Israels Botschafter fordert NPD-Verbot

Kurz vor seiner Rückkehr nach Israel äußerte sich Yoram Ben-Zeev, israelischer Botschafter in Berlin, zur aktuellen Rechtsextre-mismus-Debatte in Deutschland: In einem Interview verglich er rechtsradikale Bewegungen mit einem Krebsgeschwür, das sich besonders in Zeiten der wirtschaftlichen Krise ausbreite und die Demokratie gefährde. Aus diesem Grund sprach er sich für ein NPD-Verbot aus: „Ich will das nicht direkt vergleichen, aber die Nazis waren auch eine legitime Partei. Sie sind auch auf legitime Art und Weise an die Macht gekommen. Solche Bewegungen sind ein Krebs, und man muss ihn herausschneiden…“.

Seine vierjährige Amtszeit in Deutschland bezeichnete Ben-Zeev rückblickend als “emotional und intellektuell überwältigende Erfahrung” und denkt dabei besonders an die nationalso-zialistische Vergangenheit, an die er in der deutschen Hauptstadt täglich erinnert wurde: „Man geht durch Berlin, und da ist das Gestapo-Hauptquartier. Man sieht die Stolpersteine, die an die Deportierten erinnern. Man geht in die Oper, und es wird Wagner gespielt.“ In all dem habe er jedoch die „tiefe Verbindung zwischen der deutschen und der jüdischen Kultur“ erleben können. Und auf die Frage, was er am meisten vermissen werde, antwortete er schlicht: “Deutschland.“

Auf der Homepage der israelischen Botschaft in Deutschland findet sich die Abschiedsrede Ben-Zeevs. Das vollständige Interview ist hier nachzulesen.

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Quelle: http://www.israelnetz.com/themen/aussenpolitik/artikel-aussenpolitik/datum/2011/11/23/botschafter-ben-zeev-fordert-npd-verbot/

Herodes der Große, der von ca. 37 v. Chr. bis 4. n. Chr. über Judäa und Galiläa herrschte, ging als einer der größten Bauherren der Antike in die Geschichte ein. Ein zufälliger Fund beim Robinsonbogen südlich der Klagemauer zeigte jetzt, dass Teile des von ihm um 22 v. Chr. begonnenen Jerusalemer Tempels erst unter seinem Enkel Herodes Agrippa I. fertiggestellt wurden, darunter die Außenmauern des Tempelareals, wozu die heutige Klagemauer gehört. Die im Auftrag der israelischen Altertumsbehörde arbeitenden Archäologen Eli Schukrun und Ronny Reich entdeckten bei Instandsetzungsarbeiten u.a. Münzen des römischen Prokurators Valerius Gertus aus dem Jahr 18 n. Chr., die eine exakte Datierung der Vollendung des „größten Bauprojektes, von dem die Menschheit jemals gehört hat“, so der zeitgenössische Historiker Flavius Josephus, ermöglichen.

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  Mehr unter: http://www.israelnetz.com/themen/wissenschaft/artikel-wissenschaft/datum/2011/11/23/koenig-herodes-hat-den-tempel-nicht-fertig-gebaut/    

„Erst analysieren, dann Lösungen suchen!“

In Berlin stellte am Mittwoch der Korrespondent des Israelnetzes, Johannes Gerloff, sein neues Buch „Die Palästinenser: Volk im Brennpunkt der Geschichte“ vor. Es soll einen Beitrag zur gründlichen Analyse von und zum objektiven Umgang mit dem Nahostkonflikt leisten. Angesichts der Tatsache, dass die Meinungen über das palästinensische Volk „so schwarz-weiß wie Arafats Kopftuch“ seien, möchte Gerloff ein ausgewogenes und gründlich recherchiertes Bild von Selbstverständnis sowie Denkweise der Palästinenser liefern. Zu diesem Zweck besuchte und interviewte der seit Jahren in Israel lebende Theologe und Journalist u.a. zahlreiche Mitglieder des palästinensischen Volkes, von Scheichs über Korangelehrte bis hin zu Raketenschützen im Gazastreifen und Bewohnern von Flüchtlingslagern, auch Repräsentanten der christlichen Minderheit kommen zu Wort.

Am Sonntag, den 27.11, ist Johannes Gerloff um 21:30 Uhr in einem 30-minütigen Interview auf TV.Berlin zu sehen, der Beitrag kann anschließend auf der Homepage des Senders abgerufen werden.

Nachtrag: Hier der direkte Link zum Videobeitrag http://www.tvbvideo.de/video/iLyROoaf2RMt.html

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  Quellen: http://www.israelnetz.com/themen/kultur/artikel-kultur/datum/2011/11/16/korrespondent-gerloff-erst-analysieren-dann-loesungen-suchen/ http://www.israelnetz.com/themen/kultur/artikel-kultur/datum/2011/11/17/tvberlin-zeigt-interview-mit-johannes-gerloff/

Das EU-geförderte Projekt „Judaica Europeana“, das sich zum Ziel gesetzt hat, eine mehrsprachige der Öffentlichkeit zugängliche Datenbank über die jüdische Kultur in Europa zu erstellen, steht kurz vor seinem Abschluss: Bis Jahresende werden Millionen von Dokumenten aus Museen, Archiven und Bibliotheken digital erfasst und zusammengetragen sein, auf die ab Frühjahr unter http://www.judaica-europeana.eu jeder zugreifen kann, „der an der Geschichte der europäischen Städte oder der jüdischen Kultur Interesse hat“, so Projektleiterin Dr. Rachel Heuberger. Für dieses Mammutprojekt arbeiteten zehn europäische Institutionen aus Frankfurt, London, Athen, Bologna, Budapest, Paris, Rom und Warschau unter der Leitung der Judaica Sammlung der Frankfurter Universitätsbibliothek und der European Association for Jewish Culture Hand in Hand. Digitalisiert wurden unzählige Fotografien, Postkarten, Filme, Tonaufnahmen und vieles mehr, denn, so Heuberger: „Die Vielfalt jüdischer Kultur findet ihren Ausdruck in Hunderttausenden von Objekten, die in vielen Sammlungen verstreut sind: Das sind Dokumente, Bücher, Handschriften, Zeitschriften, Tonaufzeichnungen, Bilder, Photographien, Postkarten, Plakate und Filme, aber auch Bauwerke und Friedhöfe in ganz Europa“. Einige der Dokumente sind bereits ab dem 15. November in der Ausstellung „Kulturerbe im Netz“ der Frankfurter Goethe-Universität, in der Kunstbibliothek im Juridicum, zu sehen.

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Mehr unter: http://www.muk.uni-frankfurt.de/news/hp/256_Judaica_Europeana/index.html

Diesmal im Nachrichtenrückblick: Der Deutsche Israel-Kongress, Jerusalem-Dokumentation in 3D sowie Sarkozy zur Zwei-Staaten-Lösung.

Deutscher Israel-Kongress

Unter dem Motto „Frieden durch Sicherheit – Sicherheit durch Frieden“ fand am 23.10.2011 der 2. Deutsche Israel-Kongress statt, an dem etwa 3000 Besucher und 200 israelsolidarische Organisationen teilnahmen. Das in Frankfurt am Main veranstaltete größte pro-israelische Treffen Europas hatte zum Ziel, ein Zeichen der Solidarität mit Israel zu setzen, was durch abwechslungsreiche Programmpunkte sowie u.a. durch eine von den teilnehmenden Organisationen getragene veröffentlichte Resolution geschah. Diese sowie diverse Videos der Vorträge sind unter www.israelkongress.de zu finden. Auch das Institut für Israelogie war mit einem Stand auf dem Kongress vertreten.

Quelle: http://www.israelaktuell.de/de/index.php?id=243

2013 im Kino: Jerusalem in 3D

Ab dem Jahr 2013 wird weltweit in den IMAX-Kinos eine 3D-Dokumentation über die Heilige Stadt, über ihre Geschichte, ihre Geographie und ihre Menschen, zu sehen sein. Die Dreharbeiten zu diesem Film, in dem ein jüdischer, ein  christlicher, ein muslimischer sowie ein säkularer Jugendlicher einen Tag lang durch Jerusalem begleitet werden sollen, begannen bereits 2010 mit beeindruckenden Luftaufnahmen der israelischen Hauptstadt. Der Trailer ist zu sehen unter: http://www.jerusalemthemovie.com.

Zur weiteren Lektüre: http://www.zum-leben.de/aktuelles/v/a/jerusalem-in-3d-bald-im-kino/

„Palästinenser müssen jüdischen Staat anerkennen“

So äußerte sich Frankreichs Staatspräsident Sarkozy am Mittwoch bei einem Treffen mit Vertretern des „Jüdischen Weltkongresses“ im Pariser Elysée-Palast. Auf dem Wege zu einer Zwei-Staaten-Lösung sei die palästinensische Anerkennung Israels ein unerlässlicher Baustein. Von Israel erwarte er die Einstellung des Siedlungsbaus im Westjordanland, betonte gleichzeitig aber Frankreichs Ablehnung der Vollmitgliedschaft Palästinas im UN-Sicherheitsrat. Auf den Vorfall beim G20-Gipfel in Cannes vor einer Woche, bei dem der französische Regierungschef Israels Premierminister Netanjahu im persönlichen Gespräch mit Obama einen Lügner genannt hatte, wurde bei dem Treffen nicht  eingegangen.

Quelle: http://www.israelnetz.com/themen/aussenpolitik/artikel-aussenpolitik/datum/2011/11/10/sarkozy-palaestinenser-muessen-juedischen-staat-anerkennen/

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Am 23.10.2011 findet der 2. Deutsche Israelkongress in Frankfurt statt. Nach Angaben der Veranstalter werden bis zu 130 Gruppen und Institutionen zusammenkommen und Themen rund um Israel besprechen. Kultur, Musik und Kunst sowie Wirtschaft, Handel, Wissenschaft und Technologie sollen dabei im Mittelpunkt stehen. Unter der Schirmherrschaft des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann und S.E. Yoram Ben-Zeev, Botschafter des Staates Israel in Deutschland, sowie von Frau Regine Sixt, von der SIXT AG., ist es Ziel des Kongresses ein deutliches Zeichen der Solidarität mit dem Staat Israel zu setzen. 2.500 Teilnehmer werden erwartet.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf der offiziellen Homepage:

 

Das Institut für Israelogie wird ebenfalls als Austeller auf dem Kongress vertreten sein. Wenn Sie wollen, können Sie uns dort am 23.10.2011 ab 12:00 Uhr besuchen. Wir freuen uns auf Sie.

(fw)