. So sagen inzwischen laut einer Umfrage 16,5 % der Deutschen, dass die Juden in unserem Land zuviel Einfluss hätten – was bei 0,2 % hierzulande lebenden Juden allerdings schwer vorstellbar ist…

Konfliktforscher bestätigen, dass jeder vierte Deutsche Antipathie gegenüber jüdischen Menschen hegt und dass das, was heute als verpönt gilt, noch lange nicht verschwunden ist. Der Bielefelder Professor Andreas Zick warnt vor einem latenten Antisemitismus, der „immer Wegbereiter vom Wort zur Tat“ ist.

Dahinein spielt auch, spätestens seit Günter Grass, die Frage der Grenze zwischen legitimer Israelkritik und Antisemitismus. Laut Professor Zick definiert sich eine antisemitische Kritik an Israel über die von ihr benutzten Stereotype. Dies sei in „Was gesagt werden muss“ sowie in den darauffolgenden Worten Jakob Augsteins – beide lehnten übrigens ein Interview mit den Reportern ab – der Fall: Der Jude als Kriegstreiber, Gaza als einem KZ ähnlichen Gefängnis, auch die Idee der jüdischen Weltverschwörung ist angedeutet. Solche Formulierungen könnten viele Linke mit gutem Gewissen unterschreiben, so Henryk Broder, weil sie sich als Weltverbesserer betrachteten und die Nähe zur deutschen Vergangenheit nicht sehen (wollen).

Auch die Thematik des Boykotts israelischer Waren, der inzwischen in sämtlichen politischen Lagern Zulauf findet, sowie seine Nähe zum nationasozialischen Boykott jüdischer Geschäfte, wird in der ARD-Dokumenation behandelt: So erfahren wir, dass die Grünen denselben Antrag auf Kennzeichnung der Produkte aus den Siedlungen wie zuvor Udo Pastörs von der NPD stellten. Der Verbraucher solle selbst entscheiden können, was er kaufe und wen er mit seinem Kaufverhalten unterstütze. Wird hier Antisemitismus als Verbraucherschutz getarnt?!

Zurecht betont Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden, dass hier ein doppelter Standard angelegt wird, schließlich würden bei 1,3 Milliarden Chinesen endlos Produkte „made in China“ gekauft, ohne dass der Tibetkonflikt berücksichtigt werde. Wenn aber an die 7 Millionen Juden andere Maßstäbe als an den Rest der Welt, der so viele Beispiele für viel größeres Unrecht als das von Israelis verübte bieten würde, angelegt werden, ist das Antisemitismus. In einer Umfrage lassen 40,5 % verlauten, dass Israel die Palästinenser behandelt wie die Nazis die Juden behandelt haben – was neben der Judenfeindlichkeit vor allem von grober Ignoranz und einer frappierenden Einseitigkeit zeugt. So bleibt die Israelkritik, bei aller Berechtigung, die sie hat, leider eine moderne Möglichkeit, antisemitisches Gedankengut zum Ausdruck zu bringen.

Professor Andreas Zick fasst zusammen, dass die Mehrheit der Deutschen zwar davon ausgeht, der Holocaust werde sich niemals wiederholen können, aber dennoch fordert, dass ein Schlussstrich gezogen werden müsse. Vielen erscheint der Gedanke anscheinend fremd, die Erinnerung aufrechtzuerhalten – selbst wenn diese stets mit einer kollektiven Scham verbunden sein sollte -, um aus der Vergangenheit zu lernen. Dies scheint aber u.a. angesichts der Tatsache, dass 65 Jahre nach der Reichspogromnacht kaum eine deutsche Synagoge ohne Polizeischutz auskommt, dringender als je zuvor.

Die Dokumentation schließt mit einem erschreckenden Fazit: „Es gibt mehr Antisemitismus als wir dachten.“ Der der Rechten war bekannt, der der Linken sowie der muslimische tritt immer mehr zum Vorschein – aber der Antisemitismus der Mitte wurde bisher übersehen. Ein höherer Bildungsgrad schütze nicht vor Judenfeindlichkeit.

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Quellen:

http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/hr/28102013-die-story-im-ersten-antisemitismus-heute-100.html  

Hier finden Sie für den verbleibenden Monat September einige Fernsehtipps rund um Israel das Judentum. Weitere Empfehlungen inklusive ausführlicher Beschreibungen gibt es hier.

Planet Wissen: Von Beruf Nahost-Reporter – Das riskante Leben des Jörg Armbruster Do, 26.9., 21h45-22h45, BR-Alpha

Dokumentation über den ARD-Korrespondenten Jörg Armbruster, der im März 2013 bei einem Hinterhalt in Syrien lebensgefährlich verletzt wurde. Er und sein Kollege Martin Durm erklären, was sie als Journalisten in Krisengebieten antreibt, wie sie ausgebildet werden und warum der Nahe Osten einen nie mehr loslässt.

Rätsel um Ashkelon – Jahrhundertfund in Israel So, 29.9., 4h30-5h15, Phoenix

Der Dokumentarfilm begleitet ein Archäologenteam zur historisch einzigartigen Ausgrabungsstätte beim heutigen Ashkelon, der einstigen Metropole, die beinahe in Vergessenheit geraten war. Innovative Computeranimationen und anschaulich vermittelte Wissenschaft bringen die historischen Zeugnisse einer bewegten Vergangenheit ans Licht, die Jahrhunderte unter der Erde des “Heiligen Landes” schlummerten.

Das etwas andere New York Mo, 30.9., 5h00-5h25, 3sat

Einige Teile von Williamsburg, einem Stadtteil des New Yorker Stadtbezirks Brooklyn, sind überwiegend von orthodoxen, vor allem chassidischen Juden bewohnt. Wie deren Lebensgewohnheiten und die der jungen aus Künstlern und Banker bestehenden Avantgarde des Viertels aufeinanderprallen, zeigt diese Dokumenation.

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Heute möchten wir Ihnen für den Monat Mai eine kleine Auswahl  sehenswerter Dokumentationen und Filme zu den verschiedensten Themen rund um’s Judentum präsentieren.

Ausführliche Informationen zu den einzelnen Sendungen finden Sie auf der Homepage von HaGalil, auf welcher übrigens 14-tägige Fernsehtipps rund um Israel und das Judentum veröffentlicht werden.

Bei den in der Vergangenheit liegenden Sendeterminen finden Sie einen Link zu einer online abrufbaren Version der Sendung.

  Gräber für die Ewigkeit – Jüdische Bestattungsrituale So, 5. Mai, 11h45-12h, 3sat

Wie begraben die Juden ihre Toten? Wieso wollen strenggläubige Juden am Ölberg begraben werden und was kostet dort eine Grabstelle? Welcher Glaube steckt hinter welchem Ritual?

(Link: http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1&mode=play&obj=35807)

  Soldatinnen Gottes – Die Frauen der Hamas Mo, 6. Mai, 1h20-2h30, HR

Die palästinensische Regisseurin Suha Arraf begleitet vier Anhängerinnen der Hamas in ihrem Alltag und stellt dar, was das Leben dieser Frauen ausmacht, die zu den mächtigsten im Gazastreifen zählen.

(Link zum 1. Teil: http://www.youtube.com/watch?v=aYMG92m2_Fw. Tipp: Gibt man “Soldatinnen Gottes” im Youtube-Suchfeld ein, erscheinen die acht Teile untereinander.)

  Das Geheimnis der Zugvögel Do, 9. Mai, 12h40-13h30, RBB

Jedes Jahr im Frühling durchqueren Millionen Zugvögel das israelische Gebiet auf ihrem Weg in den Norden. Ihr erster Rastplatz nach einem langen Non-Stop-Flug über die Wüsten Afrikas liegt in Südisrael. Diese Reportage folgt den Vögeln auf ihrer Reise und erläutert interessante Hintergründe.

(Link: http://mediathek.rbb-online.de/rbb-fernsehen/dokumentation-und-reportage/das-geheimnis-der-zugvoegel?documentId=14036230)

  Eine Oase in Jerusalem – Das American Colony Hotel Do, 9. Mai, 12h45-13h15, 3sat

Hier steigen sie ab, die Journalisten, Politiker und Filmstars, die Jerusalem besuchen, aber ungestört bleiben wollen: Im American Colony Hotel im Osten der Stadt. Die neutrale Haltung seiner Besitzer macht das Luxushotel zudem zu einem beliebten Treffpunkt für Israelis wie Palästinenser.

  Hatufim – In der Hand des Feindes 1/10 Do, 9. Mai, 21h-22h02, arte

Die zehnteilige israelische Fernsehserie, Vorlage für die preisgekrönte US-Serie “Homeland”, wird ab dem 9. Mai auf arte in Deutschland erstausgestrahlt. Sie handelt von drei israelischen Soldaten, die nach 17-jähriger Gefangenschaft im Libanon nach Israel zurückkehren – nur zwei von ihnen lebend.

(Link zu Teil 1 – nur eine Woche abrufbar:  http://videos.arte.tv/de/videos/hatufim-in-der-hand-des-feindes-1-10-achtung-schockierende-bilder–7483784.html)

  Kreuzfahrt mal ganz koscher Fr, 10. Mai, 12h30-13h, 3sat Ein streng orthodoxes Ehepaar macht Urlaub: Und zwar keinen normalen Urlaub, sondern eine Kreuzfahrt auf der “Golden Iris”. Dort gibt es nur koscheres Essen und werden neben den üblichen Animationen auch religiöse Diskussionsrunden und Eheberatung angeboten. (Link: http://www.youtube.com/watch?v=jmKE3ejoYj8)   Trockengelegt – Konfliktherd Totes Meer Sa, 11. Mai, 11h25-12h42, arte

Der Spiegel des Toten Meeres in Israel sinkt jedes Jahr um einen Meter. Wird nichts unternommen, dann wird das Meer in gut 30 Jahren so gut wie nicht mehr existieren. Die Dokumentation zeigt Hintergründe auf und berichtet über mögliche Lösungsansätze.

(Link: http://www.youtube.com/watch?v=pwyzPX_QyNE)

  Schauplätze der Weltkulturen: Jerusalem – Stadt zwischen den Religionen Sa, 11. Mai, 21h-22h, BR-alpha

Seit jeher ist Jerusalem als heilige Stadt der Juden, Christen und Moslems heiß geliebt und heiß umkämpft. Der Film zeigt das Protrait einer Stadt, die für die Anhänger der drei Weltreligionen Segen und Fluch zugleich ist.

 

Weitere Dokumentationen, Reportagen und Filme samt Inhaltsbeschreibungen bis zum 15. Mai finden Sie auf http://www.hagalil.com/archiv/2013/04/29/fernsehtipps-85/.

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Was bewegt palästinensische Frauen dazu, ihre Kinder zu verlassen, um für ihr Volk einen Anschlag zu verüben, der sie das Leben kosten kann?

Die jüdische Regisseurin Natalie Assouline besucht diese Frauen in einem israelischen Gefängnis und fragt nach ihrer Geschichte, ihren Beweggründen, ihren Hoffnungen. Herausgekommen ist ein Dokumentarfilm, der bewegend und schockierend zugleich ist.

“Shahida – Allahs Bräute” ist auf Youtube abrufbar und wird am kommenden Sonntag, den 3. März, um 20h15 auf 3sat ausgestrahlt.

 

Weitere wertvolle Fernsehtipps rund um Israel und das Judentum finden Sie übrigens jeden Monat auf der Seite von Hagalil: http://www.hagalil.com/archiv/2013/02/28/fernsehtipps-81/

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Das Institut für Israelogie hat für Sie eine kleine Auswahl sehenswerter TV-Dokumentationen und -Sendungen zu den verschiedensten Themen rund um’s Judentum zusammengestellt – für die Zeit vom 20. bis 25. September.

Auf der Homepage von HaGalil gibt es übrigens alle 14 Tage Fernsehtipps rund um Israel und das Judentum mit sehr ausführlichen Beschreibungen. Dabei sind viele interessante Sendungen, Reportagen und Filme, die einem sonst womöglich entgehen würden. Vorbeischauen lohnt sich.

Shahida – Allahs Bräute Do, 20.9., 3h30-4h46, Arte (auch auf Youtube abrufbar)

Spannende und mehrfach ausgezeichnete Dokumentation der israelischen Regisseurin Natalie Assouline über palästinensische Frauen, die in Selbstmordattentate verwickelt waren.

Juden im Mittelalter Fr, 21.9., 9h30-10h, HR

Dokumentation über die Ansiedlung der Juden in Europa und die damit verbundene Entstehung der jiddischen Sprache.

Unsere bunte Heimat: Rabbi 2.0 Sa, 22.9., 18h-18h15, MDR

Ein junger Rabbi aus Leipzig wird einen Tag lang begleitet – in seinem Leben zwischen Smartphone und Talmud.

Streitfall Beschneidung So, 23.9., 17h30-18h, ARD

Darstellung der aktuellen Debatte zum Beschneidungsverbot, bei der Familien, Imame, Rabbiner, Ärzte und nicht zuletzt die betroffene Personengruppe, die Männer, zu Wort kommen.

Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben Di, 25.9., 15h-16h30, Arte

Verfilmung der Autobiographie des Juden Reich-Ranicki – für alle, die schon immer mal mehr über den berühmtesten Literaturkritiker Deutschlands wissen wollten.

Mehr unter: http://www.hagalil.com/archiv/2012/09/13/fernsehtipps-70/

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Diesmal im Nachrichtenrückblick: Der Deutsche Israel-Kongress, Jerusalem-Dokumentation in 3D sowie Sarkozy zur Zwei-Staaten-Lösung.

Deutscher Israel-Kongress

Unter dem Motto „Frieden durch Sicherheit – Sicherheit durch Frieden“ fand am 23.10.2011 der 2. Deutsche Israel-Kongress statt, an dem etwa 3000 Besucher und 200 israelsolidarische Organisationen teilnahmen. Das in Frankfurt am Main veranstaltete größte pro-israelische Treffen Europas hatte zum Ziel, ein Zeichen der Solidarität mit Israel zu setzen, was durch abwechslungsreiche Programmpunkte sowie u.a. durch eine von den teilnehmenden Organisationen getragene veröffentlichte Resolution geschah. Diese sowie diverse Videos der Vorträge sind unter www.israelkongress.de zu finden. Auch das Institut für Israelogie war mit einem Stand auf dem Kongress vertreten.

Quelle: http://www.israelaktuell.de/de/index.php?id=243

2013 im Kino: Jerusalem in 3D

Ab dem Jahr 2013 wird weltweit in den IMAX-Kinos eine 3D-Dokumentation über die Heilige Stadt, über ihre Geschichte, ihre Geographie und ihre Menschen, zu sehen sein. Die Dreharbeiten zu diesem Film, in dem ein jüdischer, ein  christlicher, ein muslimischer sowie ein säkularer Jugendlicher einen Tag lang durch Jerusalem begleitet werden sollen, begannen bereits 2010 mit beeindruckenden Luftaufnahmen der israelischen Hauptstadt. Der Trailer ist zu sehen unter: http://www.jerusalemthemovie.com.

Zur weiteren Lektüre: http://www.zum-leben.de/aktuelles/v/a/jerusalem-in-3d-bald-im-kino/

„Palästinenser müssen jüdischen Staat anerkennen“

So äußerte sich Frankreichs Staatspräsident Sarkozy am Mittwoch bei einem Treffen mit Vertretern des „Jüdischen Weltkongresses“ im Pariser Elysée-Palast. Auf dem Wege zu einer Zwei-Staaten-Lösung sei die palästinensische Anerkennung Israels ein unerlässlicher Baustein. Von Israel erwarte er die Einstellung des Siedlungsbaus im Westjordanland, betonte gleichzeitig aber Frankreichs Ablehnung der Vollmitgliedschaft Palästinas im UN-Sicherheitsrat. Auf den Vorfall beim G20-Gipfel in Cannes vor einer Woche, bei dem der französische Regierungschef Israels Premierminister Netanjahu im persönlichen Gespräch mit Obama einen Lügner genannt hatte, wurde bei dem Treffen nicht  eingegangen.

Quelle: http://www.israelnetz.com/themen/aussenpolitik/artikel-aussenpolitik/datum/2011/11/10/sarkozy-palaestinenser-muessen-juedischen-staat-anerkennen/

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