Neuerscheinung: “Juden brauchen Jesus nicht …”

“Juden brauchen Jesus nicht … und andere Irrtümer. Betrachtungen eines messianisch-gläubigen Juden”, so lautet der Titel einer Neuerscheinung auf der Feder Avi Snyders. Aufgewachsen in einer konservativen jüdischen Familie in New York, fand Snyder 1977 zum Glauben an Jesus Christus als Messias. Seitdem engagiert er sich in den USA und ganz Europa für die missionarische Organisation “Juden für Jesus”. Somit bietet das Buch einen spannenden Einblick in Glauben und Motivation messianischer Juden!

 

“Der auch in mir gelegentlich aufsteigenden Befürchtung, wir als Deutsche und nichtjüdische Christen könnten das Evangelium nicht glaubwürdig mit Juden teilen, begegnet Avi Snyder mit der entwaffnenden Einladung zu einer Partnerschaft: Am besten sei es, wenn messianische Juden und nichtjüdische Christen einander ergänzen, wenn sie jüdische Menschen mit Jesus bekannt machen! Ein unbedingt lesenswertes Büchlein!” – (Axel Nehlsen, Evangelischer Pfarrer im Ruhestand, zuletzt bis 2016 Geschäftsführer des christlichen Netzwerks Gemeinsam für Berlin)

“Avi Snyder liefert in seinem Buch ein durchdachtes, leidenschaftliches und biblisch begründetes Plädoyer des Evangeliums für Juden. Seine inspirierende Begeisterung für Jeschua und tiefe Liebe zu Juden, sein Eifer für die Errettung des jüdischen Volkes, unterstützt durch viele relevante Bibelstellen und reife, persönliche Erfahrungen des Autors, machen das Buch zu einer motivierenden Lektüre für den interessierten Leser und zu einer echten Herausforderung für Andersdenkende. Absolut empfehlenswert!” – (Wladimir Pikman, Leiter von Beit Sar Shalom Evangeliumsdienst e.V. und Rabbiner der Berliner jüdisch-messianischen Gemeinde)

Cover

“Das Buch ist ein „Muss“ für alle, die an Jesus Christus glauben. Ich bete und hoffe, dass viele Leser dieser Schrift sich bewegen lassen, regelmäßig für Gottes Volk zu beten, Menschen jüdischen Glaubens die gute Botschaft vom jüdischen Jeschua zu bezeugen und sich für die Anliegen der Evangelisation unter dem jüdischen Volk einzusetzen.” – (Dr. Dietrich Kuhl, Ehemaliger Internationaler Direktor von WEC International)

“Sein Herz schlägt für Evangelisation unter Juden, denn seine Vision von Gottes Strategie ist klar: „Das Evangelium zum jüdischen Volk bringen, damit die Juden das Evangelium in die Welt tragen können. Das ist unsere Berufung. Das ist die Aufgabe, zu der wir Juden auserwählt wurden.“ Ich empfehle allen Christen, sich diesen Argumentationen zu stellen.” – (Elke Werner, Vorstandsmitglied von Lausanne International, Sprecherin bei proChrist, WINGS-Women in God’s Service)

“Die Verkündigung des Evangeliums unter Juden ist DAS Herzensanliegen von Avi Snyder. Dieser Auftrag hat sein Leben für Jahrzehnte fundamental geprägt. Damit ist es auch ein hoch emotionales Thema. Dennoch gelingt es dem Autor, die Gegenargumente seiner Überzeugung ernst zu nehmen und ihnen in großer Sachlichkeit und Klarheit zu begegnen. Grundlage seiner Argumentation ist ein von Vertrauen und Gehorsam geprägtes Verständnis der Heiligen Schrift. Wer diese Lebenseinstellung teilt, wird Gewissheit darüber erlangen, dass der HERR will, dass Sein Evangelium den Juden zuerst verkündet wird. Damit verdient dieses Buch gerade in Deutschland eine grosse Leserschaft und muss in der aktuellen und künftigen Debatte zum Thema Gehör finden. Danke Avi Snyder!” – (Reiner Lorenz, Pastor, Evangel.-Freikirchliche Gemeinde Essen-Altendorf)

“Selten gibt es Veröffentlichungen, bei denen ich sagen könnte: „Darauf hat die Welt gewartet.“ Doch bei Avi Snyders Buch kann ich nicht anders als genau das auszusprechen. Wenn eben dieses Buch „Juden brauchen Jesus nicht … und andere Irrtümer“ nicht jetzt auf Deutsch erscheinen würde, müsste so ein Buch mit diesem Inhalt unbedingt geschrieben und veröffentlicht werden. So ein Buch fehlte bisher. Deshalb, danke, Avi.”- (Pfr. Dr. Berthold Schwarz, Hochschullehrer für Systematische Theologie, FTH Giessen)

“Das Herz Avis schlägt für die Menschen, die den Messias noch nicht gefunden haben – seien es Juden oder Nichtjuden. Mögen wir beim Lesen dieses Buches diesen Herzschlag spüren und unser Leben davon berühren lassen.” – (Klaus-Dieter Passon, Pastor der Jesus-Haus-Gemeinde in Düsseldorf und Vorstand von Juden für Jesus e.V. in Deutschland)

“Avi Snyders Buch wendet sich nicht nur an theologisch geschulte Leser. Es ist eine leicht verständliche Hilfestellung für alle Nachfolger Jesu – Juden und Nichtjuden gleichermassen -, welchen die Balance zwischen Liebe und biblischer Wahrheit ein Herzensanliegen ist. Darum wünsche ich diesem Buch eine weite Verbreitung.” – (Martin Rösch, Theologischer Leiter der Arbeitsgemeinschaft für das messianische Zeugnis an Israel (amzi))

(Erschienen bei CV Dillenburg, 13 Eur)

Im Rahmen der Themenwoche „70 Jahre Israel“ luden die Freie Theologische Hochschule Gießen und das Institut für Israelogie am 05.11.2018 zu einem öffentlichen Vortrag ein. Johannes Gerloff teilte im Plenarsaal der FTH unter dem Titel „Das „Heilige“ Land: Erwählt – erkämpft – ersehnt“ seine Erfahrung und sein Wissen über Israel mit knapp 200 Gästen. Gerloff lebt seit 1994 mit seiner Familie in Jerusalem. Der Journalist war als Nahostkorrespondent unter anderem für den christlichen Medienverbund KEP tätig. Außerdem ist er Autor mehrerer Bücher.

Der Auftakt der Themen-Woche

Aufgrund der „Jahrtausende alten Schreckensgeschichte“, als das man das Verhältnis zwischen Christen und Juden beschreiben könne, seien Veranstaltungen, die Israel nicht unkritisch, aber wohlwollend betrachten, sehr wichtig. So wolle Gerloff als Journalist auch über Negatives berichten, aber vor allem über positive und atemberaubende Begebenheiten. Beides hatte an diesem Abend im Vortrag seinen Platz.

Schon bei der Bezeichnung „Heiliges Land“ müsse man genauer darüber nachdenken, was gemeint ist. Kann man mit Recht behaupten, dass Israel ein besseres Land sei als alle anderen, so fragt Gerloff? Oder zeigt sich in dem Titel, dass hier eine besondere Atmosphäre vorherrscht? Letzteres ist nach Gerloff zweifelsfrei richtig: Wer auch immer ins Land reist, könne unmöglich neutral bleiben. Israel sei gewissermaßen lebendiger als andere Länder – es bewege seine Besucher und Bewohner.

Der Plenarsaal war voll besetzt.

Die Frage „Ist Israel ein Land wie jedes andere?“ müsse aber nicht nur nach innerem Empfinden, sondern auch theologisch verneint werden: Laut biblischem Befund hat Gott Israel erwählt. Dabei sei zu beachten, so Gerloff, dass an dieser Stelle nicht zwischen einer jüdischen Ethnie einerseits und einem Land andererseits unterschieden werden darf. Theologisch bilden beide eine untrennbare Einheit. Darum gehören Land und Juden zusammen, sie sind beide erwählt.

„Erwählung“ bedeute in diesem Kontext nicht zwangsläufig „Errettung“ und schon gar nicht irdisches Wohlergehen. Erwählung müsse als Aufgabe verstanden werden. Gerloff berichtet, dass viele Juden diese Verantwortung und ständige Beobachtung als Last empfinden. Man müsse sich mal hineinversetzen, wie es ist, wenn jedes Gegenüber eine Erwartungshaltung einnimmt, sobald herauskommt, dass man jüdisch ist! So sei es nicht nur in der persönlichen Begegnung, sondern auch in den Medien: Die ganze Welt schaut auf Israel.

Hier kristallisiere sich ein bedeutender Unterschied zwischen der christlichen und der jüdischen Gottesbeziehung heraus: Während Christen seit Jahrhunderten auf der Suche nach einem gnädigen Gott sind, scheine es, so Gerloff, manchmal so, als versuchen Juden, ihre Erwählung und damit Gott wieder los zu werden.

Johannes Gerloff

Auch wenn Gerloff in seiner 24-jährigen Tätigkeit in Jerusalem die Besonderheit Israels intensiv erlebt und beobachtet hat, bleibe ihm vieles weiterhin fremd. Als Journalist hat Gerloff die palästinensischen Gebiete bereist. Von ‚innen‘ nachempfinden könne man als Außenstehender weder die jüdisch-israelische Kultur noch die palästinensische. In diesem Zusammenhang betont er, dass es wohl kaum ein sichereres Land gebe als Israel. Zwar hört man in Deutschland nahezu täglich von Gewaltverbrechen in Israel, doch die tatsächlichen Zahlen sprechen eine andere Sprache: So gab es im ersten Jahr des syrischen Bürgerkrieges mehr Tote als in allen Kriegen, die in der 70-jährigen Geschichte des Staates Israels geführt wurden, zusammen. Gleiches gelte für die Anzahl der Toten während des sogenannten Arabischen Frühlings in Libyen. Leben und Reisen in Israel sei daher ziemlich sicher.

Die Frage nach einem Lösungsansatz für den Nahostkonflikt kann an einem solchen Abend natürlich nicht ausbleiben. Dazu berichtet Gerloff von einer Entscheidung der obersten Rabbiner: Diese wären dazu bereit, Land abzugeben, wenn es Menschenleben rette. Aber daran, dass bei Abgabe von Land tatsächlich Leben gerettet werden würden, könne man einfach nicht mehr glauben. Israel bleibt in dieser Hinsicht wohl weiterhin umkämpft.

Am Ende des Vortrages kann der Zuhörer den Slogan des Abends verstehen: Israel ist kein Land wie jedes andere. Israel ist das ersehnte Land für die Juden, mit großer Bedeutung auch für Nichtjuden. Volk und Land niemals zu vergessen, das muss Ziel aller Beschäftigung mit Israel sein – nicht unkritisch, aber wohlwollend.

AE

Anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Staates Israel wird vom 5.-9. November eine Themenwoche an der Freien Theologischen Hochschule Gießen stattfinden. Ein ansprechendes Rahmenprogramm ist geplant, das Land und Judentum auf vielfältige Art und Weise beleuchtet. Denn Israel geht nicht nur Freaks und Fans etwas an, sondern jeden!

Thematisch eingeleitet wird diese besondere Woche am Montag, den 5. November von Johannes Gerloff. Der Theologe ist bekannt durch seine Tätigkeit als Nahostkorrespondent für verschiedene deutschsprachige Medien. Als Insider hält er einen Vortrag zur aktuellen Situation im „Heiligen Land“, zu dem alle Interessenten herzlich eingeladen sind.

Darüber hinaus hat jeder einzelne Wochentag seinen eigenen Programmhöhepunkt: So wird es unter anderem eine Diskussion mit Islamwissenschaftler Dr. Carsten Polanz über heutige Formen von Antisemitismus geben. Weiterhin finden eine Sabbatfeier und eine Holocaust-Gedenkstunde statt. Auch ein authentisches israelisches Mittagessen darf natürlich nicht fehlen!

Ort der einzelnen Veranstaltungen ist der Plenarsaal der Freien Theologischen Hochschule Gießen. Die jeweiligen Uhrzeiten und Tagesabläufe entnehmen Sie der Ausschreibung. Der Eintritt ist natürlich frei!

Herzliche Einladung!

IsraelInstitut_Themenwoche_Programm

IsraelInstitut_Vortrag_Themenwoche_Vortrag J. Gerloff

Wer sich mit dem Verhältnis von Judentum und Christentum auseinandersetzt, muss in erster Linie theologisch versiert sein und darf zudem in seinen Ausführungen keinen Raum für Zweideutigkeiten lassen. Letzteres wurde in den vergangenen Wochen am Beispiel einer Schrift von Joseph Ratzinger besonders deutlich: Während die einen von einem Text nach dem „Gestus des Besserwissers“[1] sprechen, der „starker Tobak“ für das ohnehin historisch belastete Verhältnis von Judentum und Kirche sei, sehen andere eine Bereicherung und Einladung, dieses Verhältnis theologisch tiefergehend zu durchdenken.[2]

Viele Zeitungen griffen die Debatte Anfang August auf.

Worum geht es? Dafür muss man historisch ein paar Jahre in der Geschichte der katholischen Kirche zurückgehen.

Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil entstand 1965 das lehramtliche, also verbindliche Dokument „Nostra aetate“. Darin ordnet die katholische Kirche ihr Verhältnis zu nicht-christlichen Religionen. Ziel war, mehr das Einende als das Trennende in den Blick zu nehmen. Dabei geht ein Artikel explizit auf das Judentum ein. So stellt man fest, dass die gemeinsame Basis von Juden und Christen das Alte Testament ist. Beide Glaubensgruppen sind durch ein geistliches Band verbunden, das auf den „Stamm Abrahams“ zurückzuführen ist. Zwar sei die Kirche das neue Volk Gottes, aber daraus darf nicht geschlussfolgert werden, Gott habe das alte Volk, Israel, verworfen. Im Gegenteil: Für eine Verwerfung des alten Volkes gebe es keine biblischen Anhaltspunkte. Juden sind von Gott geliebt, obwohl sie Christus ablehnen. Daher müsse man alles daran setzen, entgegenstehende Lehren abzuwehren.

Dieser Abschnitt 4 wird heute noch von Theologen als das Herzstück des Dokuments bezeichnet, beispielsweise als im Jahr 2015 anlässlich der 50. Jährung von „Nostra aetate“ ein Vatikandokument entstand.[3] Darin reflektiert die „Kommission für die religiösen Beziehungen  zum Judentum“ die Entstehung und Wirkung von „Nostra aetate“. Diese Kommission kommt zu dem Ergebnis, dass eine Substitutionstheorie, die die christliche Kirche an die Stelle Israels setzt und sämtliche alttestamentliche Verheißungen ausnahmslos auf sich bezieht, zurückzuweisen sei. Auch der Hebräerbrief, der als Wegbereiter einer solchen antijüdischen Einstellung gilt, würde der Ersatztheologie beim genaueren Hinsehen nicht standhalten. Die Kirche dürfe sich zurecht als neues Gottesvolk bezeichnen, doch habe Gott damit das „alte“ Gottesvolk nicht ersetzt. Nach christlicher Sicht bringe der neue Bund alttestamentliche Verheißungen zur Erfüllung – was nicht mit einer Aufhebung einhergehen muss. Vielmehr handele es sich um eine Erweiterung.

Weiterhin bemerkt das Dokument, dass Juden und Christen ihren jeweils eigenen Weg haben, das Wort Gottes zu lesen und zu verstehen: Juden stellen in ihrer Beziehung zu Gott die Thora in den Mittelpunkt und Christen den Christus. Als Christ könne man das Neue Testament als Kommentar oder Auslegungshilfe für das Alte Testament verstehen. Dabei hilft die Beobachtung, dass mit der Tempelzerstörung 70 n. Chr. die Rabbiner ihrerseits begannen, das AT stellenweise neu zu überdenken.

Der Universal- und Exklusivanspruch Jesu Christi müsse nicht dazu führen, Juden das Heil abzusprechen. Denn wie Gott trotz dieses Anspruches rettet, bleibt in ihm verschlossen: Juden haben auf Grundlage der Heiligen Schrift Anteil an Gottes Heil, aber nicht über einen zweiten Heilsweg. „Auf welche Weise er jeweils die Menschen retten will“[4], können wir nicht nachvollziehen. „Wie  dies ohne   explizites  Christusbekenntnis  möglich  sein  kann,  ist  und  bleibt  ein  abgrundtiefes  Geheimnis  Gottes.“[5] Der Verzicht auf Mission wird dabei ausdrücklich betont. Daraus ergibt sich als Fazit des Dokuments: Es gibt keine zwei Bünde, sondern ein Volk Gottes aus Juden und Christen, in Christus geeint. Sämtliche Formen von Antijudaismus bzw. Antisemitismus sind zu verwerfen.

Soweit eine Übersicht zur offiziellen Stellungnahme der katholischen Kirche gegenüber dem Judentum.

Der ehemalige Papst Benedikt XVI.

Nun lädt die „Kommission für die religiösen Beziehungen  zum Judentum“ ausdrücklich dazu ein, sich an weiteren theologischen Reflexionen zu beteiligen, um den christlich-jüdischen Dialog zu bereichern. Diesen Aufruf nahm Joseph Ratzinger ernst und verfasste auf Grundlage der hier dargestellten Dokumente einen Aufsatz, datiert auf den Oktober 2017. Kardinal Kurt Koch, Mitglied der „Kommission für die religiösen Beziehungen  zum Judentum“, bat den ehemaligen Papst um Erlaubnis zur Veröffentlichung in der katholischen Fachzeitschrift „Communio“.

Für Ratzinger steht nicht zur Diskussion, dass nach Auschwitz als Synonym für den Holocaust die Kirche sich ernsthaft mit ihrem Verhältnis zum Judentum auseinandersetzen und dieses neu bedenken muss. Dabei stellt er fest, dass zunächst festzusetzen ist, was man als Autor mit „Judentum“ meint. Für ihn geht es um das Judentum, das sich mit der Tempelzerstörung immer mehr als Gegenpol zum Christentum entwickelte. Diese Entwicklung sei ein längerer Prozess gewesen, der auch je nach geografischer Lage früher oder später beendet war.[6] Der Dialog fand zunächst innerhalb einer Gemeinschaft statt, die sich auf Grundlage der alttestamentlichen Schriften in Kontinuität zum alttestamentlichen Israel sah – trotz der Tatsache, dass die ersten „Christen“, so Ratzinger, ihren Kanon mit der Septuaginta erweiterten und die Schriften des Neuen Testaments schließlich zum maßgeblichen „Dokument für die christliche Identität“[7] zusammenwuchsen. Vor allem der Versuch Markions, im späten 2. Jahrhundert nach Christus die alttestamentlichen Schriften gänzlich zu verwerfen und das Neue Testament von sämtlichen „hebräischen“ Einflüssen zu reinigen, gilt als Musterbeispiel für die sich auftuende Judenfeindlichkeit unter Christen.

Dass Markion rasch aus der sich damals konstituierende Kirche in Rom ausgeschlossen wurde, zeige, dass sich Christen darüber bewusst waren, dass sie den gleichen Gott anbeten wie die Juden und sie Gemeinsamkeiten nicht verneinen dürfen. Vielmehr stellen beide Gruppen fest, dass sie die Schriften des Alten Testaments unterschiedlich auslegen: Die Christen von Jesus Christus her, den die Juden aber nicht als den erwarteten Messias anerkennen. Christen lesen damit das Alte Testament gewissermaßen erweiternd, „nach vorne zu“. Für sie liegen in den Schriften des AT Aussagen, die man ohne Christus nicht erfassen kann.

An diesen Feststellungen wird in den Rezensionen und Kommentaren wenig Kritik geübt. Aber nachdem Ratzinger so seine ersten Gedanken zum Verhältnis Christentum – Judentum dargestellt hat, bemerkt er: Eine Substitutionstheorie, wie sie das Vatikandokument von 2015 ablehnt, kommt in der Lehre der Kirche gar nicht vor. Für ihn ist klar, dass „Israel nicht durch die Kirche substituiert werde, und der Bund nie gekündigt worden“ sei.[8] Er kritisiert aber, dass die Ablehnung einer Substitutionslehre nicht differenziert genug betrachtet wird. Es muss gründlicher unterschieden werden, worauf sich ein Ersatz bezieht. Daher untersucht Ratzinger nun, wo man einen „Ersatz“ jüdischer Inhalte durch christliche Lehren finden kann – und damit gewissermaßen eine Substitutionslehre vorliegt. So sei der Tempelkult Israels nicht mehr nötig. Durch das Opfer Christ wird Versöhnung geistlich und materiell endgültig – was in der katholischen Kirche immer wieder neu mit der Eucharistie gefeiert wird. Oder das jüdische Bild eines politischen Messias, das im christlichen Glauben vom leidenden und erniedrigten Christus „ersetzt“ wurde.

Bei der Frage nach der Landverheißung bemerkt Ratzinger, dass die katholische Kirche den jüdischen Staat Israel naturrechtlich legitimiert. Aber eine Landnahme, die sich auf politischen Messianismus stützt, kann nicht mit ihrer Lehre vereinbart werden – denn der Messias Jesus Christus hat seinen irdischen Auftrag bereits erfüllt. Aus dem Bestehen des Staates Israel leitet er jedoch ab, dass Gott weiterhin an seinem Volk handelt. Genau in solchem konkreten Handeln sieht Ratzinger ein Zeichen für die Realität Gottes, der „Menschen anredet und in der der Mensch dem Göttlichen begegnen kann.“[9]

Besonders ausführlich äußert sich Ratzinger abschließend zur Aussage seines Vorgängers Johannes Paul II., der sagte, „dass der Bund, den Gott mit seinem Volk Israel geschlossen hat, bestehen bleibt und nie ungültig wird.“[10] Hier möchte Ratzinger ebenfalls für ein differenzierteres Verständnis werben, auch wenn er den Kern der These ausdrücklich bekräftig. Es geht ihm um eine genauere Definition von „Bund“ und die Beobachtung, dass nicht Gott, sondern Menschen den Bund brechen, der von Gottes Seite auf festem Boden steht. Wenn Menschen „nein“ sagen, muss Gott das berücksichtigen.

Vor allem diese Bemerkungen ruft Kritiker auf den Plan, die darin eine Proklamation des christlichen Exklusivanspruchs sehen, wie es z.B. die FR sieht. Die FAZ bemerkt, dass es unfassbar sei, wie man an der Formel rütteln könnte, mit der Johannes Paul II. die christlich-jüdische Verständigung positiv beeinflusst hat. „Karol Wojtyla dürfte sich wegen dieser groben Fahrlässigkeit, die auch auf das Konto mangelnder redaktioneller Umsicht der Zeitschrift geht, im Grabe herumdrehen“, heißt es.

Der Petersdom in Rom

Man kann durchaus kritisieren, dass Ratzinger seine These, eine Substitutionstheorie sei nie Inhalt der kirchlichen Lehren gewesen, ausschließlich auf Recherchen in theologischen Lexika wie dem LThK (Lexikon für Theologie und Kirche) stützt. Auch seine Formulierung, die Diaspora der Juden nach der Zerstörung des Tempels könne als göttliche Strafe interpretiert werden, ist sicherlich unglücklich.

Aber die eigentliche Kritik der Zeitungen wird dem Artikel nicht gerecht: Dass Ratzinger nicht nur als Privatperson vom exklusiven Heil in Christus sprechen kann, sondern diese Ansicht zur Lehre der Katholischen Kirche gehört, bleibt unbeachtet. So wird dieser Anspruch ja auch im Vatikandokument deutlich, auf das Ratzinger sich bezieht. Außerdem wird damit das Anliegen des Autors verfehlt, der dafür wirbt, Kurzformeln aufzugeben und theologische Debatten mit mehr Tiefe zu führen. Dies tut er ohne Polemik und in Tradition zu seinem christlichen Glauben, der nun mal nicht ohne Jesus Christus auskommt. Von einer Proklamierung der „Ecclesia triumphans“ kann keine Rede sein, auch nicht von Bestrebungen zur Judenmission. Dass Ratzinger seinen Aufsatz mit 2Tim 2,12f. endet („Wenn wir standhaft bleiben, werden wir auch mit ihm herrschen. Wenn wir ihn verleugnen, wird er auch uns verleugnen. Wenn wir untreu sind, bleibt er doch treu, denn er kann sich nicht selbst verleugnen.“) und diesen Vers ausdrücklich auf alle, Christen und Juden, bezieht, wird von den Kritikern übersehen. Gerade in diesem Abschluss ist jedoch alles gesagt, was aus Ratzingers Sicht zur Beziehung von Juden und Christen zu sagen wäre.

Die Frage nach dem Verhältnis von Judentum und christlicher Ekklesia erschwert immer wieder den Dialog beider Religionen, wie sich auch in den protestantischen Kirchen immer wieder zeigte und zeigt. Doch sie muss gestellt werden. Dabei gilt festzuhalten: Vom „verworfenen Volk“ Israel kann biblisch begründet nicht die Rede sein. Eine christliche Stellungnahme in soteriologischen Fragen muss dennoch am Exklusivheitsanspruch Jesu Christi festhalten – auch das entspricht dem neutestamentlichen Zeugnis. Dies geschieht selbstverständlich historisch sensibel und darf niemals in Antisemitismus münden.

AEdler

[1] http://www.fr.de/kultur/alt-papst-benedikt-xvi-antisemitismus-auf-christlicher-grundlage-a-1543855 vom 06.09.2018

[2] https://www.nzz.ch/feuilleton/benedikt-xvi-ein-wegbereiter-des-antisemitismus-ld.1407681 vom 06.09.2018

[3] Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum, „Denn unwiderruflich sind Gnade und Berufung, die Gott gewährt“ (Röm 11,29). Reflexionen zu theologischen Fragestellungen in den katholisch-jüdischen Beziehungen aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums von „Nostra aetate“ (Nr. 4), https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2015/Vatikandokument-50-Jahre-Nostra-aetate.pdf vom 06.09.2018

[4] Vatikandokument, 9, 25.

[5] Ebd., 13, 36.

[6] Vgl. dazu folgender Artikel auf unserer Homepage: https://www.israelogie.de/2018/die-fruehen-judenchristen-der-ersten-jahrhunderte-nach-christus/

[7] Ratzinger, Gnade und Berufung ohne Reue, 389, in: IKaZ 47 (4/2018), 387-406.

[8] Ebd. 392.

[9] Ebd. 402.

[10] Ebd. 403.

von links: Dr. Berthold Schwarz und Dr. h.c. Fritz May

Am Mittwoch, den 18. April 2018, fand die Verleihung des Franz-Delitzsch-Preises an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen statt. Jährlich prämiert der Preis eine herausragende Forschungsarbeit, die mit den Zielen und Schwerpunkten des Instituts für Israelogie übereinstimmt und dazu einen wissenschaftlichen Beitrag leistet. Möglich sind diese Förderungen aufgrund der Stiftungsgelder, die die Arbeitsgemeinschaft „Christen für Israel“ (CfI) durch ihren langjährigen Vorsitzenden Dr. h.c. Fritz May zur Verfügung stellt. Herr May und seine Frau waren während der Preisverleihung ebenfalls anwesend, bei der er zugleich Segenswünsche zu seinem Geburtstag entgegennehmen durfte. Durch das Programm der Preisverleihung führten Prof. Dr. Helge Stadelmann, der Institutsleiter Dr. Berthold Schwarz und ein Team von Studierenden der Hochschule.

Hauptpreisträger sind dieses Jahr Prof. Dr. Hendrik Koorevaar und Prof. Dr. Mart-Jan Paul. Beide lehren als Professoren für Altes Testament unter anderem an der Evangelischen Theologischen Fakultät Leuven, Belgien. Sie beschäftigen sich schon viele Jahre mit Israel: Während Koorevaar selbst 14 Monate im Land gelebt hat, ist Paul aktives Mitglied am Zentrum für Judaistik-Studien in Ede. Gemeinsam haben sie vor einigen Jahren ein Forschungsprojekt initiiert mit dem Titel: „The Earth and the Land. Studies About the Value of the Land of Israel in the Old Testament and Afterwards”. In diesem Sammelband sind Aufsätze zu finden, die sich unter dem Fokus der alttestamentlichen Verheißung, dass von Zion Segen für die ganze Welt ausgehen soll (z.B. Ps 69,30-37 oder Ps 133), mit dem Land Israel beschäftigen. Auch Beiträge zur späteren Entwicklung der Thematik im Judentum und im Islam wurden aufgenommen. Die Publikation wird demnächst in der Reihe Edition Israelogie erscheinen (EDIS 11).

Prof. Dr. Helge Stadelmann, im Hintergrund die beiden Preisträger

Die beiden Gewinner konnten nicht persönlich bei der Verleihung anwesend sein, übermittelten aber eine Videobotschaft (siehe Link): Koorevaar betonte darin, dass es für Christen sehr wichtig sei, die Relation zum jüdischen Volk zu bedenken. Theologisch betrachtet habe das Christentum nicht die Position Israels eingenommen. Wer in Zukunft das Recht haben wird, im Land Israel zu wohnen, liegt für ihn auf der Hand: die Sanftmütigen, so wie es Jesus in der Bergpredigt sagt.

Prof. Dr. Helmuth Pehlke erhält den Franz-Delitzsch-Förderpreis

Ferner wurde der Franz-Delitzsch-Förderpreis verliehen. Der Förderpreis würdigt Arbeiten, die noch im Progress sind, und geht in diesem Jahr an Prof. Dr. Helmuth Pehlke. In seinem Buch „Israel. Daten – Fakten – Hintergründe, um das Heilige Land zu verstehen“ bereitet der Alttestamentler Insider-Fakten zu ausgewählten Orten mit teilweise Jahrtausende alter Bedeutung auf, die man immer noch besuchen kann. Sein Anliegen, das Wissen um Besonderheiten des Heiligen Landes zu erweitern und Begeisterung dafür zu wecken, brachte er in einer Ansprache lebhaft zum Ausdruck.

Weiterhin wurden zwei Arbeiten jeweils mit einem studentischen Sonderpreis ausgezeichnet. Diese gingen an Jan Kilian Freiherr von Bibra und Alena Edler. Beide studieren an der Freien Theologischen Hochschule Gießen. Philip Quast, ebenfalls Student an der FTH Gießen, erhielt ein besonderes Stipendium: Dieses umfasst einen sechswöchigen Sommeraufenthalt an der Ben-Gurion Universität in Be’er Scheva, Israel.

Ein Impuls zum 70-jährigen Bestehen des Staates Israel beendete den offiziellen Teil der Preisverleihung.

AE

Nur wenige wissen davon: Über 30.000 Juden fanden zwischen 1933 und 1941 Schutz in einer einzigen Stadt, die damit mehr Menschen vor den Nationalsozialisten rettete als es Neuseeland, Australien, Kanada, Südafrika und Indien taten – zusammen. Die Rede ist von Shanghai, dem damals für viele Juden letzten Zufluchtsort auf der ganzen Welt.

Hinweise auf jüdische Kultur in China sind überhaupt ein besonderes Phänomen. Die allerersten Juden kamen wohl im 8. Jahrhundert über die Seidenstraße ins Großreich. Während der Song-Dynastie (960-1279) etablierte sich eine Gemeinde in der damaligen Hauptstadt Chinas, in Kaifeng, im Osten des Landes. Vermutlich kamen diese Juden aus dem heutigen Irak, aber genaue historische Rückschlüsse lassen sich nicht mehr ziehen. Die Gemeinde hielt lange Zeit jüdische Traditionen wie Feste und rabbinische Gebete aufrecht, assimilierte aber nach und nach mit der chinesischen Kultur. Bis zum Jahre 1866 war das Prinzip einer Synagogenzusammenkunft als Mittelpunkt des Gemeindelebens verfallen.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde schließlich Shanghai erstmals Heimat für eine bedeutende Anzahl von Juden. Sephardim[1] verließen damals aufgrund des Opiumkrieges die betroffenen Gebiete Bagdad, Bombay und Singapur und siedelten sich in der Stadt an. Eine zweite Einwanderungswelle folgte in den 1920er Jahren, als viele russische Juden nach der Oktoberrevolution ihr Land verlassen mussten. So bildete sich nach und nach die größte jüdische Gemeinde in Fernost. Shanghai war zu dieser Zeit bereits eine riesige Hafenstadt und daher eine bedeutende Handelsmetropole.

Das Gesellschaftsbild war zweigeteilt: Etwa 2,5% der 4 Million Einwohner kamen ursprünglich aus dem Ausland. Diese Minderheit bildete die Oberschicht. Sie bestand zumeist aus Westeuropäern, Portugiesen, Franzosen und Engländern, aber auch aus Weißrussen, Russen und Amerikanern. Die einheimischen Chinesen dagegen standen in der sozialen Rangfolge ganz unten. Als sich in den frühen 1930er Jahren die nationalsozialistische Herrschaft in Deutschland manifestierte, siedelten in einer weiteren Welle jüdische Akademiker und Intellektuelle nach Shanghai aus. Die allermeisten von ihnen fassten rasch Fuß und lebten weiterhin in europäischem Luxus, den sie sich gut leisten konnten. Die Welle derer, die knapp vor dem Beginn des 2. Weltkrieges Deutschland verließen, betrifft die Jahre 1933-1937.

Shanghai, Altbau

Doch nach und nach spitzte sich die Lage für Juden nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa zu. Nach 1937 änderte sich das Profil der jüdischen Einwanderer in Shanghai schlagartig. Nun kamen diejenigen, die konkreter Verfolgung ausgesetzt waren und die ihr Leben in höchstem Maße bedroht sahen – und die nicht unbedingt zu den materiell Bessergestellten gehörten. Sie setzten alle ihre Hoffnung auf Shanghai: Einwanderer brauchten hier keinen Geldnachweis, und, als weltweite Besonderheit, war dies ein Ort ohne klare Pass- und Visabestimmungen. Chinesische Diplomaten stellten vor allem in Österreich großzügig und unbürokratisch Visa an Hilfesuchende aus. Der Botschafter Ho Feng Shan bekam 2001 vom israelischen Staat den Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ verliehen, die höchste Auszeichnung für Nicht-Juden.

Die jüdischen Flüchtlinge kamen nun oftmals völlig mittellos in Shanghai an. Hilfe und Unterstützung kamen größtenteils nicht von der Stadt, sondern von chinesischen Privatleuten und jüdischen Organisationen vor Ort. Sie gründeten Suppenküchen und boten vorübergehende Bleiben an. Allerdings fanden die Neuankömmlinge selten Anschluss an die reichere, bereits bestehende jüdische Gemeinde. Sie lebten in der Regel mitten unter den Chinesen in den armen Vororten der Stadt. Das am dichtesten mit jüdischen Flüchtlingen besiedelte Viertel war Hongkou. Weil der Zustrom nicht abreißen wollte, sollte ein eigener Wohnbezirk für Juden gefunden werden. Auf den Vorschlag eines Mitgliedes des höchsten Komitees der Landesverteidigung Chinas im Februar 1939 hin fiel die Wahl auf Hongkou.

Als wären Vertreibung, Flucht und Armut nicht herausfordernd genug gewesen für Menschen, die Heimat und Besitz verloren hatten, setzte mit dem Pazifikkrieg neue Angst ein: Japan kämpfte nun gegen England und die USA und besetzte Shanghai. Die Nationalsozialisten konnten bis in die weit entfernte chinesische Stadt ihre schrecklichen Interessen vertreten. Joseph Meisinger, Chef der Gestapo-Einheit in Japan, unterbreitete vor Ort den sogenannten „Meisinger-Plan“, die Endlösung in Shanghai. Doch soweit kam es nicht. Stattdessen wurde das letzte jüdische Ghetto eingerichtet: Innerhalb eines Monats mussten alle Flüchtlinge aus Mittel- und Osteuropa, die nach 1937 in die Stadt gekommen waren, in eine „designated area for stateless refugees“  ziehen. Diese lag im Armutsviertel Hongkou, sodass viele Juden ihre aktuelle Bleibe gar nicht erst aufgeben brauchten. Der Begriff „Ghetto“ wurde bei den Maßnahmen zwar nie explizit verwendet, doch es gab zeitweise strenge Ausgangssperren und –regeln, Aufsichtsdienste und Zwangsrekrutierung der Bewohner zu Wachdiensten. Die Amerikaner bombardierten Shanghai, und auch Hongkou war betroffen. Viele Menschen starben dabei, Hunderte wurden verletzt.

Als der Krieg endlich zu Ende war, hätten sich etliche Juden vorstellen können, zu bleiben. Wo sollten sie auch hin? Doch für die nächsten 30 Jahre begann nun ein Bürgerkrieg in China zu wüten. In dieser Unsicherheit verließen die allermeisten Juden das Land endgültig. Erst 1992 nahmen Israel und China offizielle Beziehungen zueinander auf, in die der Wunsch integriert wurde, gesellschaftliches und geschäftliches jüdisches Leben in China neu zu fördern.

Skyline von Shanghai im 21. Jahrhundert

Für die geflüchteten Juden und ihre Nachkommen wird Shanghai ein Ort der Hoffnung bleiben. Viele von ihnen hätten sich ein anderes Ziel gesucht, wenn das möglich gewesen wäre. Doch wer auf legalem Weg seine Heimat verlassen wollte, brauchte ja zumindest ein Visum. Die USA und England verwiesen schon früh auf die „ausgeschöpften Kapazitäten, jüdische Flüchtlinge aufzunehmen.“ Europa war ohnehin nicht mehr sicher, und große Länder wie Australien und Kanada nahmen ebenfalls nur verhältnismäßig wenige Juden auf. Vor allem nach 1938 hatten fast alle Nationen den verzweifelten Juden die Tür vor der Nase zugeschlagen und die Einreise verboten. Es mag sein, dass einzelne Menschen die Courage besaßen, den bedrängten Juden Solidarität und Hilfe zukommen zu lassen. Aber viele Staaten erhoben strenge Grenzen und stellten strikte Bedingungen auf, um die jüdische Einwanderung zu begrenzen. Anders war es damals in Shanghai, dem Zufluchtsort für Juden in Fernost.

AEdler

[1] Sephardim sind in diesem Falle orientalische Juden, auch wenn die Bezeichnung ein Sammelbegriff für alle Juden und ihre Nachfahren ist, die im 15. und 16. Jahrhundert von der Iberischen Halbinsel vertrieben wurden und vor allem in Nordwestafrika und dem Osmanischen Reich eine neue Heimat fanden.

Wer das Alte Testament aufschlägt, kann rasch die Übersicht verlieren, mit wem Israel wann zu tun hatte. Die außenpolitische Situation war verworren und wechselhaft. Die Namen damaliger Völker mag man heute vom Hören kennen. Manche haben es – semantisch nicht ganz uninteressant – sogar in einige deutsche Redewendungen geschafft (so gibt es z.B.  „Sprache Kanaans im Gottesdienst“ oder „philisterhafte Vorurteile“). Aber eine geografische oder gar zeitliche Einordnung gelingt oft nicht. Dabei gibt es neben den biblischen Befunden auch etliche archäologische Hinweise, die uns weiterhelfen, die Umwelt des Volkes Israel besser zu verstehen – und damit auch so manchen alttestamentlichen Text.

Vorweg sei gesagt, dass „Israel“ in der biblischen Geschichte in unterschiedlichen Formationen zusammenlebte. Stark vereinfacht lässt sich folgende Entwicklung nachzeichnen: Es handelt es sich um ein Volk, das seine gemeinsame Wurzel im Erzvater Abraham hat. Schon vor dem Auszug aus Ägypten wird es in einem 12-Stämme-Bund organisiert (1Mose 29,31–30,24 bzw. 35,18), fasst dann in Kanaan Fuß und lebt dort unter Richtern zusammen. In der monarchischen Phase, die König Saul einleitet, tritt eine staatliche Konstruktion zutage. Die Stämme bleiben weiterhin bestehen, auch wenn sie nun einem nationalen Herrscher unterstehen. Mit Salomos Tempelbau sollte es dann ein zentrales Heiligtum geben. Allerdings zerbricht das Reichsgebilde unter seinem Nachfolger in Nord- und Südreich – in Israel und Juda. Der weitere Verlauf bis zur post-exilischen Phase ist kompliziert, aber als wichtigste verbindende zeitübergreifende Gemeinsamkeit aller „Kinder Abrahams“ ist die Verehrung Jahwes festzuhalten. Daher soll für diesen Artikel gelten, dass mit “Israel” das erwählte Volk Gottes gemeint ist, mit dem er im Alten Testament Geschichte schreibt – ganz gleich, wie sie sich politisch organisieren.

Ein eher kleines Nachbarvolk stellen die Moabiter dar. Ihr Reich befand sich östlich des Toten Meeres, im heutigen Jordanien. Nach Norden grenzte die 500 Meter tiefe Schlucht des Flusses Arnon ihr Siedlungsgebiet ab, nach Süden der Sered. Moses erlaubte nur drei der zwölf Stämme Israels, sich östlich des Jordans anzusiedeln (4Mose 32), nämlich Ruben, Gad und dem halben Stamm Manasse. Gad grenzte dabei im Süden an Moab. Moab wurde zur Zeit der Eroberung Kanaans aber von einem amoritischen König regiert, dessen Reich sich ebenfalls östlich des Jordans befand.

Manches hat sich vielleicht nicht viel verändert.

Moab umfasste das fruchtbare Hochplateau Misor, das als orientalische Kornkammer bekannt war. Die Bibel berichtet von Getreidebau (Rut 1) und Weingärtnerei (Jes 16,7; Jer 48,29). Die Tatsache, dass Moab während seiner Zeit als tributpflichtiger Vasall jährlich 100.000 Lämmer und Wolle von 100.000 Widdern an Israel zahlen musste (2Kön 3,4), zeigt zudem, dass neben dem Feldbau die Viehzucht ein wichtiger wirtschaftlicher Stützpunkt war.

Das Verhältnis zwischen Israel und Moab war geprägt von kriegerischen Auseinandersetzungen. Zwar stehen die beiden Völker in einem Verwandtschaftsverhältnis zueinander, aber schon die polemisch anmutende Erklärung dieser Verbindung deutet Konfliktpotential an: So heißt es in 1Mose 19,37, dass die Moabiter von Moab abstammen. Moab ist der Sohn von Abrahams Neffen Lot – und dessen eigener Tochter.

Während der Richterzeit bedrückte der Moabiterkönig Eglon die Israeliten und forderte Tribut (Ri 3,12). Später machte König David dann Moab zum Vasallen (2Sa 8,2, s.o.). Damit konnte er die gesamte „Königsstraße“, die durch Moab verlief, unter seine Kontrolle bringen. Sie war die Verbindung zwischen Mesopotamien und dem Roten Meer und deswegen ein bedeutender Handelsweg. Zudem war ja der Norden von Moab aufgrund der fruchtbaren Hochebene eine lohnende Expansionsmöglichkeit für Israel.

Aus einigen archäologischen Funden kann man weitere Schlüsse über das Volk Moab ziehen: Der früheste außerbiblische Beleg stammt aus dem 13. Jahrhundert vor Christus und findet sich auf einer Liste von Ramses II, König von Ägypten. Junge Ausgrabungen aus dem 20. Jahrhundert zeigen jedoch, dass es schon früher, nämlich in der Spätbronzezeit, Siedlungen im Bereich Moab gegeben haben muss.  Eine assyrischen Inschrift bestätigt die biblischen Angaben zum Nationalgott „Kamosch“ der Moabiter: Zur Huldigung dieser Gottheit legten sie Kulthöhen an, so wie sie Salomo seinen moabitischen Frauen zugestand (1Kön 11,7).

Typische Landschaft.

Als  bedeutende archäologische Quelle  gilt die Mescha-Stele, oder der Moabitische Stein. 1868 wurde er einem elsässischen Missionar von einem Scheich in Dibar gezeigt. Daraufhin entfachte ein Streit um das wertvolle Objekt: der deutsche Konsul wollte die Stele in Berlin ausstellen und die französische Regierung im Pariser Louvre. Doch soweit kam es nicht, da der 100*60cm große Stein von der lokalen Bevölkerung mutwillig gesprengt wurde. Zwar hatte man zuvor einen Abdruck gewinnen können und nach der Zerstörung einige Bruchstücke eingesammelt, doch konnten nur noch 2/3 der ehemals 34 Zeilen rekonstruiert werden. Sie sind im Louvre zu besichtigen. Der Text der Stele ist eng mit dem Hebräischen verwandt und ergänzt biblische Informationen. Konkret geht es um das Verhältnis Moabs zum israelischen König Omri und dessen Sohn und Nachfolger Ahab. Omri war offensichtlich eine bedeutende Gestalt, da auch königliche assyrische Texte auf ihn verweisen. Als General riss er um 885 vor Christus mit militärischer Unterstützung die Kontrolle des Nordreichs an sich und gründete eine Dynastie. Das auf einem Hügel gelegene Samaria sollte unter Omri bis 722 die neue Hauptstadt Israels sein. Sein Sohn Ahab ging die bekanntlich unglückselige Ehe zu Isebel ein.

Die Mescha-Stele feiert den Sieg Moabs durch den König Mescha gegen die Vorherrschaft Israels unter Ahabs Regierung. Der Text scheint zwar dem biblischen Bericht zu widersprechen, da dieser den Aufstand nach dem Tod von Ahab einordnet, doch sind die Parallelen an und für sich wertvoll. So belegt die Erwähnung „Leute von Gad wohnten seit jeher im Land von Atarot“ (d.h. östlich des Toten Meeres) die Bevölkerung des Stammes Gad bei Moab. Zudem hilft die auf dem Stein beschriebene moabitische Praxis, unterworfene Einwohner an ihren Gott zu übertragen, den biblischen Bann (Jos 6,19) ins Zeitgeschehen einzuordnen.

Im letzten Drittel des 8. Jahrhunderts geriet Moab in den Sog der assyrischen Expansion. Aus Inschriften weiß man, dass Tribute an den Assyrerkönig Tiglatpileser III. gezahlt wurden. Vielleicht unterwarfen sich die Moabiter sogar aus taktischen Gründen, weil die Assyrer sie damit vor arabischen Nomaden schützten, die Moab zu dieser Zeit immer stärker bedrängten. Unter Nebukadnezar wurde ihr Reich letztendlich zerstört und das Volk vermischte sich mit den umliegenden Nationen.

Schriftliche Quellen sind oft alles andere als neutral, weil sie die Interessen des jeweiligen Volkes reflektieren, von dem sie stammen. Aber erstaunlich oft lassen sich in Umwelttexten Parallelen und Ergänzungen zu biblischen Aussagen finden. Dadurch können wir eine Zeit besser erschließen, die uns manchmal so weit weg erscheint. Vor allem für das Verständnis der Bibel lohnt es sich daher, den Blick in die Geschichte zu erweitern.

In den nächsten Monaten werden noch weitere Völker vorgestellt. Für die eigene Lektüre empfiehlt sich ein Bibel-Atlas, z.B. John Bimson, Der neue Bibelatlas, Wuppertal 1992 oder Paul Lawrence, Der große Atlas zur Welt der Bibel, Gießen 2007. AEdler

So schrieb der Schriftsteller und Dichter Scholem Alejchem 1888 in seiner Novelle „Stempenje. Ein jüdischer Roman“. Zahlreiche musikalische Meister sind aus der jüdischen Kultur hervorgegangen. Und so verwundert es nicht, dass im religiösen Leben des Judentums die Musik stets eine große Rolle spielte. Wer einmal den Klängen des (modernen) Klezmers lauschen durfte, ahnt kaum, dass eine jahrhundertealte Tradition dahinter steckt. Viele Menschen haben sogar noch nie etwas von diesem Genre gehört, das fest im Judentum verankert ist: Klezmer – um was für ein musikalisches Phänomen handelt es sich? Die Antwort auf diese Frage läaat sich nicht in zwei Sätze fassen, sondern beanspructh ein ganzes Forschungsfeld. Hiermit soll dem Leser eine Vorstellung vom Genre des Klezmer verschafft werden:

„Klezmer“ bezeichnete ursprünglich nur das vom Musiker verwendete Instrument, dann den Musiker selbst, heute auch die gespielte Musik. Der Begriff ist ein Kunstwort aus „klej“ (hebr. Werkzeug, Instrument) und „semer“ (hebr. Stimme, Lied, Gesang). So wie wir Klezmermusik heute noch nachvollziehen können, entwickelte sie sich erst im 18. bis 19. Jahrhundert im jiddischsprachigen Osteuropa. Doch die komplexe Geschichte des Klezmer beginnt wesentlich früher, auch wenn dieser Begriff damals noch keine Verwendung fand. Weil keine Noten aus früher Zeit überliefert sind, sind die konkreten Klänge verloren gegangen. Aber aus vornehmlich christlich geprägten Schriftfunden wissen wir von einer mindestens 1000 Jahre alten jüdischen Tradition, auf Hochzeiten Musik zu spielen. Dabei kamen insbesondere Streich-, aber auch Holzblasinstrumente oder Zimbeln zum Einsatz. Da alles jüdische Leben in einem religiösen Gefüge stattfindet,  wurde „Hochzeitsspieler“ zum sakralen Beruf.

Einerseits ist das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn mit der Zerstörung des Tempels 70 nach Christus sollten im jüdischen Ritus zunächst keine musikalischen Elemente Platz finden, die instrumental unterstützt werden. Damit wird der Trauer über den Verlust der Kultstätte Ausdruck verliehen. Eine Ausnahme bildet das Schofarblasen an Neujahr, als Ruf zur Reue und Erinnerung an das Schofarblasen am Sinai, wie es in Ex 19,19 überliefert ist. Andererseits verlangt es die religiöse Pflicht, einem Brautpaar an seinem Hochzeitstag Freude zu bereiten. Damit befand sich der jüdische Musiker, den man damals „Lets“ nannte, stets in einer empfindlichen Spannung. Es verwundert nicht, dass er als Außenseiter galt. Das gesellschaftliche Ansehen war eher gering. Meistens durchlebten die Letsim auch keine musikalische Ausbildung. Vielmehr lernten die Spieler von ihren Vätern, und diese hatten die Kunst ebenso von ihren Vätern gelernt. Professionelle Berufsmusiker können schon ab dem 16. Jahrhundert nachgewiesen werden. Quellen aus dieser Zeit berichten vereinzelt sogar von Auftritten auf Märkten und in den Häusern reicher Bürger. Spätestens ab dem 18. Jahrhundert jedoch waren jüdische Musiker auf nichtjüdischen Hochzeiten keine Seltenheit mehr.

Streichinstrumente sind typisch für den Klezmer.

Grund für die Ausdehnung auf weitere musikalische Schauplätze war die einsetzende Aufklärung: Die Ghettos der jüdischen Gemeinden in Mitteleuropa verschwanden langsam. Kulturelle Grenzen verwischten, feste religiöse Strukturen und ganze Gemeinden lösten sich auf. Weil der Wert von Ritualen sank, wurde auf der einen Seite der Klezmer als traditioneller Bestandteil einer jüdischen Hochzeit zurückgedrängt. Auf der anderen Seite spielten immer mehr christliche Musiker Klezmer-Klänge in nichtjüdischen Kontexten nach. Damit verlagerte sich der Mittelpunkt der ursprünglichen Klezmermusik zunehmend ins orthodoxe Judentum Osteuropas, wo die Aufklärung nicht die gesellschaftlichen Auswirkungen zeigte wie in Mitteleuropa. Dort wurden religiöse Elemente weiterhin streng bewahrt. Der Klezmer konnte sich in diesem geschützten Raum weiterentwickeln.

Im Zuge von Pogromen und andauernder ideologisch begründeter Unterdrückung der Juden wanderten viele von ihnen Ende des 19. Jahrhunderts in die USA aus – und nahmen ihre Musik mit. Zu diesem Zeitpunkt beherrschte nahezu jeder Jude Jiddisch. Sprache und Musik sind dadurch zwangsläufig eng miteinander verbunden. Beide sind als Fusion verschiedener Einflüssen zu verstehen. Sie setzen sich als Mixtur aus dem hebräischen, slawischen, romanischen und mittelhochdeutschen Erbe zusammen. Der Sprecher bzw. der Musiker kann so zwischen diesen Kulturen „umschalten“ und vermitteln. Klezmermusik besaß daher zunächst die Funktion, unter den Einwanderern wie ein Kleber zu wirken. Rasch eroberte der Stil den gesamten Entertainment-Sektor in einer der größten jüdischen Ansiedelungen New Yorks, der Lower East Side. Mit dem neuen sozialen Kontext verschwand allerdings die ehemals sakrale Bedeutung komplett. Statt liturgischem Wert kam dem Klezmer eine reine Unterhaltungsfunktion zu – zwar wurde weiterhin auf Hochzeiten gespielt, aber auch am Theater, in Weinkellern oder Kaffeehäusern. Führende Instrumente in unterschiedlicher Besetzung waren Geige, Mandoline, Cello, Kornett und Klarinette. Typischerweise klang ein wenig „Rauheit“ im Stil an, Unregelmäßigkeiten bzw. Unsauberkeiten im Rhythmus. Es mag ein „polyrhythmischer Höreindruck“ entstehen. Allerdings war das Repertoire groß und verschiedene Richtungen je nach Musiker und Publikum entstanden. Die kulturelle Blütezeit der jiddischen Subkultur war jedoch bald zu Ende. Die folgenden Generationen passten sich der neuen Heimat an, sodass der Klezmer sich immer mehr nach den Vorlieben der US-amerikanischen Gesellschaft richtete (z.B. Foxtrott) oder damit verschmolz (z.B. Swing).

Cello

Seit dem Klezmer-Revival der 1970er Jahre gibt es viele Bands, die neben anderen Stilrichtungen auch das anbieten, was man unter modernem Klezmer versteht. Es ist heute ein uneinheitlicher Musikstil, der sich bewusst in das Erbe der jiddischen Kultur stellt. Zentren gibt es vor allem dort, wo große jüdische Gemeinden zu finden sind: Chicago, Philadelphia und San Francisco. Es entstehen immer wieder auch Besetzungen aus Nicht-Juden – so war unter den ersten „gemischten“ Bands der Afroamerikaner Don Byron, der auch als Solo-Künstler Klezmer-Elemente in seiner Musik einsetzt.

Kritiker merken die Ästhetisierung, Kommerzialisierung und den Verlust der religiösen Bedeutung an, Bewahrer blicken der Zukunft ihres Erbes finster entgegen. Aber Musik lebt von „Geliehenem“  und entsteht niemals völlig unabhängig von ihrem kulturellen Kontext. Ein gewisser Grad an Assimilation gehört natürlicherweise bei der Weitergabe von Tradition dazu. Der Klezmer kann anregen, über jüdische Kultur und Geschichte nachzudenken und in jeder Zeit das tun, wozu er stets bestimmt war – den Zuhörer erfreuen.

Wer sich selber einmal ein Bild machen möchte, kann dies am Samstag, den 10.03.2018, in der Kleinen Synagoge Erfurt tun. Gleich zweimal wird es ein Klezmer-Konzert von “The String Company” mit Lev Guzman geben. Informationen dazu gibt es unter http://juedisches-leben.erfurt.de/jl/de/service/aktuelles/veranstaltungen/2018/127210.html).

Empfehlenswerte Literatur:

Lensch, Juliane, Klezmer. Von den Wurzeln in Osteuropa zum musikalischen Patchwork in den USA, Hofheim 2010

Ottens, Rita, Joel Rubin, Klezmer-Musik, Kassel – München 1999

Winkler, Georg, Klezmer. Merkmale, Strukturen und Tendenzen eines musikkulturellen Phänomens, Salzburger Beiträge zu Musik- und Tanzforschung, Bd. 1, Bern 2003

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