Antisemitismus in Deutschland

Kürzlich beschäftigte sich ein Kongress der CDU/CSU-Fraktion mit dem wachsenden Antisemitismus in Deutschland. Auf der Unionsfraktionstagung „Jüdisches Leben in Deutschland – Ist es gefährdet?“ sprachen u.a. Innenminister Thomas de Maizière, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundesfraktion Volker Kauder und Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland K.d.ö.R., über die steigende Zahl antisemitischer Übergriffe im Land.

In der Veranstaltungsbeschreibung zur Fraktionstagung liest man: „Seit Jahren entwickelt sich jüdisches Leben mit einer lebendigen Kultur in unserer Mitte. An vielen Orten prägen Synagogen, jüdische Einrichtungen, Kunst und Kultur wieder das Straßenbild. Doch ist tatsächlich so etwas wie Normalität in das jüdische Leben in Deutschland eingekehrt?“ Selbst heute, 70 Jahre nach der Befreiung der Konzentrationslager und Beendigung des Holocaust, ist ein altes und in Deutschland allseits bekanntes Ärgernis präsent wie nie: der Antisemitismus, der Hass gegen Juden. Während in Jerusalem kürzlich wieder gezielter Terror ausgeübt wird, beispielsweise dadurch, dass Personen auf der Straße mit einem Auto angefahren werden, ist auf deutschen Schulhöfen „Jude“ wieder ein gängiges Schimpfwort geworden.

Innenminister de Maizière referierte auf der Unionsfraktionstagung „Jüdisches Leben in Deutschland – Ist es gefährlich?“ auch über antisemitische Gruppen mit islamistischem Hintergrund. Übergriffe gegenüber Juden gehen von rechts- und linksextremistischen Gruppen, aber eben insbesondere gerade auch von salafistischen Kreisen aus – und die Gefahr, die von solchen Gruppen ausgeht, wächst in Deutschland zu einer ernstzunehmenden Gefahr heran. Der Innenminister forderte daher auch zu Recht eine „Null-Toleranz-Politik“ gegen Antisemitismus in Deutschland. Auch Volker Kauder lässt den muslimischen Hass gegen Juden nicht unwidersprochen stehen. Er zitierte den ehemaligen Bürgermeister Heinz Buschkowsky: „Muslimische Einwanderer sind Träger des Hasses“, um besonders auf diese Form des islamitischen Antisemitismus hinzuweisen.

Auf der Internetseite von CDU/CSU ist zur Veranstaltung noch zu lesen: „Gerade bei Jugendlichen scheinen Vorurteile gegenüber Juden aktuell sogar zuzunehmen. Zudem müssen wir leider feststellen, dass Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland wieder häufiger bedroht werden. Das sind Alarmsignale, die uns nicht unberührt lassen dürfen – Antisemitismus darf in unserem Land keinen Platz finden. Unsere Gesellschaft muss ihren jüdischen Mitbürgern ohne Einschränkung Sicherheit und die Möglichkeit der freien Religionsausübung garantieren können. Wir wollen, dass jüdisches Leben ein selbstverständlicher Teil des deutschen Alltags ist und bleibt.“ Um das zu ermöglichen, forderte Dr. Josef Schuster im letzten Vortrag, dass jedes Schulkind während seiner Schulzeit mindestens einmal ein Konzentrationslager besucht. Außerdem müsse es erlaubt sein, vor allem am muslimischen Antisemitismus deutliche Kritik zu üben, auch wenn man dabei zugleich beachten müsse, dass es auch Muslime gibt, die selbst den Antisemitismus gegen Juden gerichtet ablehnen und verurteilen.

(ts)

Quellen:

http://www.pro-medienmagazin.de/politik/detailansicht/aktuell/mehr-antisemitismus-unter-muslimen-92114/

https://www.cducsu.de/veranstaltungen/juedisches-leben-deutschland-ist-es-gefaehrdet

http://www.israelheute.com/Nachrichten/Artikel/tabid/179/nid/28600/Default.aspx