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	<title>Institut für Israelogie</title>
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	<description>Erst die Fakten. Dann die Meinung.</description>
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		<title>Aufruf zum Israelboykott im Züricher Hauptbahnhof</title>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 09:21:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Perrot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Israelboykott]]></category>
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		<description><![CDATA[Anlässlich des 65. Jahrestages des Staates Israel am 14. Mai, hat sich auch der Hauptbahnhof in Zürich an einer Aktion beteiligt: Dabei werden die 65 Jahre der Existenz des Staates Israel in &#8220;65 Jahre Unrecht an den Palästinensern&#8221; umgedeutet und wird in großen Buchstaben proklamiert: &#8220;Israel verletzt täglich das Völkerrecht und die Menschenrechte der Palästinenser!&#8221; [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2517" class="wp-caption alignright" style="width: 315px"><img class="size-full wp-image-2517" alt="Bild 3" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/Bild-31.png" width="305" height="221" /><p class="wp-caption-text">Das Plakat im Züricher Hauptbahnhof</p></div>
<p style="text-align: justify;">Anlässlich des 65. Jahrestages des Staates Israel am 14. Mai, hat sich auch der Hauptbahnhof in Zürich an einer Aktion beteiligt: Dabei werden die 65 Jahre der Existenz des Staates Israel in &#8220;65 Jahre Unrecht an den Palästinensern&#8221; umgedeutet und wird in großen Buchstaben proklamiert: &#8220;Israel verletzt täglich das Völkerrecht und die Menschenrechte der Palästinenser!&#8221; Darunter werden simplistisch namenlose Juden in Großbritannien zitiert, die eine einladende Legitimation aussprechen: &#8220;Es ist koscher, israelische Güter zu boykottieren!&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">Verantwortlich für diese &#8220;Werbekampagne&#8221; ist die Schweizer Ethnologin und Soziologin Verena Tobler (Jg. 1944), auf Internetblogs aufgrund entsprechener Artikel in der Vergangenheit als &#8220;Taliban-Versteherin&#8221; bezeichnet, die bereits eine ähnliche Plakataktion im Jahr 2009 initiiert hatte. Sie habe den Slogan gewählt, weil er von Juden selbst stamme, und wenn selbst diese schon israelkritisch eingestellt sind&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Protest ist insofern zwecklos, als ein Sprecher der Schweizer Bundesbahnen (SBB) verlauten ließ, dass diese nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes verpflichtet seien, solche Plakate im Namen der Meinungsfreiheit aufzuhängen. Vor vier Jahren wurde der entsprechende Aushang nach drei Tagen wieder entfernt, was im Nachhinein allerdings als unrechtmäßig beurteilt wurde.</p>
<div id="attachment_2519" class="wp-caption alignleft" style="width: 229px"><img class="size-full wp-image-2519" alt="Boycot_of_Jewish_shops_april_1933" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/Boycot_of_Jewish_shops_april_1933.jpg" width="219" height="298" /><p class="wp-caption-text">Von der NSDAP organisierter Boykott jüdischer Geschäfte 1933</p></div>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Sehr geschmackvoll, am Ende eines Gleises Juden zu diffamieren&#8221;, wertete die Facebookseite &#8220;Freundschaft Deutschland &#8211; Israel&#8221; mit einem ironischen Unterton. Andere weisen auf die gefährliche Ähnlichkeit zu nationasozialistischen Propagandaaufrufen wie &#8220;Kauft nicht bei den Juden&#8221; hin.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf unsachgemäße und vereinfachende Vergleiche sollte trotz aller berechtigten Kritik aber verzichtet und das Problem in seiner Komplexität betrachtet werden. Noch wird der Boykottaufrauf in den meisten Fällen nicht auf sämtliche jüdische Geschäfte im In- und Ausland ausgeweitet, sondern auf israelische Produkte aus dem Land selbst.</p>
<p style="text-align: justify;">Warum, so die militanten Kritiker, sollte man ein Land wirtschaftlich unterstützen, dass Menschenrechtsverletzungen nicht nur duldet, sondern auch täglich praktiziert?! Hier kann auf UN-Sanktionen verwiesen werden, die im Falle von beispielsweise China einer ähnlichen Logik folgen.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch gibt es hier große Unterschiede, da die Lage im Nahen Osten so einfach und einseitig leider nicht ist. Yigal Caspi, israelischer Botschaft in der Schweiz, erläuterte gegenüber dem Wochenmagazin <em>Tachles</em>: &#8220;Bisher zielten Boykottaufrufe auf die Siedlungen in den umstrittenen Gebieten westlich des Jordans, aber dieses Plakat ruft zum Totalboykott Israels auf – als wäre Israel verantwortlich für sämtliche Probleme im Nahen Osten.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">Einseitige Schuldzuweisungen, die die schwierige Lage Israels ignorieren, sind im Falle des Nahostkonflikts fehl am Platze. Auch ist die Frage, inwiefern die aktuelle israelische Regierung die Meinung aller in Israel lebenden Juden repräsentiert, von denen immer mehr &#8211; vor allem die weitesgehend links-liberale intellektuelle Elite &#8211; der Siedlungspolitik ablehnend gegenüberstehen. Auch diese Menschen sowie in Israel lebende und am Exporthandel beteiligte Araber trifft aber letztendlich der Boykott.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine weitere an die Initiatoren der Boykottaufrufe zu stellende Frage ist die der Verhältnismäßigkeit. Ja, dass Israel im Westjordanland Menschenrechtsverletzungen begeht, ist nur schwer zu leugnen. Aber wie sind diese zu bewerten im Vergleich zu denen anderer Staaten wie China, dem Iran, Syrien oder Russland? Bis heute haben die USA trotz internationaler Proteste Guantanamo noch nicht geschlossen, obwohl dort Verdächtige ohne Prozess festgehalten wurden -  ähnliches wird Israel gegenüber den Palästinenser vorgeworfen. Deshalb erscheint ein wirtschaftlicher Boykott von Ländern, deren Politik tadelnswert ist, nur dann kohärent, wenn auf Doppelmoral verzichtet und überall der gleiche Maßstab angesetzt wird.</p>
<div id="attachment_2518" class="wp-caption alignright" style="width: 302px"><a href="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/800px-Stephen_Hawking_in_Cambridge.jpg" rel="lightbox[2504]"><img class="size-full wp-image-2518" alt="Stephen Hawking in Cambridge" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/800px-Stephen_Hawking_in_Cambridge.jpg" width="292" height="217" /></a><p class="wp-caption-text">Stephen Hawking in Cambridge</p></div>
<p style="text-align: justify;">Im Falle des akademischen Boykotts von Professor Stephen Hawking, der seine Teilnahme an der diesjährigen <em>Presidential Conference </em>in Jerusalem aus ähnlichen Gründen zurückgezogen hatte, weist der Journalist Carlo Strenger in einem offenen Brief an Dr. Hawking zu Recht daraufhin, dass unsere Welt leider ein &#8220;chaotischer, schwieriger Ort&#8221; ist und man das perfekte Land vergebens suchen müsse. Er zitiert den Autor Ian McEwan, der auf die Kritik seiner Entscheidung, 2011 in Israel den Jerusalem-Preis für Literatur entgegenzunehmen, erwiderte: „Wenn ich nur Länder bereisen würde, mit deren Politik ich übereinstimme, würde ich mein Bett wahrscheinlich nie verlassen.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">Carlo Stenger schreibt weiter &#8211; Worte, die sicherlich auch im Falle des Züricher Hauptbahnhofes zutreffen:</p>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Wie können Sie und Ihre Kollegen, die sich für einen akademischen Boykott Israels aussprechen, Ihren doppelten Standard rechtfertigen, indem Sie sich nur Israel herauspicken? Sie leugnen ganz einfach, dass Israel den größten Teil seiner Geschichte unter existentieller Bedrohung stand und steht. Bis heute ruft die Hamas, eine der beiden großen Parteien in Palästina, zur Vernichtung Israels auf, und ihre Charta bedient sich abscheulichster antisemitischer Sprache. Bis heute vergeht kaum eine Woche, während der der Iran und sein Vasale, die Hisbollah, nicht drohen, Israel zu vernichten, obwohl sie keinen konkreten Konflikt mit Israel haben.</p>
<div id="attachment_2520" class="wp-caption alignleft" style="width: 183px"><img class="size-full wp-image-2520" alt="4905397032_19b476984b_o" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/4905397032_19b476984b_o.jpg" width="173" height="162" /><p class="wp-caption-text">Ein weiterer Aufruf zum Boykott israelischer Produkte</p></div>
<p style="text-align: justify;">Sich Israel für einen akademischen Boykott herauszupicken, ist, glaube ich, ein Fall von schwerwiegender Heuchelei. Es bedeutet, ein wenig Dampf über die Ungerechtigkeiten in der Welt abzulassen, wo es nicht allzu viel kostet. Ich warte immer noch auf den britischen Intellektuellen, der sagt, er würde nicht mit US-amerikanischen Institutionen kooperieren, solange Guantanamo besteht, so lange die USA ihre Politik der gezielten Tötungen fortsetzen.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">So ist die demagogische und auf einem Schwarz-Weiß-Denken beruhende Plakataktion zu verurteilen. Sie macht es sich zu leicht und ist einer reellen Lösung der Probleme im Nahen Osten in keinster Weise förderlich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Quellen:</em></p>
<p><em>http://www.tachles.ch/israelkritisches-plakat-im-hauptbahnhof</em></p>
<p><em>http://www.hagalil.com/archiv/2013/05/12/israelboykott/</em></p>
<p><em>http://www.hagalil.com/archiv/2013/05/12/hawking-2/</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fotos: Stephen Hawking: Doug Wheller@flickr, &#8220;Boycott Apartheid Israel&#8221;: ☪yrl@flickr</p>
<p><em> </em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Israelische Radiosendung versorgt Iraner mit Informationen</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 08:30:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Perrot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Information]]></category>
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		<description><![CDATA[Ausgerechnet in Jerusalem wird die Nachrichtensendung produziert, die täglich um 18.30 Uhr bis zu fünf Millionen Iraner mit unabhängigen Nachrichten versorgt. Die Stimme, die mehrere tausend Kilometer weit durch den Äther wandert, um die Iraner zu erreichen, gehört dem jüdischen Israeli Menasche Amir. Er ist Radiomoderator bei dem öffentlich-rechtlichen Sender Kol Israel (&#8220;Stimme Israels&#8221;). Wie [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ausgerechnet in Jerusalem wird die Nachrichtensendung produziert, die täglich um 18.30 Uhr bis zu fünf Millionen Iraner mit unabhängigen Nachrichten versorgt. Die Stimme, die mehrere tausend Kilometer weit durch den Äther wandert, um die Iraner zu erreichen, gehört dem jüdischen Israeli Menasche Amir. Er ist Radiomoderator bei dem öffentlich-rechtlichen Sender <em>Kol Israel</em> (&#8220;Stimme Israels&#8221;).</p>
<div id="attachment_2485" class="wp-caption alignleft" style="width: 187px"><img class="size-full wp-image-2485 " alt="Menasche Amir (2011)" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/390px-Menash.jpg" width="177" height="272" /><p class="wp-caption-text">Menasche Amir (2011)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Wie es zu der ungewöhnlichen Sendung kam, berichtete Bastian Berbner am 26.2.2013 für die Süddeutsche Zeitung. Als Menasche Amir vor 53 Jahren aus dem Iran nach Israel einwanderte, bestanden zwischen beiden Ländern noch gute wirtschaftliche und politische Beziehungen. Es gab sogar einen Studentenaustausch und über den israelischen Sender <em>Kol Israel</em> konnten Iraner die Kultur des jungen israelischen Staates kennen lernen. Der damals 20 Jährige Amir war durch beide Länder und Kulturen geprägt, sprach Persisch und Hebräisch und wurde für die Moderation der persischsprachigen Sendung ausgewählt.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach der islamischen Revolution 1979 hat sich vieles geändert. Amirs Sendung wird von der Regierung in Teheran als zionistische Propaganda verurteilt und er selbst als Spion diffamiert. Aber für regimekritische Iraner und viele Diplomaten sind seine Nachrichten auf Persisch neben dem BBC-Programm die wichtigste Informationsquelle.</p>
<div id="attachment_2486" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><img class="size-full wp-image-2486" alt="Der Reporter in seinem Studio" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/800px-Israel_Radio_Persian.jpg" width="294" height="219" /><p class="wp-caption-text">Der Radiomoderator in seinem Studio</p></div>
<p style="text-align: justify;">90 Minuten ist die Sendung mittlerweile lang und durch eine Anruf-Sendung am Sonntag bekommt Amir viele Rückmeldungen von der iranischen Bevölkerung. „Sie beschweren sich bitterlich, dass sie sich kein Fleisch leisten können, dass Familienmitglieder verhaftet wurden, dass das Regime am Atomprogramm festhält in Zeiten, in denen jeder fünfte Iraner in Armut lebt“, schreibt Berbner. Es kommt jedoch auch vor, dass ein Regierungsanhänger &#8220;Tod dem Staat Israel!&#8221; in das Telefon schreit.</p>
<p style="text-align: justify;">Dennoch liebt Menasche Amir den Iran, den der heute 73-Jährige noch immer als &#8220;sein Land&#8221; bezeichnet und gerne einmal bereisen würde. Iran und Israel sind für ihn wie Vater und Mutter: Beide haben seine Identität geprägt und beiden fühlt er sich eng verbunden. Er ist hoffnungsvoll, dass der Großteil der Bevölkerung eine andere Regierung will und er mit seinem Radioprogramm Werte wie Meinungsfreiheit stärken kann.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p>Quelle:</p>
<p style="text-align: justify;"><em>http://www.sueddeutsche.de/medien/israelischer-radiomoderator-stimme-der-freiheit-1.1609663</em></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Fotos:</p>
<p style="text-align: justify;">Menasche Amir 2011: Ephix@wikipedia</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Fernsehtipps rund um das Judentum im Mai</title>
		<link>http://www.israelogie.de/2013/fernsehtipps-im-mai/</link>
		<comments>http://www.israelogie.de/2013/fernsehtipps-im-mai/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 May 2013 13:28:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Perrot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute möchten wir Ihnen für den Monat Mai eine kleine Auswahl  sehenswerter Dokumentationen und Filme zu den verschiedensten Themen rund um&#8217;s Judentum präsentieren. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Sendungen finden Sie auf der Homepage von HaGalil, auf welcher übrigens 14-tägige Fernsehtipps rund um Israel und das Judentum veröffentlicht werden. Bei den in der Vergangenheit liegenden [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img class=" wp-image-1777 alignright" style="border: 2px solid black;" alt="Bild 2" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2012/09/Bild-2.png" width="303" height="243" />Heute möchten wir Ihnen für den Monat Mai eine kleine Auswahl  sehenswerter Dokumentationen und Filme zu den verschiedensten Themen rund um&#8217;s Judentum präsentieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Ausführliche Informationen zu den einzelnen Sendungen finden Sie auf der Homepage von <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2013/04/29/fernsehtipps-85/" target="_blank">HaGalil</a>, auf welcher übrigens 14-tägige Fernsehtipps rund um Israel und das Judentum veröffentlicht werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei den in der Vergangenheit liegenden Sendeterminen finden Sie einen Link zu einer online abrufbaren Version der Sendung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Gräber für die Ewigkeit – Jüdische Bestattungsrituale</strong><br />
So, 5. Mai, 11h45-12h, 3sat</p>
<p style="text-align: justify;">Wie begraben die Juden ihre Toten? Wieso wollen strenggläubige Juden am Ölberg begraben werden und was kostet dort eine Grabstelle? Welcher Glaube steckt hinter welchem Ritual?</p>
<p style="text-align: left;">(Link: <a href="http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1&amp;mode=play&amp;obj=35807" target="_blank">http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1&amp;mode=play&amp;obj=35807</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Soldatinnen Gottes – Die Frauen der Hamas</strong><br />
Mo, 6. Mai, 1h20-2h30, HR</p>
<p style="text-align: justify;">Die palästinensische Regisseurin Suha Arraf begleitet vier Anhängerinnen der Hamas in ihrem Alltag und stellt dar, was das Leben dieser Frauen ausmacht, die zu den mächtigsten im Gazastreifen zählen.</p>
<p style="text-align: left;">(Link zum 1. Teil: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=aYMG92m2_Fw" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=aYMG92m2_Fw</a>. Tipp: Gibt man &#8220;Soldatinnen Gottes&#8221; im Youtube-Suchfeld ein, erscheinen die acht Teile untereinander.)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das Geheimnis der Zugvögel</strong><br />
Do, 9. Mai, 12h40-13h30, RBB</p>
<p style="text-align: justify;">Jedes Jahr im Frühling durchqueren Millionen Zugvögel das israelische Gebiet auf ihrem Weg in den Norden. Ihr erster Rastplatz nach einem langen Non-Stop-Flug über die Wüsten Afrikas liegt in Südisrael. Diese Reportage folgt den Vögeln auf ihrer Reise und erläutert interessante Hintergründe.</p>
<p style="text-align: left;">(Link: <a href="http://mediathek.rbb-online.de/rbb-fernsehen/dokumentation-und-reportage/das-geheimnis-der-zugvoegel?documentId=14036230" target="_blank">http://mediathek.rbb-online.de/rbb-fernsehen/dokumentation-und-reportage/das-geheimnis-der-zugvoegel?documentId=14036230</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Eine Oase in Jerusalem – Das American Colony Hotel</strong><br />
Do, 9. Mai, 12h45-13h15, 3sat</p>
<p style="text-align: justify;">Hier steigen sie ab, die Journalisten, Politiker und Filmstars, die Jerusalem besuchen, aber ungestört bleiben wollen: Im American Colony Hotel im Osten der Stadt. Die neutrale Haltung seiner Besitzer macht das Luxushotel zudem zu einem beliebten Treffpunkt für Israelis wie Palästinenser.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hatufim – In der Hand des Feindes 1/10</strong><br />
Do, 9. Mai, 21h-22h02, arte</p>
<p style="text-align: justify;">Die zehnteilige israelische Fernsehserie, Vorlage für die preisgekrönte US-Serie &#8220;Homeland&#8221;, wird ab dem 9. Mai auf <em>arte</em> in Deutschland erstausgestrahlt. Sie handelt von drei israelischen Soldaten, die nach 17-jähriger Gefangenschaft im Libanon nach Israel zurückkehren &#8211; nur zwei von ihnen lebend.</p>
<p style="text-align: left;">(Link zu Teil 1 &#8211; nur eine Woche abrufbar:  <a href="http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1" target="_blank">http://videos.arte.tv/de/videos/hatufim-in-der-hand-des-feindes-1-10-achtung-schockierende-bilder&#8211;7483784.html</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kreuzfahrt mal ganz koscher</strong><br />
Fr, 10. Mai, 12h30-13h, 3sat</p>
<p>Ein streng orthodoxes Ehepaar macht Urlaub: Und zwar keinen normalen Urlaub, sondern eine Kreuzfahrt auf der &#8220;Golden Iris&#8221;. Dort gibt es nur koscheres Essen und werden neben den üblichen Animationen auch religiöse Diskussionsrunden und Eheberatung angeboten.</p>
<p>(Link: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=jmKE3ejoYj8" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=jmKE3ejoYj8</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Trockengelegt – Konfliktherd Totes Meer</strong><br />
Sa, 11. Mai, 11h25-12h42, arte</p>
<p style="text-align: justify;">Der Spiegel des Toten Meeres in Israel sinkt jedes Jahr um einen Meter. Wird nichts unternommen, dann wird das Meer in gut 30 Jahren so gut wie nicht mehr existieren. Die Dokumentation zeigt Hintergründe auf und berichtet über mögliche Lösungsansätze.</p>
<p style="text-align: justify;">(Link: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=pwyzPX_QyNE" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=pwyzPX_QyNE</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Schauplätze der Weltkulturen: Jerusalem – Stadt zwischen den Religionen</strong><br />
Sa, 11. Mai, 21h-22h, BR-alpha</p>
<p style="text-align: justify;">Seit jeher ist Jerusalem als heilige Stadt der Juden, Christen und Moslems heiß geliebt und heiß umkämpft. Der Film zeigt das Protrait einer Stadt, die für die Anhänger der drei Weltreligionen Segen und Fluch zugleich ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Weitere Dokumentationen, Reportagen und Filme samt Inhaltsbeschreibungen bis zum 15. Mai finden Sie auf <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2013/04/29/fernsehtipps-85/" target="_blank">http://www.hagalil.com/archiv/2013/04/29/fernsehtipps-85/</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fotos:</p>
<p>Titelbild: Susan E Adams@flickr, Familie: Eilam Gil@flickr</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Franz-Delitzsch-Preisverleihung 2013: Über den antisemitischen Immanuel Kant</title>
		<link>http://www.israelogie.de/2013/franz-delitzsch-preisverleihung-2013-uber-den-antisemitischen-immanuel-kant/</link>
		<comments>http://www.israelogie.de/2013/franz-delitzsch-preisverleihung-2013-uber-den-antisemitischen-immanuel-kant/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 07 May 2013 16:29:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Perrot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured News]]></category>
		<category><![CDATA[2013]]></category>
		<category><![CDATA[Beer Sheva]]></category>
		<category><![CDATA[Berthold Schwarz]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Franz-Delitzsch-Preis]]></category>
		<category><![CDATA[Helge Stadelmann]]></category>
		<category><![CDATA[Immanuel Kant]]></category>
		<category><![CDATA[sommeruniversität]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum war Immanuel Kant Antisemit? Diese Frage stand im Fokus, als am Freitag, 26. April, im Rahmen einer feierlichen Zeremonie des Instituts für Israelogie der diesjährige Franz-Delitzsch-Förderpreis an Dr. Joel R. White (Gießen) für seinen Aufsatz “The Tale of the 144.000 in Revelation 7 and 14: Old Testament and Intra-textual Clues to their Identity” sowie [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2452" class="wp-caption alignright" style="width: 254px"><img class="size-large wp-image-2452" alt="Markus Voss-Göschel referierte über den Antisemitismus Immanuel Kants" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/DSC_0155-1024x680.jpg" width="244" height="161" /><p class="wp-caption-text">Markus Voss-Göschel referiert über den Antisemitismus Immanuel Kants</p></div>
<p style="text-align: justify;">Warum war Immanuel Kant Antisemit?</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Frage stand im Fokus, als am Freitag, 26. April, im Rahmen einer feierlichen Zeremonie des Instituts für Israelogie der diesjährige Franz-Delitzsch-Förderpreis an Dr. Joel R. White (Gießen) für seinen Aufsatz “The Tale of the 144.000 in Revelation 7 and 14: Old Testament and Intra-textual Clues to their Identity” sowie an Markus Voss-Göschel (Jena) für seine Arbeit “Zum Stellenwert vom theoretischen Antisemitismus in Immanuel Kants Religionsphilosophie” verliehen wurde.</p>
<div id="attachment_2453" class="wp-caption alignleft" style="width: 355px"><img class="size-large wp-image-2453" alt="Dr. Berthold Schwarz eröffnet die Feierlichkeiten zur Franz-Delitzsch-Preisverleihung" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/DSC_0029-1024x680.jpg" width="345" height="226" /><p class="wp-caption-text">Dr. Berthold Schwarz eröffnet die Feierlichkeiten zur Franz-Delitzsch-Preisverleihung</p></div>
<p style="text-align: justify;">Zu Beginn der im Plenarsaal der Freien Theologischen Hochschule stattfindenden Preisvergabe begrüßte Prof. Dr. Helge Stadelmann die Gäste und übergab das Wort an Institutsleiter Dr. Berthold Schwarz, welcher zunächst einmal den Namensgeber des Preises vorstellte: Franz Delitzsch (1813-1890) aus Leipzig, ein großer Kenner der rabbinischen Literatur, der das Neue Testament ins Hebräische übersetzte und dessen mit Carl Friedrich Keil erarbeitete Kommentarreihe in ihrer philologischen Genauigkeit eine Orientierung für die Arbeit des Instituts für Israelogie darstellt. Somit verleiht dieses seit 2007 einen Franz-Delitzsch-Preis sowie -Förderpreis für Arbeiten exegetischer, dogmatischer oder historischer Natur, die in herausragender Weise sachkompetent und in Übereinstimmung mit den Forschungsschwerpunkten des Instituts eine heilsgeschichtliche Israel-Theologie (Israelogie) fördern.</p>
<div id="attachment_2440" class="wp-caption alignright" style="width: 308px"><img class=" wp-image-2440  " alt="Fritz May nimmt ein kleines Präsent anlässlich seines Geburtstages entgegen" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/DSC_0048-1024x680.jpg" width="298" height="197" /><p class="wp-caption-text">Dr. Fritz May nimmt ein kleines Präsent anlässlich seines Geburtstages entgegen</p></div>
<p style="text-align: justify;">Ein besonderer Gruß wurde an Dr. Fritz May zu seinem 77. Geburtstag gerichtet, der das Institut seit  dessen Gründung mit dem Verein „Christen für Israel“ unterstützte und erst mögliche machte. May bedankte sich mit den Worten, die 77 sei zwar eine „vollkommene Zahl“, er habe aber lange noch nicht alles erreicht. Sein Herz werde weiter für Israel schlagen, bis Gott selbst ihn in den Ruhestand rufe.</p>
<div id="attachment_2441" class="wp-caption alignleft" style="width: 316px"><img class="size-large wp-image-2441" alt="Die beiden Gewinner des Israel-Stipendiums beglückwunschen sich gegenseitig" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/DSC_0114-1024x680.jpg" width="306" height="203" /><p class="wp-caption-text">Die beiden Gewinner des Israel-Stipendiums beglückwunschen sich gegenseitig</p></div>
<p style="text-align: justify;">Nun ging es mit der von allen mit Spannung erwarteten Preisverleihung weiter: Da in diesem Jahr kein &#8211; für eingereichte Monographien, Examensarbeiten o.ä. angesetzter &#8211; Hauptpreis verliehen wurde, gab es dieses Mal zwei Stipendien für die Teilnahme an der Sommeruniversität in Beer Sheva, Israel, auf das sich Studenten der Freien Theologischen Hochschule Gießen seit einigen Monaten bewerben konnten. Die Überraschung war gelungen für Philipp Wiens und Colin Bergen, die von Prof. Dr. Stadelmann mit den Worten „Warum soll nur einer fahren? Ich glaube, sie kommen miteinander klar“ als Gewinner verkündet wurden. Die beiden jungen Männer werden während ihrer vorlesungsfreien Zeit in Beer Sheva Hebräischkurse belegen und durch Vorträge sowie Ausflüge Land, Kultur und das Judentum besser kennen lernen werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Anschließend übernahm Institutsleiter Berthold Schwarz die Verkündigung der Gewinner des Franz-Delitzsch-Förderpreises. Dr. Joel R. White wurde für seinen Aufsatz über die famösen 144.000 aus Offenbarung 7 und 14, der demnächst in einem Sammelband der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, ausgezeichnet. Dieser lohnenswerte Diskussionsbeitrag habe die Jury überzeugt, weil er entsprechend dem Anliegen des Instituts „erst die Fakten“ und „dann die Meinung“ darstellt und den wissenschaftlichen Austausch über eine herausfordernde Bibelstelle fördert.</p>
<div id="attachment_2444" class="wp-caption aligncenter" style="width: 508px"><img class=" wp-image-2444 " alt="Der Institutsleiter überreicht Dr. Joel White seine Urkunde" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/DSC_0057-1024x680.jpg" width="498" height="330" /><p class="wp-caption-text">Der Institutsleiter überreicht Dr. Joel White seine Urkunde</p></div>
<div id="attachment_2445" class="wp-caption alignright" style="width: 147px"><img class="size-large wp-image-2445" alt="Dr. Joel White bei seiner Dankesrede" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/DSC_0067-680x1024.jpg" width="137" height="205" /><p class="wp-caption-text">Dr. Joel White bei seiner Dankesrede</p></div>
<p style="text-align: justify;">White bedankte sich in einer kurzen Rede für die Auszeichnung, die er als „Würdigung der andauernden Wichtigkeit der Exegese“ versteht, welche aus aus einem kritischen Hinterfragen systematisch-theologischer Entwürfe bestehe. Nach seiner Deutung, die sich von dem typisch reformierten Ansatz, aber auch vom klassischen Dispensationalismus unterscheidet, stellen die 144.000 in der Offenbarung judenchristliche Gläubige im 1. Jh. dar. Dieser bereits von Victorinus von Pettau (2. Jh.) und vereinzelten Forschern des 19. und 20. Jh. vertretenen Auslegung hofft er im 21. Jahrhundert durch seinen Aufsatz zu einer Wiederbelebung zu verhelfen.</p>
<div id="attachment_2446" class="wp-caption alignleft" style="width: 313px"><img class="size-large wp-image-2446" alt="Markus Voss-Göschel beim Empfang der Urkude" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/DSC_0074-1024x679.jpg" width="303" height="199" /><p class="wp-caption-text">Markus Voss-Göschel beim Empfang der Urkude</p></div>
<p style="text-align: justify;">Dem Theologiestudenten Markus Voss-Göschel aus Jena wurde für seine Arbeit über Immanuel Kants Antisemitismus der zweite Franz-Delitzsch-Förderpreis überreicht. Hierbei handele es sich um  einen grundlegend verschiedenen Ansatz, welcher religionsphilosophische Aspekte aufzeige, erläuterte Schwarz und bat den Preisträger mit der Aufforderung, dem Publikum zu erklären, &#8220;was man über Kant sonst noch so zu lernen hat außer dem, was in der Philosophieprüfung abgefragt wird“, zum Rednerpult.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Aufforderung ließ Voss-Göschel nicht unbeantwortet und ließ ein von großem Engagement und viel Feingefühl geprägtes Impulsreferat über die eher unbekannten Seiten des großen Philosophen folgen. Gesucht hatte der Theologe zu Beginn seiner Arbeit Kants Verständnis von Religion, gefunden einen radikalen Antisemitismus bei einem Immanuel Kant, den er während des Studiums seiner Schriften als wesentlich komplexer und vielschichtiger kennen lernte, als gemeinhin angenommen wird.</p>
<div id="attachment_2447" class="wp-caption alignright" style="width: 244px"><img class="size-full wp-image-2447" alt="Immanuel Kant (1724-1804)" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/Emmanuel-Kant.png" width="234" height="274" /><p class="wp-caption-text">Immanuel Kant (1724-1804)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Was viele von Kant nicht kennen, seien beispielsweise die Stellen, in denen er Juden als „Vampyre der Gesellschaft“ bezeichnet und von einer dringend erforderlichen „Euthanasie des Judentums“ spricht &#8211; und das, obwohl der Königsberger Philosoph gute Beziehungen zu Juden wie Moses Mendelsohn und Marcus Herz pflegte. Wie passt das zusammen? Dieser Frage, so erzählt Voss-Göschel weiter, widmete er sich fortan in seinen Recherchen: Wie kommt es, dass ein eigentlich so menschenfreundlicher und klarer Denker wie Kant derart brutale Äußerungen von sich gab, dass sich später sage und schreibe sogar Adolf Eichmann in Jerusalem auf ihn berufen konnte?</p>
<p style="text-align: justify;">Darauf verstand der Preisträger in den kommenden 40 Minuten eine Antwort zu geben, die studentische Zuhörer und Akademiker gleichermaßen fesselte. So kommt Voss-Göschel zunächst zu der Erkenntnis, dass zu differenzieren ist zwischen Kants positiver Beziehung zu einzelnen Juden sowie seiner prinzipiellen Aversion gegenüber dem Judentum als solches, die offenbar aus seinem komplexen Religionsverständnis resultierte. Deshalb „nur“ ein theoretischer Antisemitismus.</p>
<div id="attachment_2448" class="wp-caption alignleft" style="width: 256px"><img class="size-full wp-image-2448" alt="Das genetische Systems Kant" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/Genetisches-System.jpg" width="246" height="458" /><p class="wp-caption-text">Das genetische Systems Kant</p></div>
<p style="text-align: justify;">Den Zusammenhang zwischen Kants Religionsphilosophie und seinen judenfeindlichen Aussagen erläuterte Voss-Göschel nun mit Hilfe des folgenden Schemas: Das Christentum als geoffenbarte / historische Religion, die sich auf mehrere Offenbarungsereignisse stützt, sei zwar gut, beinhalte aber viele Elemente, die weder überprüfbar wahr, noch praktisch oder moralisch nützlich seien, da es aufgrund seines historischen Charakters keine allgemeine Gültigkeit beanspruchen könne. Wie sollen wir zum Beispiel sicher wissen, dass die Auferstehung wahr ist, wenn wir nicht dabei waren, weil wir zur falschen Zeit am falschen Ort geboren wurden?</p>
<p style="text-align: justify;">Kants Schlussfolgerung lautet: Es muss alles Geoffenbarte, weil zu konkret, und alles Historische, weil zu begrenzt und materiell, von der christlichen Religion „weggeschnitten“ werden. Was bleibt, ist eine von jeder Offenbarung abstrahierte Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft. Doch selbst zu dieser, so resümierte der Theologe aus Jena Kants Argumentation, habe ein Mensch von den Fidschi-Inseln, der weder die Bibel besitzt, noch Missionaren begegnet, keinen Zugang. Es müsse deshalb etwas geben, dass jeder Mensch zu jeder Zeit und an jedem Ort erkennen, dass jeder aus sich selbst heraus tun kann, damit eine Gottesbeziehung entsteht.</p>
<p style="text-align: justify;">Wiederum setzt also der Philosoph die Schere an und erhält einen reinen Religionsglauben, der sich fortan einzig und allein um den moralischen Bezug dreht. Denn in theoretischen Fragen könnten die Meinungen divergieren, in moralischen nicht. Für Kant wird Glaube zu einem moralischen und Moral zu einem religiösen Begriff. Ein gläubiger Mensch ist für ihn derjenige, der der menschlichen Sinnlichkeit Grenzen und somit Prioritäten zugunsten der moralischen Besserung setzt. Ungläubig ist dagegen derjenige, der unsittlich handelt.</p>
<p style="text-align: justify;">Aus diesen Überlegungen, so erläuterte Voss-Göschel behutsam, aber bestimmt, folgt für den Philosophen der Aufklärung die folgende Systematisierung und Einordnung der religiösen Haltungen &#8211; und hier nähern wir uns langsam aber sicher den Gründen für die kantischen Ressentiments wider das Judentum.</p>
<div id="attachment_2449" class="wp-caption aligncenter" style="width: 555px"><img class="size-full wp-image-2449" alt="Einordnung der religiösen Haltungen nach Kant" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/Tabelle-der-religiösen-Haltungen.jpg" width="545" height="129" /><p class="wp-caption-text">Einordnung der religiösen Haltungen nach Kant</p></div>
<p style="text-align: justify;">So sei stets zu fragen, ob ein Mensch eine Grundhaltung mit oder ohne moralischen Bezug habe, und ob diese Haltung unstatutarisch, das heißt, ohne Regeln, eher nach Gefühl, oder aber statutarisch, also kasuistisch, auf Regeln und Gesetze fixiert, funktioniere. Daraus ergeben sich für Kant die folgenden vier Möglichkeiten:</p>
<p style="text-align: justify;">1. Ist jemand auf Moral bedacht, und zwar so sehr, dass er keine Gesetze nötig hat, stellt dies den <em>reinen Religionsglauben</em> dar.</p>
<p style="text-align: justify;">2. Ist jemand auf Moral bedacht, benötigt aber dazu Gesetze, handelt es sich um die <em>kultische Religion</em> des Gunsterwerbs. (Hierbei gehe es in erster Linie um die Gunst, nicht um den Betreffenden selbst, es sei deshalb kein Glaube, sondern Religion.)</p>
<p style="text-align: justify;">3. Ist jemand nicht auf Moral bedacht und befolgt auch keine Gesetze, ist er ein Anarchist oder Freigeist.</p>
<p style="text-align: justify;">4. Ist jemand nicht auf Moral bedacht, hält sich aber gleichzeitig an Gesetze, die niemandem etwas bringen, dann muss er wohl ein Jude sein.</p>
<p style="text-align: justify;">So wird das Judentum für den Philosophen zur abscheulichsten aller Religionen, weil zweierlei fehlt: Zum einen der moralische Bezug, denn das Judentum könne einen Menschen nicht moralisch verbessern und diene dem Nächsten nicht, da die Gesetze keinen humanitären Aspekt aufweisen, und zum anderen eine Gesinnungsethik: Kant meint damit das unstatutarische Denken, eine intrinsische Motivation, ein Pflichtbewusstsein des Menschen &#8211; statt äußerer Mittel wie einem Gesetz, mithilfe derer man sich disziplinieren müsse.</p>
<div id="attachment_2450" class="wp-caption alignright" style="width: 351px"><img class="size-large wp-image-2450" alt="Voss-Göschel bei seinem Vortrag" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/DSC_0154-1024x680.jpg" width="341" height="226" /><p class="wp-caption-text">Voss-Göschel bei seinem Vortrag</p></div>
<p style="text-align: justify;">Wieso aber ordnet Kant das Judentum in diese Kategorie ein und spricht ihm jeden moralischen Bezug ab? Diese Frage schwirrte sicher in den Köpfen der gespannten Zuhörer herum. Markus Voss-Göschel beschreibt für alle verständlich das kantische Bild von Judentum. Der Philosoph habe sich der harten Kritik der Ersatztheologie angeschlossen, in der das Judentum Gesetz und das Christentum Freiheit bedeutet. Für ihn ist der Gott des Judentums einer, der &#8211; unabhängig davon, wie der Mensch sich fühlt, was es bringt, ob es dem Verstand entspricht &#8211; die bloße Verfolgung von Geboten bezwecke, aber keine Besserung des Menschen an sich. Solch ein Gott aber sei „doch eigentlich nicht dasjenige moralische Wesen, dessen Begriff wir zu einer Religion nötig haben“. In diesem Sinne stelle das Judentum nicht viel mehr als eine autoaggressive Weltanschauung dar, sei aber &#8211; durch den fehlenden moralischen Bezug &#8211; „eigentlich gar keine Religion“.</p>
<p style="text-align: justify;">Denn Religion, wir erinnern uns, ist für Kant nicht mehr und nicht weniger als Moral mit Gottesbezug und somit stets anthropozentrisch. Gottesdienst ohne Menschendienst verfehle seinen Zweck, und letzteren weist das Judentum seiner Kenntnis und Bibellektüre nach nicht auf.</p>
<p style="text-align: justify;">Voss-Göschel kommt zum Schluss: Kann man nun Immanuel Kant einen Vorwurf für seine Überzeugung machen? Ja, könne man. Denn für den sonst so redlichen und intellektuellen Philosophen kamen eben nicht &#8211; gemäß dem Motto des Instituts für Israelogie &#8211; erst die Fakten und dann die Meinung, sondern stand seine Grundhaltung an erster Stelle. Er habe sich nicht die Mühe gemacht, seine jüdischen Freunde zu fragen, worum es im Judentum geht, sondern auf eklatanten Falschinformationen aufgebaut. Und er habe das getrennt, was in unserem Leben im Grunde eins und untrennbar ist: abstrakt und konkret, emotional und rational, heilig und sündig zugleich&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Somit war sein Antisemitismus Folge eines Systemzwangs. Das Judentum passte nicht in sein System, deshalb ließ er Fehlinformation und unüberprüfte eigene Prämissen zu, blieb auf einem Auge blind, um es doch in seinem System unterzubringen. Doch weil er abstrakt und konkret so weit auseinandergerissen hatte, konnte sich das Abstraktum dem Vorurteil nicht mehr entziehen. Und wo Dialog nicht mehr möglich und gewünscht ist, folgt Polemik, so Voss-Göschel über Kants Denkmuster.</p>
<div id="attachment_2451" class="wp-caption alignleft" style="width: 384px"><img class="size-large wp-image-2451" alt="Der Preisträger in Interaktion mit dem Publikum" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/DSC_0137-1024x680.jpg" width="374" height="248" /><p class="wp-caption-text">Der Preisträger in Interaktion mit dem Publikum</p></div>
<p style="text-align: justify;">Der Preisträger stellte abschließend allen die Frage: Bin ich bereit meine Meinung zu revidieren, wenn ich feststelle, dass diese nicht zu den Fakten passt?<br />
Voss-Göschel beschreibt den großen Immanuel Kant als in einem Käfig gefangen, den er sich selbst gebaut hat und aus dem er nicht mehr auszubrechen vermochte. Was dem Philosophen gefehlt hat, war Freiheit, und zwar eine gerichtete Freiheit, die es ermöglicht, den Blick zu weiten und die Realität zuzulassen &#8211; ob sie einem passt oder nicht. Denn letztendlich müssen wir unsere Schlüsse stets aus der Realität, und nicht aus unserer Meinung ziehen.</p>
<p style="text-align: justify;">So ist es dem Gewinner des Franz-Delitzsch-Förderpreises in diesem Vortrag gelungen, Kants aggressive Verachtung des Judentums im Rahmen seiner Religionsphilosophie verständlich zu machen, ohne seine Argumentation und Ergebnisse auch nur ein Stück weit gutzuheißen.</p>
<p style="text-align: justify;">Seine Arbeit bietet eine grundlegende Erklärung zu dem &#8211; zunächst einmal kontraintuitiven, aber doch so wirkmächtigen &#8211; Antisemitismus der Aufklärung, und in diesem Sinne betonte Prof. Dr. Stadelmann im Anschluss: Es habe nicht immer alles so grob begonnen, wie es schließlich endete, im Gegenteil, der Antisemitismus und der Antijudaismus der deutschen Geschichte begannen abstrakt, fein und durchdacht &#8211; und doch von Anfang an defizitär. Dafür sei Immanuel Kant ein Beispiel, als großer Denker, der am Anfang eines Jahrhunderts, in dem die Juden gedacht hatten, sie wären nun endlich etabliert, angekommen, fatale Impulse setzte.<br />
Solche Prozesse zu verstehen, könne helfen, die gleichen Fehler nicht zu wiederholen, und so dankte der Rektor der FTH Gießen Voss-Göschel für dessen rundum gelungenen Versuch, Kant einmal verständlich zu erklären.</p>
<div id="attachment_2454" class="wp-caption aligncenter" style="width: 517px"><img class="size-large wp-image-2454" alt="Die Preisträger des Franz-Delizsch-Förderpreises mit Prof. Dr. Helge Stadelmann, Fritz May und Dr. Berthold Schwarz" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/DSC_0168-1024x680.jpg" width="507" height="335" /><p class="wp-caption-text">Die Preisträger des Franz-Delizsch-Förderpreises mit Prof. Dr. Helge Stadelmann, Dr. Fritz May und Dr. Berthold Schwarz</p></div>
<p style="text-align: justify;">Stadelmann beendete die Feierlichkeiten mit einem Appell im Sinne des Gehörten:</p>
<p style="text-align: justify;">Eine aus Fakten resultierende Meinung sei immer konstruktiver, und so sei beispielsweise die Begegnung mit messianischen Juden, in deren Genuss die beiden Studierenden der Sommeruniversität gelangen werden, ein in diesem Sinne sehr förderliches Geschenk. Genauso solle auch der Franz-Delitzsch-Preis immer wieder einen Ansporn darstellen, sich mit dem zu beschäftigen, von dem wir wissen, dass es Gott ein Anliegen ist: sein erwähltes Volk.</p>
<div id="attachment_2455" class="wp-caption alignleft" style="width: 336px"><img class="size-large wp-image-2455" alt="Das musikalische Rahmenprogramm von V. Martens und D. Grams" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/05/DSC_0123-1024x680.jpg" width="326" height="216" /><p class="wp-caption-text">Das musikalische Rahmenprogramm</p></div>
<p style="text-align: justify;">Umrahmt wurden die einzelnen Programmpunkte der Preisverleihung mit inspirierenden und musikalisch hochwertigen Interpretationen von Viktor Martens (Flügel) und Denis Grams (Saxophon), darunter Chopins „Fantaisie Impromptu“ und Beethovens „Pathétique II“. Gemütlich und von anregenden Gesprächen geprägt klang die diesjährige Franz-Delitzsch-Preisverleihung schließlich bei Kaffee und Kuchen aus.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir freuen uns auf das nächste Jahr!</p>
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		<title>Empfehlung: Ausstellungen über das Judentum in Berlin</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Apr 2013 10:55:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Perrot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Nicht weniger als &#8220;die ganze Wahrheit&#8221; über das Judentum will eine Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin seinen Gästen vermitteln, wenn auch sicherlich mit einem Augenzwinkern: In der vom 22. März bis 1. September 2013 geöffneten Ausstellung &#8220;Die ganze Wahrheit … was Sie schon immer über Juden wissen wollten&#8221; führen 30 Fragen den Besucher durch die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2420" class="wp-caption alignright" style="width: 378px"><img class=" wp-image-2420" alt="Bild 8" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/04/Bild-8.png" width="368" height="198" /><p class="wp-caption-text">Blick in die Ausstellung des Jüdischen Musuems</p></div>
<p style="text-align: justify;">Nicht weniger als &#8220;die ganze Wahrheit&#8221; über das Judentum will eine Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin seinen Gästen vermitteln, wenn auch sicherlich mit einem Augenzwinkern: In der vom 22. März bis 1. September 2013 geöffneten Ausstellung &#8220;Die ganze Wahrheit … was Sie schon immer über Juden wissen wollten&#8221; führen 30 Fragen den Besucher durch die Räume des Museums. Diese reichen von alltäglichen zu außergewöhnlichen, von lustigen über schwierige bis hin zu eigentlich nicht beantwortbaren Fragen, darunter zum Beispiel:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li style="text-align: center;">Lässt sich die Vergangenheit bewältigen?</li>
<li style="text-align: center;">Sind Juden besonders?</li>
<li style="text-align: center;">Wie hält die Kippa auf dem Kopf?</li>
<li style="text-align: center;">Woran erkennt man einen Juden?</li>
<li style="text-align: center;">Wie kommt ein Jude in den Himmel?</li>
<li style="text-align: center;">Sind Juden auserwählt?</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/13Ivrks-TEI?rel=0" height="315" width="560" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p style="text-align: center;"><em>Trailer zu der Sonderausstellung</em></p>
<p style="text-align: justify;">Jede der gestellten Fragen wird mit einer künstlerischen &#8220;Installation&#8221; aus Objekten und Texten &#8220;beantwortet&#8221;. So geben 180 Objekte aus Religion, Kunst und Alltagswelt Einblick in das jüdische Denken, die unter Juden herrschende Identitätsdebatte, ihr Verhältnis zur nichtjüdischen Umwelt und die Vielfalt des Judentums.</p>
<div id="attachment_2421" class="wp-caption alignleft" style="width: 381px"><img class=" wp-image-2421  " alt="dasd" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/04/Bild-91.png" width="371" height="259" /><p class="wp-caption-text">Leeor Engländer in der Vitrine</p></div>
<p style="text-align: justify;">Zur Frage &#8220;Gibt es noch Juden in Deutschland?&#8221; nimmt beispielsweise zu bestimmten Zeiten ein Jude in einer Vitrine Platz und beantwortet bei Bedarf Fragen über das Judentum. Eine der absurdesten Fragen, die dabei gestellt wurden, war die, ob Juden auch so etwas wie eine Bibel hätten. Die Erlebnisberichte zweier &#8220;Vitrinen-Juden&#8221; auf dem Blog des Museums unter <a href="http://www.jmberlin.de/blog/2013/04/von-wagner-bis-zum-wetter/#more-1136 " target="_blank">http://www.jmberlin.de/blog/2013/04/von-wagner-bis-zum-wetter/#more-1136</a> und <a href="http://www.jmberlin.de/blog/2013/04/in-der-vitrine/#more-1080" target="_blank">http://www.jmberlin.de/blog/2013/04/in-der-vitrine/#more-1080</a> sind hierzu sehr zu empfehlen.</p>
<p style="text-align: justify;">Zudem haben alle Besucher selbst die Möglichkeit, auf Post-its Fragen oder Kommentare zu hinterlassen. Bei solch interaktiven Angeboten erlebten die &#8220;Ausstellungsjuden&#8221;, dass nach anfänglichem Zögern die Fragen gar nicht mehr enden wollten und dass teilweise große Unsicherheit herrscht, was diese mit dem Christentum so eng verbundene Religion betrifft.</p>
<p style="text-align: justify;">Zusätzlich zur Ausstellung wird dem Besucher ein interessantes Begleitprogramm angeboten: So findet beispielsweise ein runder Tisch mit Juden unterschiedlicher Couleur (orthodox, konservativ und liberal) statt und wird ein Montagskino mit zahlreichen unterhaltsamen wie innovativen Filmen angenboten. (<a href="http://www.jmberlin.de/main/DE/01-Ausstellungen/02-Sonderaustellungen/2013/ganze-wahrheit.php" target="_blank">Hier</a> finden Sie mehr Informationen)</p>
<p style="text-align: justify;">Wer die Berliner Ausstellung nicht besuchen kann, findet auch auf dem Blog des Jüdischen Museums einige Antworten, so finden Sie zum Beispiel <a href="http://www.jmberlin.de/blog/2013/04/frage-des-monats-wie-halt-die-kippa-auf-dem-kopf/#more-1069" target="_blank">hier</a> eine Erklärung zum mysteriösen Haften der Kippa auf den Köpfen jüdischer Männer:</p>
<div id="attachment_2422" class="wp-caption aligncenter" style="width: 511px"><img class=" wp-image-2422 " alt="Hutinstallation zur Frage: Woran erkennt man einen Juden?" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/04/23_RA_13-1024x669.jpg" width="501" height="327" /><p class="wp-caption-text">Hutinstallation zur Frage: Woran erkennt man einen Juden?</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_2426" class="wp-caption alignleft" style="width: 177px"><img class=" wp-image-2426 " alt="Logo des Berliner Alliiertenmuseums" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/04/alliierten-museum-logo-300x208.jpg" width="167" height="122" /><p class="wp-caption-text">Logo des Berliner Alliiertenmuseums</p></div>
<p style="text-align: justify;">Wer eher historisch interessiert ist, kommt in einer weiteren Ausstellung auf seine Kosten, diesmal im Berliner Alliiertenmuseum. Dort leistet die Schau &#8220;Sieger, Befreier, Besatzer&#8221; bis zum 1. Dezember 2013 einen Beitrag zum offiziellen Themenjahr &#8220;Zerstörte Vielfalt. Berlin 1933 &#8211; 1938 &#8211; 1945&#8243;. Sie stellt das Leben einer besonderen Personengruppe dar, nämlich von &#8211; hauptsächlich &#8211; in die USA emigrierten deutschen Juden, die nach den Grauen des zweiten Weltkriegs meist in Uniform als Soldaten in ihre alte Heimat zurückkehrten.</p>
<div id="attachment_2427" class="wp-caption alignright" style="width: 279px"><img class="size-medium wp-image-2427" alt="Das Museum im ehemaligen amerikanischen Sektor in Berlin-Dahlem" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/04/alliierten-museum-outpost-300x189.jpg" width="269" height="169" /><p class="wp-caption-text">Das Museum im ehemaligen amerikanischen Sektor in Berlin-Dahlem</p></div>
<p style="text-align: justify;">Einige von ihnen gelangen zu großer Popularität, darunter Henry Kissinger und Ernst Cramer, deren gleich begonnene Schicksäle unterschiedlicher nicht hätten enden können: Beide kehrten dem Land, in dem sie als junge Männer massive Einschränkungen, Gewalt und Verfolgung erlebten, Cramer u.a. im Konzentrationslager Buchenwald, gerade noch rechtzeitig den Rücken, der aus Fürth stammende Kissinger 1938 und der gebürtiger Augsburger Cramer ein Jahr darauf.</p>
<div id="attachment_2424" class="wp-caption alignleft" style="width: 334px"><img class="size-large wp-image-2424" alt="Henry Kissinger als junger Soldat 1945 (rechts)" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/04/09_KISSINGER_1945-1024x768.jpg" width="324" height="241" /><p class="wp-caption-text">Henry Kissinger als junger Soldat 1945 (rechts)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Beide kamen sie in der Uniform ihrer neuen Heimat zurück in die alte und stellten schnell fest, dass keiner ihrer Verwandten überlebt hatte. Doch während Kissinger zurückging und US-Außenminister wurde, blieb der zweite, was er im Nachhinein als &#8220;die schwierigste, bitterste Entscheidung&#8221; seines Lebens bezeichnete. Er wollte mithelfen, ein besseres, ja, demokratischeres Deutschland zu schaffen und trug als eine der prägendsten Figuren des Axel-Springer-Verlages viel zum Aufbau einer pluralistischen Presse in dem vom Nationasozialismus gekennzeichneten Land bei.</p>
<div id="attachment_2425" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><img class="size-full wp-image-2425" alt="Kissinger als &quot;Man of the Year&quot; der Zeitschrift &quot;Time&quot; 1972" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/04/466px-Kissinger_Man_of_the_Year.jpg" width="160" height="205" /><p class="wp-caption-text">Kissinger als &#8220;Man of the Year&#8221; der Zeitschrift &#8220;Time&#8221; 1972</p></div>
<p style="text-align: justify;">So zeichnet die Berliner Ausstellung den Lebensweg von 14 Juden, darunter auch der jüdische Schriftsteller Stefan Heym, der seinen Eintritt in die US-Armee als einschneidendes Erlebnis beschreibt: &#8220;Ich habe geweint, als ich mein Gewehr bekam. (…) Ich war nicht mehr wehrlos. Zum ersten Mal konnte ich mich verteidigen&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">Sie alle flohen als Verfolgte und kehrten als Befreier zurück. Und sie trugen mit dazu bei, dass sich nach der grauenhaften Euthanisie der Juden wieder jüdisches Leben in der BRD etablieren konnte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fotos:</p>
<p>Ausstellungsfotos Jüdisches Museum: © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Linus Lintner</p>
<p>Logo Alliiertenmuseum und Kissinger als Soldat : © Alliiertenmusuem</p>
<p>Gebäude Alliiertenmuseum: © AlliiertenMuseum/Chodan</p>
<p>Kissinger 1972: White House Photo Office@wikipedia</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Quellen:</em></p>
<p><em>http://www.zeit.de/video/2013-04/2311120608001/ausstellung-ausstellung-die-ganze-wahrheit-ueber-das-judentum-in-berlin#autoplay</em></p>
<p><em>http://www.jmberlin.de/main/DE/01-Ausstellungen/02-Sonderaustellungen/2013/ganze-wahrheit.php</em></p>
<p><em>http://www.israelmagazin.de/die-ganze-wahrheit-was-sie-schon-immer-uber-juden-wissen-wollten</em></p>
<p><em>http://www.alliiertenmuseum.de/ausstellungen/sonderausstellung.html</em></p>
<p><em>http://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article114446674/Deutsche-Juden-verfolgt-vertrieben-heimgekehrt.html</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Einladung zur Vergabe des Franz-Delitzsch-Preises am 26. April</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Apr 2013 09:32:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Perrot</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Franz-Delitzsch-Preis]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Freitag, den 26. April 2013, findet im Plenarsaal der Freien Theologischen Hochschule Gießen die diesjährige Franz-Delitzsch-Preisverleihung des Instituts für Israelogie statt. Dabei wird der Franz-Delitzsch-Forschungsförderpreis für zwei wertvolle Forschungsleistungen an Herrn Markus Voss-Göschel für seine Arbeit &#8220;Zum Stellenwert vom theoretischen Antisemitismus in Immanuel Kants Religionsphilosophie&#8221; und an Dr. Joel R. White für den Aufsatz [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1530" class="wp-caption alignright" style="width: 324px"><img class=" wp-image-1530    " style="border: 1px solid black;" alt="fdpreisverleihung 9" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2012/05/fdpreisverleihung-9.jpg" width="314" height="208" /><p class="wp-caption-text">Die Franz-Delitzsch-Preisverleihung 2012</p></div>
<p style="text-align: justify;">Am Freitag, den 26. April 2013, findet im Plenarsaal der Freien Theologischen Hochschule Gießen die diesjährige Franz-Delitzsch-Preisverleihung des Instituts für Israelogie statt.</p>
<p align="JUSTIFY">Dabei wird der Franz-Delitzsch-Forschungsförderpreis für zwei wertvolle Forschungsleistungen an Herrn Markus Voss-Göschel für seine Arbeit &#8220;Zum Stellenwert vom theoretischen Antisemitismus in Immanuel Kants Religionsphilosophie&#8221; und an Dr. Joel R. White für den Aufsatz &#8220;The Tale of the 144.000 in Revelation 7 and 14: Old Testament and Intra-textual Clues to their Identity&#8221; verliehen. Der Franz-Delitzsch-Preis sowie der -Forschungsförderpreis prämiert Arbeiten, die in herausragender Weise sachkompetent und in Übereinstimmung mit den Forschungsschwerpunkten des Instituts für Israelogie eine ausgewogene biblisch-heilsgeschichtliche sowie eine zeitgeschichtlich und historisch sachgerechte Israel-Theologie fördern. Das Publikum kann sich auf zwei Kurzreferate der Preisträger freuen.</p>
<p style="text-align: justify;">Der diesjährige Hauptpreis entfällt, dafür wird der/die Gewinner/in des Stipendiums für ein sechs-wöchiges Studium an der Sommeruniversität Beer Sheva bekannt gegeben, für das sich Studierende der Freien Theologischen Hochschule Gießen seit Januar bewerben konnten.</p>
<div id="attachment_1527" class="wp-caption alignleft" style="width: 315px"><img class=" wp-image-1527 " style="border: 1px solid black;" alt="fdpreisverleihung 6" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2012/05/fdpreisverleihung-6-1024x682.jpg" width="305" height="203" /><p class="wp-caption-text">Der Institutsleiter Dr. Berthold Schwarz überreicht die Urkunden</p></div>
<p style="text-align: justify;">Zu der feierlichen Preisverleihung mit anschließendem Kaffeetrinken laden wir Sie herzlich ein! Sie findet um 10.10 Uhr in der Freien Theologischen Hochschule Gießen, Rathenaustr. 5-7, 35394 Gießen statt.</p>
<p style="text-align: justify;">Weitere Informationen zum Franz-Delitzsch-Preis, seinem Namensgeber und den Preisträgern der vergangenen Jahre finden Sie <a href="http://www.israelogie.de/delitzsch-preis/" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>„Töte zuerst“ &#8211; ein Film von Israelis für Israelis</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Apr 2013 14:12:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Perrot</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 5. und 6. März 2013 zeigten arte und ARD den oscarnominierten Film „Töte zuerst“ von Dror Moreh. Eine Wiederholung im Morgenprogramm wird am Dienstag, den 16. April 2013, um 9:40 Uhr, auf arte ausgestrahlt. Dror Morehs Film ruft in Deutschland ganz unterschiedliche Reaktionen hervor. Für die einen ist er die Bestätigung ihrer Sicht auf [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2383" class="wp-caption alignright" style="width: 211px"><img class="size-full wp-image-2383" alt="Das Filmplakat der Originalversion" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/04/Bild-3.png" width="201" height="287" /><p class="wp-caption-text">Das Filmplakat der Originalversion</p></div>
<p style="text-align: justify;">Am 5. und 6. März 2013 zeigten arte und ARD den oscarnominierten Film „Töte zuerst“ von Dror Moreh. Eine Wiederholung im Morgenprogramm wird am Dienstag, den 16. April 2013, um 9:40 Uhr, auf arte ausgestrahlt.</p>
<p style="text-align: justify;">Dror Morehs Film ruft in Deutschland ganz unterschiedliche Reaktionen hervor. Für die einen ist er die Bestätigung ihrer Sicht auf Israel, bei anderen hinterlässt er Verwirrung, warum die früheren Shin Bet<em> &#8211; </em>Chefs so über ihr Land sprechen, wie ein Kommentar zu Ulrich W. Sahms Artikel auf israelnetz.com zeigt.</p>
<p style="text-align: justify;">Der deutsche Titel „Töte zuerst“ des vom NDR und arte koproduzierten Films, trägt dazu einen erheblichen Teil bei. Er steht in keiner Beziehung zu dem hebräischen Original „Hüter der Schwelle“ [»Schomrei ha-Saf (שומרי הסף)«]. Jörg Taszman von Deutschlandradio Kultur nennt ihn somit zu Recht „polemisch und reißerisch“, da „dieser [der] offenen Message des Films [...] nicht gerecht“ wird. Der deutsche Titel ist dem unvollständig zitierten Satz aus dem Talmud „Wenn jemand kommt, dich zu töten, steh auf, und töte ihn zuerst“ entnommen, wie Sahm mit Verweis auf Andrea Lauser von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Freiburg feststellt. Der Satz findet sich im Film jedoch nur in einer Bemerkung des ehemalige Shin Bet<em> -</em> Chef Avi Dichter und stellt keineswegs seine Hauptaussage dar.</p>
<div id="attachment_2387" class="wp-caption alignleft" style="width: 206px"><img class="size-full wp-image-2387" alt="Regisseur Dror Moreh" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/04/Dror_Moreh_דרור_מורה__דרור_מועלם_.jpg" width="196" height="308" /><p class="wp-caption-text">Regisseur Dror Moreh</p></div>
<p style="text-align: justify;">Um den Film zu verstehen, hilft es, nach der Motivation des Regisseurs Dror Moreh für die Dreharbeiten zu fragen. In zahlreichen Interviews hat er dazu Stellung genommen. Gegenüber Estee Chandler von Mondoweiss nennt er folgendes Anliegen: „Das Hauptziel war es, etwas zu schaffen, was die Art und Weise, wie Israelis die Realität sehen, verändert. Eine Geschichte zu erzählen, die sie vielleicht kennen, aber von einem anderen Standpunkt“ [eigene Übersetzung aus dem Englischen]. Sein Film soll die aktuelle israelische Politik und ganz besonders den israelischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kritisieren, wie in vielen Interviews deutlich wird. Er sei der schlechteste Ministerpräsident in Israels Geschichte und der größte Fehler, äußert sich Moreh gegenüber Chandler und kann nicht verstehen, weshalb die israelische Bevölkerung ihn erneut wählte.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Idee zu seinem Film hat ihren Ursprung in den Dreharbeiten zu Morehs Film „Sharon“ über den früheren Ministerpräsidenten Ariel Sharon. Laut FAZ und ARD kam sie Moreh, als dieser hörte, dass ein Interview mit vier ehemaligen Geheimdienstchefs Ariel Sharons Entscheidung beeinflusste, sich aus dem Gazastreifen zurück zu ziehen. Da wurde ihm klar, welches Potential Aussagen der Geheimdienstchefs hatten. Politikern traue niemand, ihnen könne man leicht widersprechen, „aber diesen sechs: unmöglich!“ (FAZ).</p>
<p style="text-align: justify;">Sie waren die richtigen Protagonisten für die Botschaft, mit der Moreh der israelischen Gesellschaft einen Spiegel vorhalten wollte. „Ich wusste schon vor den Dreharbeiten durch viele Gespräche, wo sie politisch standen, was sie dachten&#8221;, äußerte sich Moreh im FAZ-Interview. Ein Risiko musste er somit nicht eingehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ja&#8217;akov Peri bringt es in dem Film selbst auf den Punkt: &#8220;Wenn du aus dem Dienst ausscheidest, stehst du politisch ein wenig links.&#8221; Drei der sechs interviewten Geheimdienstchefs sind heute auch in der Politik aktiv: Ami Ayalon in der Arbeiterpartei <em>Avodah</em>, Ja&#8217;akov Peri in <em>J</em><em>esh Atid</em> sowie Avi Dichter in der Partei <em>Kadima</em>. Alle drei Parteien setzen sich für eine Zwei-Staaten-Lösung ein. Ami Ayalon hatte schon die Interviews, die auf Sharon eine große Wirkung hatten, angeregt. Aus diesem Grund wandte sich Dror Moreh mit seiner Filmidee zunächst an Ayalon, welcher dann die anderen Shin Bet &#8211; Chefs zur Kooperation anregte, wie Moreh im FAZ-Interview berichtet.</p>
<div id="attachment_2388" class="wp-caption aligncenter" style="width: 508px"><img class="size-full wp-image-2388" alt="dadsda" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/04/Bild-9.png" width="498" height="176" /><p class="wp-caption-text">Ami Ayalon, Ja&#8217;akov Peri und Avi Dichter</p></div>
<p style="text-align: justify;">„Dror Moreh hat nun mit seinen sechs Protagonisten Männer versammelt, die aus ähnlichem Holz geschnitzt sind, wie es Rabin war und die aus ihrer Verehrung für ihn keinen Hehl machen“, schreibt Dominik Peters für zenithonline.de. Und genau darum geht es in Morehs Film: Um einen Aufruf zur Weiterführung der Politik Yitzchak Rabins und zur Umsetzung einer Zwei-Staaten-Lösung. Rabin war für sie der einzige Politiker, der im Nahost-Konflikt nicht nur kurzfristige Taktiken nutzte, sondern eine langfristige Strategie hatte. Er setzte sich für den Rückzug aus den palästinensischen Autonomiegebieten ein und hoffte damit  dauerhaften Frieden erreichen zu können.</p>
<p style="text-align: justify;">Zenithonline.de zitiert den stellvertretenden israelischen Ministerpräsidenten Mosche Yaalon mit Kritik für Moreh. Dieser sei einseitig vorgegangen und habe Aussagen so gewählt, dass sie zu seiner Sichtweise passen, welche nach Yaalon eine palästinensische Perspektive ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Gerade weil man laut Dror Moreh den kriegs- und geheimdiensterfahrenen Männern keinen linken Idealismus vorwerfen könne, schienen sie die geeigneten Kommunikatoren für seine Botschaft: Der Konflikt hätte schon vor langem beendet werden können und sollen. Und da sie die aktuelle Politik als Stillstand wahrnehmen und ihre Parteien wenig politischen Einfluss haben, erklärten sich die ehemaligen Shin Bet &#8211; Chefs zu den Interviews bereit.</p>
<p style="text-align: justify;">Avraham Shalom kritisierte Moreh nach dessen Angaben sogar im Anschluss an die israelische Premiere mit den Worten „Du hättest härter zu den Politikern sein sollen!“ Gemeint sind damit die Politiker im Kabinett Benjamin Netanjahus. In Morehs Film wird zudem deutlich, wie frustriert die Shin Bet &#8211; Chefs mit den politischen Führern waren und ihnen häufig Fehler und Versagen bei gescheiterten Operationen oder hohen Opferzahlen vorwarfen.</p>
<p style="text-align: justify;">So wollen der Regisseur und die interviewten Geheimdienstchefs eine grundlegende politische Veränderung in Israel mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln bewirken. Und da dies auf dem politischen Weg derzeit nicht realisierbar scheint, ist es die Absicht, die Bevölkerung mit dem Film für eine Zwei-Staaten-Lösung zu gewinnen, auch wenn die von ihnen gewählten politischen Vertreter diese ablehnen. Ein ähnliches Anliegen brachte der US-Präsident Barak Obama am 21. März 2013 in Jerusalem vor.</p>
<p style="text-align: justify;">In Deutschland herrscht jedoch eine ganz andere Haltung gegenüber der israelischen Nahost-Politik vor, als es in der israelischen Bevölkerung oder Israels Parlament gegenwärtig der Fall ist. Gerade aus dem politisch linken Spektrum wird die Politik Israels stark und häufig undifferenziert kritisiert.</p>
<div id="attachment_2390" class="wp-caption alignright" style="width: 234px"><a href="http://www.bpb.de/shop/buecher/pocket/34326/israel-kurzgefasst" target="_blank"><img class=" wp-image-2390 " alt="&quot;Israel kurzgefasst&quot;, hg. von der bpb (http://www.bpb.de/shop/buecher/pocket/34326/israel-kurzgefasst)" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/04/Bild-11.png" width="224" height="310" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Israel kurzgefasst&#8221;, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung</p></div>
<p style="text-align: justify;">Gisela Dachs beschäftigt sich in einer Publikation für die Bundeszentrale für politische Bildung auch mit den Differenzen in der politischen Perspektive und findet einen wichtigen Schlüssel (S.113): Die unterschiedlichen Lehren aus der Vergangenheit, welche beide Seiten verbindet. „Denn wo die Deutschen &#8216;Nie wieder Krieg&#8217; rufen, heißt es bei den Israelis: &#8216;Nie wieder schwach sein&#8217;“. So fällt der Aufruf von Morehs Film, die mit der gegenwärtigen Situation und ihren Sicherheitsproblemen einhergehende gewaltsamen Praktiken des israelischen Geheimdienstes zu beenden, in Deutschland vielfach auf offene Ohren. In Israel wird jedoch viel stärker auch die nach dem Rückzug aus Gaza 2005 verstärkte Gewalt der islamistischen Hamas thematisiert, die durch fortdauernden Raketenbeschuss und Selbstmordattentate viele Menschenleben in Israel forderte und die Menschen im Süden Israels traumatisiert.<br />
„Jenen, die fern von Israel leben und den israelischen Geheimdienst wohl für eine Verbrecherorganisation halten, liefert der Film eine billige Bestätigung für Israel als Staat, der vermeintlich palästinensischen Terror provoziert und selber Schuld am mangelnden Frieden und den eigenen Toten trägt“, schreibt Ulrich W. Sahm für israelnetz.com.</p>
<p style="text-align: justify;">Kaum beachtet wird in den Interviews mit Dror Moreh hingegen, dass ein zweiter Film aus dem Nahen Osten, mit ähnlicher Thematik, ebenfalls eine Oscarnominierung für die beste Dokumentation erhielt: Der Film „5 Broken Cameras“ [dt. "5 zerbrochene Kameras"]. Obwohl der Film eine Koproduktion des Palästinensers Emad Burnat und des Israelis Guy Davidi ist und durch israelische und europäische Filmförderungen finanziert wurde, wie die Jerusalem Post berichtet, zeigt er ausschließlich die palästinensische Perspektive des Konflikts.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Idee für die subjektive Perspektive mit Emad Burnat als Protagonist und Kameramann und dem Fokus auf die stark emotionalisierenden Reaktionen seiner Frau und Kinder stammte zudem von dem Israeli Davidi. Beide bemühten sich jedoch nach der ablehnenden Haltung arabischer Vertreter, den Film als ein palästinensisches Produkt darzustellen, um den Boykott durch Israelgegner zu verhindern.Bedauerlicherweise wird nichts davon in den Interviews mit Dror Moreh erwähnt.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch Morehs Film und jener von Burnat/Davidi eignen sich gut, um einen weiteren Aspekt zu verdeutlichen, welcher dem internationalen Publikum die Rezeption von „Töte zuerst“ erschwert. Während es den palästinensischen Filmemachern an einer möglichst nachdrücklichen und emotionalen Kommunikation der palästinensischen Sicht auf den Konflikt gelegen ist, die auf internationale Sympathie und Unterstützung zielt, nutzen israelische Filmemacher das Medium, um die israelische Politik kritisch zu reflektieren. Sie fordern ihre Mitbürger sowie die internationale Staatengemeinschaft auf, nachdrücklich eine politische Veränderung herbeizuführen.</p>
<p style="text-align: justify;">Gerade die Stärke der Israelis, sich selbst und ihre Politik zu reflektieren, bleibt jedoch in allen Interviews und Artikeln über den Film unerwähnt. Auch der Wunsch von Palästinensern, einen ähnlich kritischen Film über ihre politischen Führer zu produzieren, findet sich nur im Interview mit Deutschlandradio. Moreh antwortet auf die Frage, ob er sich auch vorstellen könne, einen Film über Führer der Hamas zu drehen: &#8220;Nein, aber das ist eine gute Frage. Alle Palästinenser, die den Film gesehen haben und auf mich zukamen, sagten immer zuerst: &#8216;Wir wünschten, jemand könnte einen ähnlichen Film in unserer Gesellschaft drehen. Das würde leider niemals passieren.&#8217; Ich schaue in meinem Film auf meine Gesellschaft, die israelische. Damit lenke ich keine Sekunde von der Verantwortung oder dem Mangel an Verantwortung der palästinensischen Führung ab. Sie sind mitverantwortlich für das Scheitern des Friedensprozesses und für die heutige Situation.“</p>
<p style="text-align: justify;">Doch ohne weitere Hintergrundinformationen bleibt der Film Morehs für ein deutsches Publikum schwer verständlich.</p>
<p style="text-align: justify;">„Dass hochrangige Vertreter des Sicherheitsapparats nach ihrer Pensionierung in die Politik gehen, ist in Israel ebenso normal wie die Tatsache, dass sie sich dann offen an kontrovers geführten Diskussionen beteiligen. Typisch israelisch an diesem Film ist, dass hohe Vertreter des Sicherheitsapparats vor laufender Kamera ihr Versagen und moralische Bedenken im Blick auf ihren Beruf breit treten. Selbstkritik ist der erste Schritt zur Verbesserung der eigenen Fähigkeiten, Selbstgefälligkeit der erste Schritt in Richtung Abstieg. Das weiß jeder Sicherheitsprofi“ resümiert Johannes Gerloff auf israelnetz.com.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist wichtig, diese Charakteristika der öffentlichen Debatten in Israel zu bedenken, wenn man sich mit dem Film „Töte zuerst“ beschäftigt. Dieser ist ein israelischer Film, der für ein israelisches Publikum entstanden ist, um konkrete politische Veränderungen in Israel hervorzurufen. Der Israeli Chemi Shalev drückt dies für die Tageszeitung Haaretz wie folgt aus:</p>
<p style="text-align: justify;">„Hüter der Schwelle [engl. "The Gatekeepers"] ist ein sehr israelischer Film. Es ist ein Film von Israelis, für Israelis, über Israelis […] er ist nach wie vor wesensmäßig und ausschliesslich israelisch“ [eigene Übersetzung aus dem Englischen].</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Quellen:</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/2030228/</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>http://www.israelnetz.com/kultur/detailansicht/aktuell/alte-kamellen-aufgewaermt-toete-zuerst-von-dror-moreh/#.UWW4MDdnArU</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>http://www.israelnetz.com/kultur/detailansicht/aktuell/ausser-spesen-nichts-gewesen/#.UWXMujdnArU</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>http://www.zenithonline.de/deutsch/kultur/film-theater//artikel/eine-botschaft-mit-der-wucht-einer-beretta-003585/</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>http://mondoweiss.net/2013/01/occupation-interview-gatekeepers.html</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>http://www.haaretz.com/blogs/west-of-eden/the-gatekeepers-is-a-harsh-portrayal-of-life-outside-the-ghetto-of-self-denial.premium-1.501277</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/ndr/toete-zuerst-notizen-von-regisseur-dror-moreh-100.html</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>http://www.jpost.com/Opinion/Columnists/Article.aspx?id=305550</em></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Fotos:</p>
<p style="text-align: justify;">Titelbild: Screenshot von http://www.thegatekeepersfilm.com/; Dror Moreh: Philippa Kowarsky@wikipedia; Ami Ajalon: aayalon<img alt="@" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b6/At_char.svg/11px-At_char.svg.png" width="11" height="11" />KNESSET.GOV.IL (Quelle: wikipedia); Ja&#8217;akov Peri: Screenshot von http://www.thegatekeepersfilm.com/; Avi Dichter: Oren Lavi@wikipedia; Israel kurzgefasst: Screenshot von http://www.bpb.de/</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Koran: Israel ist den Juden als Wohnort vorherbestimmt</title>
		<link>http://www.israelogie.de/2013/der-koran-israel-ist-den-juden-als-wohnort-vorherbestimmt/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Apr 2013 15:58:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Perrot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[2013]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Koran]]></category>
		<category><![CDATA[Nahostkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Zionismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die anti-israelische Agenda islamistischer Führer wie Ayatollah Chamenei oder Vereinigungen wie Hisbollah und Hamas sind weltweit bekannt, ihre Thesen erlangen starke Verbreitung. Doch es gibt im Islam seit Jahrhunderten Stimmen, die Israel als das Land, das den Juden zugesprochen wurde, anerkennen, wie Heinz Gstrein in factum 9/2012 berichtet. Zu ihnen gehört Prof. Khaleel Mohammed, islamischer [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type="text/css"><!--
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--></style>
<p style="text-align: justify;">Die anti-israelische Agenda islamistischer Führer wie Ayatollah Chamenei oder Vereinigungen wie Hisbollah und Hamas sind weltweit bekannt, ihre Thesen erlangen starke Verbreitung. Doch es gibt im Islam seit Jahrhunderten Stimmen, die Israel als das Land, das den Juden zugesprochen wurde, anerkennen, wie Heinz Gstrein in factum 9/2012 berichtet.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright size-medium wp-image-2341" style="border: 1px solid black;" alt="Bild 5" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/04/Bild-5-300x163.png" width="277" height="153" />Zu ihnen gehört Prof. Khaleel Mohammed, islamischer Religionswissenschaftler an der Universität San Diego (USA). In seiner Koran Exegese der Sure 5, Verse 20 bis 26 kommt Prof. Mohammed zu dem Ergebnis, dass Israel den Juden „zugeschrieben“ wurde, was seiner Aussage nach ein endgültiges Besitzverhältnis ausdrückt.</p>
<p style="text-align: justify;"><div class='et-box et-shadow'>
					<div class='et-box-content'><strong>Sure 5,20-26</strong></p>
<p style="text-align: justify;">20 Und (damals) als Moses zu seinen Leuten sagte: &#8220;Leute! Gedenket der Gnade, die Allah euch erwiesen hat! (Damals) als er Propheten unter euch auftreten ließ und euch zu Königen machte und euch gab, was er (sonst) keinem von den Menschen in aller Welt (al-`aalamuun) gegeben hat. 21 Leute! Tretet ein in das heilige Land, das Allah euch bestimmt hat, und kehrt nicht (gleich wieder) um (laa tartadduu `alaa adbaarikum), so daß ihr (letzten Endes) den Schaden habt!&#8221; 22 Sie sagten: &#8220;In ihm sind gewalttätige Leute. Wir werden es nicht betreten, solange sie nicht aus ihm herausgehen. Wenn sie jedoch aus ihm herausgehen, wollen wir (es) betreten.&#8221; 23 Zwei Männer, fromme Leute, die Allah (besonders) begnadet hatte, sagten: &#8220;Tretet durch das Tor ein (auch wenn ihr) gegen sie (Gewalt anwenden müßt). Wenn ihr (nur einmal) dadurch eintretet, werdet ihr Sieger sein. Auf Allah müßt ihr vertrauen, wenn (anders) ihr gläubig seid.&#8221; 24 Sie sagten: &#8220;Moses! Wir werden es niemals betreten, solange sie darin sind. Geh doch du mit deinem Herrn hin und kämpft (ihr beide)! Wir werden (unterdessen) hier bleiben.&#8221; 25 Er sagte: &#8220;Herr! Ich habe nur über mich selber und über meinen Bruder (Aaron) Macht. Du mußt deshalb zwischen uns (beiden) und dem Volk der Frevler unterscheiden (und darfst uns deren Sünde nicht anrechnen).&#8221; 26 Allah sagte: &#8220;So sei es ihnen für vierzig Jahre verwehrt, während sie (so lange) auf der Erde umherirren! Mach dir wegen des Volkes der Frevler keinen Kummer!&#8221;</div></div></p>
<p style="text-align: justify;">Gerade diese Endgültigkeit wird jedoch von vielen heutigen Korangelehrten bestritten und diese Koranstelle nur auf die biblische Zeit bezogen. Die Auffassung von Prof. Mohammed wird indessen von einer jahrhundertelangen Auslegetradition zu dieser Stelle gestützt. Einer ihrer bedeutendsten Vertreter war Muhammad asch-Schawkani (1759-1834), ein anerkannter islamischer Rechtsgelehrter (Mudschtahid) aus dem Jemen.</p>
<p style="text-align: justify;">Sie findet sich weiterhin in dem Koran-Kommentar „Tafsir Ibn Kathir“, welcher im 14. Jahrhundert Exegesen früherer islamischer Gelehrten zusammenfasst und als besonders authentisch gilt, da er den Koran vers- und kapitelweise durch die Hadithen auslegt. Dieser dient auch heute noch dem jüngsten deutschsprachigen Korankommentar von Samir Mourad 2009 als Grundlage.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-full wp-image-2340" style="border: 1px solid black;" alt="8452105360_1ceb3eb118_b" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/04/8452105360_1ceb3eb118_b.jpg" width="314" height="208" />Zudem finden sich weitere Stellen im Koran, die Israel als dauerhaften Wohnort der Juden bestätigen (wie 2,251; 7,137; 10,93; 17, 104; 21,70-71; 28,5-6). Gstrein sieht auch in der politischen Praxis des osmanischen Reiches eine Anerkennung dieser Lesart, da schon in den 400 Jahren vor der Balfour-Erklärung (1917) Juden in das Heilige Land einwandern konnten. So wurde dem jüdischen Diplomaten Josef Nassi (1524-1579), osmanischer Herzog über Naxos und die Kykladen, Tiberias und umliegende Dörfer zugesprochen, um dort jüdische Einwanderer anzusiedeln. Auch die erste Einwanderung chassidischer Juden geschah 1777 unter osmanischer Herrschaft, deren Politik die jüdische Einwohnerzahl so stark anwachsen ließ, dass 1896 über 60% der Einwohner Jerusalems (ca.28 000) jüdisch waren.</p>
<p>Nachdenkenswerte Positionen, selbst wenn diese unter Muslimen der Gegenwart noch als nicht mehr mehrheitsfähig angesehen werden.</p>
<p><em>Quellen:</em></p>
<p><em><em>Gstrein, Heinz 2012. Der islamische Zionismus. Factum(9), 18–19.</em></em></p>
<p style="text-align: justify;"><em><em>Webseite von Prof. Khaleel Mohammed: http://www-rohan.sdsu.edu/~khaleel/</em></em></p>
<p style="text-align: justify;">Das Koranzitat entstammt der Übersetzung von Rudi Paret (http://www.koransuren.de/koran/surenvergleich/sure5.html).</p>
<p style="text-align: justify;">Fotos:</p>
<p style="text-align: justify;">Titelbild (Koran): chicagopublicmedia@flickr; Khaleel Mohammed: Screenshot aus http://www.youtube.com/watch?v=d94nNQXpklo</p>
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		<title>Israelreise im Herbst 2014</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Mar 2013 16:27:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Perrot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Sie Sehnsucht nach Israel haben oder nächstes Jahr vielleicht zum ersten Mal das Heilige Land erkunden wollen, möchten wir als Institut für Israelogie Sie auf die von Gerhard Duske (Gießen) organisierten Israel-Studienreise vom 19.10. bis 2.11. 2014 aufmerksam machen. Hier ein Auszug aus der Reisebeschreibung: &#8220;Liebe Israel-Freunde, wenn es nach den meisten Medien geht, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Wenn Sie Sehnsucht nach Israel haben oder nächstes Jahr vielleicht zum ersten Mal das Heilige Land erkunden wollen, möchten wir als Institut für Israelogie Sie auf die von Gerhard Duske (Gießen) organisierten Israel-Studienreise vom 19.10. bis 2.11. 2014 aufmerksam machen.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Hier ein Auszug aus der Reisebeschreibung:</p>
<p>&#8220;Liebe Israel-Freunde,<br />
wenn es nach den meisten Medien geht, ist Israel ein Krisengebiet. Weil es aber nach der Bibel geht, wissen wir: Israel ist Gottes Land, in dem sein auserwähltes Volk wohnt. Von ihm ist es erwählt und gesegnet. Und wer Israel segnet, dem verheißt Gott seinen Segen. Deshalb liegt uns dieses Volk und dieses Land am Herzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Lassen Sie sich herzlich zu unserer Herbst-Reise 2014 einladen. Und wenn möglich, ermuntern Sie doch auch andere Leute, nach Israel zu reisen. Sie erleben Israel im noch warmen Herbst und bei gutem Badewetter.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei dieser Reise bieten wir wieder einen Besuch der berühmten Felsenstadt Petra (ehemalige Nabatäer-Hauptstadt in Edom) an, der zusätzlich gebucht werden kann. Optionsweise kann diesmal auch Bethlehem und Umgebung besucht werden!<br />
In den täglichen Andachten, in Vorträgen und an biblischen Stätten hören wir durch das Wort Gottes vom Geschehen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.&#8221;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Alle weiteren Infos finden Sie in dem ausführlichen <a href="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/04/Prospekt-2014.pdf" target="_blank">Prospekt</a> der Reise.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: © privat</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Israels Zukunft &#8211; Wladimir Pikman</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Mar 2013 11:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Perrot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Downloads]]></category>
		<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Kongress]]></category>
		<category><![CDATA[Messianische Juden]]></category>
		<category><![CDATA[palästinenser]]></category>

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		<description><![CDATA[Israels Zukunft &#8211; Wladimir Pikman  Jüdisch-messianische Israelkonferenz Berlin 17. November 2012 &#160; Er ist sympathisch, dieser junge messianische Leiter, mit seiner Mischung aus ernsthafter Leidenschaft und spitzbübischem Humor. Wladimir Pikmans Vortrag über die Zukunft Israel wurde gespannt erwartet, schließlich ist es das, worum sich letztendlich alles dreht: Welche alttestamentlichen Verheißungen werden wann auf welche Weise [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1 style="text-align: center;">Israels Zukunft &#8211; Wladimir Pikman</h1>
<h3 style="text-align: center;"> Jüdisch-messianische Israelkonferenz Berlin</h3>
<h3 style="text-align: center;">17. November 2012</h3>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Er ist sympathisch, dieser junge messianische Leiter, mit seiner Mischung aus ernsthafter Leidenschaft und spitzbübischem Humor. Wladimir Pikmans Vortrag über die Zukunft Israel wurde gespannt erwartet, schließlich ist es das, worum sich letztendlich alles dreht: Welche alttestamentlichen Verheißungen werden wann auf welche Weise erfüllt werden? Wie können wir die abendliche <em>Tagesschau</em> deuten? Dies sind wichtige Fragen und wir müssen vielleicht zugeben, dass ohne solch eschatologisch-mathematischen Spekulationen womöglich der ein oder andere israelfreundliche Christ &#8211; zumindest ein bisschen &#8211; seinen Spaß an der Sache verlieren würde.<br />
Pikman geht auf solche Detailfragen nicht ein, aber enttäuscht sein Publikum dennoch nicht. Er beginnt provokativ, indem er zunächst &#8211; wie viele auf dieser Konferenz vor ihm &#8211; einige entscheidende die Landesverheißung betreffende Texte an die Wand projiziert:</p>
<p><img class="size-large wp-image-2125 aligncenter" alt="Bild 2" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/01/Bild-2-1024x297.png" width="549" height="158" /></p>
<p style="text-align: justify;">Nun Pikmans Erläuterung: Die im ersten Text genannten Völker leben heute in Ägypten, Libanon, Syrien und großen Teilen der Türkei, des Irak und Saudi-Arabiens. Den im zweiten Text enthaltenen Hinweis auf das schwer zu lokalisierende Schilfmeer bezieht Pikman auf die arabische Halbinsel. <a href="http://i46.photobucket.com/albums/f104/OKC03Cobra/Israelmap2.jpg" target="_blank" rel="lightbox[2124]">Hier</a> finden Sie die von Pikman in dem Zuge gezeigte Landkarte. Das Problem dieser Landesgrenzen: „Hier fehlt mir die Türkei &#8211; die mag ich auch“. Eine letzte Lösung kommt mit einer Karte der in Deuteronomium 11,24 beschriebenen Grenzen (Karte <a href="http://www.fortressoffaith.org/wp-content/uploads/2012/04/Israel-true-borders1.jpg" target="_blank" rel="lightbox[2124]">hier</a>), welche Pikmans Interpretation zufolge die gesamte arabische Halbinsel einschließt, darunter Saudi-Arabien, Jemen und die Vereinige Arabische Emirate. Sein Kommentar: „Dort passen wir alle rein und so soll es auch sein!“ Das Publikum ist begeistert. Und wenn Gott die Grenzen so weit ausweitet, könne dies letztendlich vielleicht sogar Deutschland einschließen, mutmaßt Pikman gegen Ende seines Vortrages weiter, und schiebt angesichts des lachenden Publikums nach: „Ich finde das auch lustig und amüsant!“</p>
<div id="attachment_2127" class="wp-caption aligncenter" style="width: 521px"><img class="size-full wp-image-2127 " style="border: 1px solid black;" alt="Pikman erläuert die Karte zu den zukünftigen israelischen Grenzen" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/01/Bild-1.png" width="511" height="254" /><p class="wp-caption-text">Pikman erläuert die Karte zu den zukünftigen israelischen Grenzen</p></div>
<p style="text-align: justify;">Sofort greift der messianische Leiter den möglichen Einwand auf, die genannten Prophezeiungen hätten sich unter König Salomo bereits erfüllt. Nein, Israel habe noch nie über all diese Gebiete die Kontrolle gehabt. Ein Grund dafür sei der Ungehorsam des Volkes nach Deuteronomium 19,8-9. Deswegen finde man auch so unterschiedliche bzw. widersprüchliche Beschreibungen der Grenzen &#8211; es lohne sich nicht darüber zu streiten, weil sie flexibel und abhängig vom Verhalten der Juden seien. Dementsprechend schmal seien die Grenzen Israels heute. Sicher ist jedoch: „Das Land ist den Juden für immer und ewig versprochen, und denen, die von ihnen abstammen!“</p>
<p style="text-align: justify;">Nach diesem ersten, sehr deutlichen Punkt, bringt der charismatische Redner einen zweiten, aber nicht minder überraschenden. Mit Hesekiel 47,21-23 verkündet er, dass auch die Araber das Recht hätten in Israel zu leben: „&#8230; so sollt ihr die Fremdlinge, die bei euch wohnen und Kinder unter euch zeugen, halten wie die Einheimischen unter den Israeliten; mit euch sollen sie ihren Erbbesitz erhalten unter den Stämmen Israels, und ihr sollt auch ihnen ihren Anteil am Lande geben, jedem bei dem Stamm, bei dem er wohnt“. Die Begeisterung des Publikums hält sich diesmal in Grenzen. Damit hatte keiner gerechnet. Doch Pikman führt fort: „Biblisch gesehen sollten wir uns eher bemühen, sie zu Gott zu führen, als sie aus dem Land zu vertreiben!“ Eine erfreuliche Aussage, die allerdings angesichts des christlichen Gebots der Nächstenliebe, der Rechte der Fremdlinge im AT u.a. selbstverständliche sein sollte. Alles andere &#8211; etwa die Forderung nach der Vertreibung der Palästinenser, die in christlich-zionistischen Kreisen ab und zu zu verlauten ist &#8211; wäre deplaziert gewesen.</p>
<div id="attachment_2128" class="wp-caption alignright" style="width: 335px"><img class="size-full wp-image-2128 " style="border: 1px solid black;" alt="dadsad" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/01/Bild-4.png" width="325" height="242" /><p class="wp-caption-text">Ein mit großem Enthusiasmus gehaltener Vortrag von Pikman</p></div>
<p style="text-align: justify;">Leider geht der gebürtige Ukrainer nicht näher auf die Bedingungen für dieses Zusammenleben ein, doch scheint für ihn relativ klar zu sein, dass der Glaube an den Gott Israels und die Anerkennung seines Messias die grundlegenden Voraussetzungen für diese Einladung sind. Denn es wird unseres Erachtens in der Thora zweierlei deutlich: Erstens, der Schutz des Fremden, der nicht unterdrückt, sondern geliebt werden soll &#8211; weil das Volk Israel selbst in der Fremde war (vgl. Exodus 22,20; 23,9; Deuteronomium 10,18-19 u.a.). Zweitens die Einschließung der Fremdlinge in einen Großteil der Gesetzesvorschriften (vgl. 12,19; 43ff.; Levitikus 17,10ff.; Numeri 15,26ff. uva.), was zwangsläufig Gehorsam gegenüber dem Gott Israels bedeutete. So wurde die Lästerung des Namens Jahwes mit dem Tod bestraft (Levitikus 24,16). Für Juden wie Araber gelten laut Pikman die gleichen Bedingungen. Und er betont deshalb: „Wir sollten nicht xenophobisch werden“, sondern „die Arme weit ausstrecken“. Das ist in der Tat eine Mahnung, die angesichts der manchmal zu polemischen Zwischenrufe seitens des Publikums fast notwendig erscheint.</p>
<p style="text-align: justify;">Es folgt eine Aneinanderreihung von Bibelversen, mit denen der messianische Leiter möglicherweise doch ein wenig erläutern will, wie man sich die bevorstehende Endzeit vorzustellen hat, doch bleibt er bezüglich eines chronologischen Ablaufs vorsichtig &#8211; vielleicht ist dies gut so. Pikman hebt in jedem Fall hervor, dass in der Zeit, in der die Juden aus der Zerstreuung in Israel gesammelt sind und der Messias von dort aus regieren wird (Jeremia 30,10), dieser das Land und seine Bewohner inmitten von Kriegen und Katastrophen beschützen werde (Hesekiel 20,41f.; 39,28; Joel 3,16f.; Sacharja 12,8; Matthäus 24 &#8211; wobei hier der Bezug unklar bleibt). Aber hier kommt es wieder: „Diese Zukunft gehört nicht nur den Juden allein!“ Hoffentlich hatte nie jemand im Saal etwas anderes erwartet.</p>
<div id="attachment_2133" class="wp-caption alignleft" style="width: 180px"><img class="size-large wp-image-2133 " style="border: 1px solid black;" alt="dadasdsad" src="http://www.israelogie.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_4427-682x1024.jpg" width="170" height="252" /><p class="wp-caption-text">Pikman bei seinem Vortrag</p></div>
<p style="text-align: justify;">Pikman schließt: „Zurück in die Zukunft“, so sollte unser Motto lauten. „Wenn wir“ &#8211; damit meint er die Juden &#8211; „zurück zu ihm kommen, blicken wir in die Zukunft. Die Zukunft gehört uns. In Jeschua Hamaschiach, in Jesus Christus.“ Er erläutert bedauerlicherweise nicht, inwiefern die Zukunft den Juden gehört. Schade auch, dass eine der herausforderndsten und umstrittensten Fragen, die der Deutung von Römer 11,26 („dann wird ganz Israel gerettet werden“), in Pikmans Vortrag nicht behandelt wird. Auch bei ihm lag der Schwerpunkt auf den materiell greifbaren &#8211; und vielleicht deshalb so verführerischen und interessanteren? &#8211; Verheißungen Gottes.</p>
<p style="text-align: right;">
<p style="text-align: right;">Julia Perrot</p>
<h1 style="text-align: center;"></h1>
<p>&nbsp;</p>
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<h1 style="text-align: center;"></h1>
<h1 style="text-align: center;"></h1>
<h1 style="text-align: center;">Interview mit Wladimir Pikman</h1>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Wie empfandest du die Konferenz bis jetzt?</em></p>
<p style="text-align: justify;">„Sehr gut. Mit Gottes Gnade erreichen wir unser Ziel.“</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Was ist denn das Ziel der Konferenz?</em></p>
<p style="text-align: justify;">„Erstens, dass die Konferenz nicht nur für uns allein ist, sondern auch für andere. Zweitens wollten wir unsere Position Israel gegenüber zeigen. Drittens wollten wir in unserer Einheit auch ein Beispiel sein,  das bei der Welt ein Zeugnis bewirkt.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Also wurden diese Ziele deiner Meinung nach erreicht?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Ja, es ist uns gelungen, das alles in harmonischer Einheit zu machen als messianische Leiter, ohne Konflikte, mit Liebe und Respekt zueinander: Unsere Botschaft, unsere Vorträge, unsere Workshops, unser Lobpreis haben Resonanz in den Herzen der Menschen gefunden. Und die Heidenchristen fühlen sich hier bei dieser Konferenz zuhause. Und das, obwohl es eine jüdisch-messianische Konferenz ist. Unser Ziel war nicht, es Menschen hier gemütlich zu machen, aber es geschieht einfach.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Wurden die Gemeinden aus dem Berliner Umkreis auch eingeladen?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Ja, wir haben nicht alle, aber viele Berliner Gemeinden und Werke aus ganz Deutschland eingeladen. Ich habe hunderte von Briefen von Hand unterschrieben. Einige haben zurückgeschrieben und sich entschuldigt, dass sie nicht kommen. Aber ich bin natürlich traurig, dass nur ein paar aus dieser Gemeinde hier gekommen sind. Wir haben sogar eine persönliche Einladung an die meisten Rabbiner geschickt. Es ist keiner gekommen, aber gleichzeitig kamen auch keine negative Reaktionen.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Denkst du, auch wenn man die Teilnehmer dieser Konferenz betrachtet, dass Pfingst- oder charismatische Gemeinden offener für messianische Juden sind?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Ja, aber nicht nur charismatische und Pfingstgemeinden, sondern auch charismatische Erneuerungen in der evangelischen oder in der katholischen Kirche. Egal welche Kirche, charismatische Erneuerungen sind offener. Und dabei sehe ich auch einen geistlichen Hintergrund. Wenn Menschen erneuert sind, wenn man Gott tatsächlich neu erlebt hat, wird man offen dafür.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Auf der Konferenz war viel von der Ersatztheologie die Rede. Kennst du und wenn ja, was hältst du von moderaten Vertretern, die beispielsweise Israel nach wie vor eine Rolle in Gottes Heilsplan einordnen, aber auch die Kirche als neues Gottesvolk sehen?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Meine Position ist: Die Kirche oder Gemeinde besteht aus Juden, die an Jesus glauben, und allen anderen, die sich ihnen angeschlossen haben. Aber die Kirche ist nicht das neue Israel. Die Juden kommen in der Endzeit einfach zum Messias, und fangen an ihn anzubeten, und ihnen schließen sich alle anderen Völker an.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Du meinst, dass nach Epheser 2,14 der Zaun zwischen Juden und Heiden gebrochen ist?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Ja, wobei sich die Christen diesen Zaun oder diese Mauer so denken: Die Juden waren auf der einen und die Völker auf der anderen Seite. Dann ist die Mauer gefallen und die Juden kamen raus und bildeten mit den anderen Völkern einen neuen Menschen. Das ist aber nicht das, was in Epheser geschrieben steht. Die Mauer ist gefallen, damit andere Völker reinkommen können. Wir treffen uns im neuen Jerusalem, und dabei unterstreiche ich „Jerusalem“. Es ist wie in dem Gleichnis vom Ölbaum: Es ist kein neuer Baum, es ist ein uralter Baum. Und deswegen ist kein Ersatz möglich.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Was denkst du also, muss angesichts der letzten 2000 Jahre an Versöhnung zwischen Juden und Christen noch geschehen?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Es ist nichts Menschliches. Niemand kommt durch pure Logik zum Glauben, es ist immer ein Aha-Moment, jeder muss das erleben. Wenn man das nicht erlebt, ist es viel schwieriger. Aber es ist ein Werk Gottes. Und so geschieht es: Historisch gesehen ist das Problem, dass die Christen ihre Wurzeln verlassen und die Juden ihren Messias losgelassen haben. Die Christen müssen also zurück zu den Wurzeln des Baumes gehen und die Juden müssen wieder Anspruch auf ihren Messias erheben.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Ist deiner Meinung nach ein notwendiger Schritt für die Kirche, von dem &#8220;griechischen Denken&#8221; Abstand zu nehmen und sich neu auf das &#8220;jüdische Denken&#8221; zu besinnen?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Ja, dieses griechische Denken&#8230; Ich habe so viele charismatische Vorträge darüber gehört. Es ist zu spekulativ. Was versteht man unter „griechischem Denken“ und „jüdischem Denken“? Viele Juden damals waren ziemlich griechisch in ihren Gedanken, haben zum Beispiel Philo gelesen. Nein, man muss sich nicht in erster Linie vom griechischen Denken verabschieden. Man muss zurück zu den Wurzeln finden. Und da geht es nicht um das Denken in erster Linie, es geht um unsere Einstellung. In der westlichen Welt denkt man, dass alles im Denken ist &#8211; das ist falsch. Zuerst muss man sagen: „Wir gehören zu den jüdischen Wurzeln.“ Und dann: „Was heißt das eigentlich? Was sollen wir für uns entdecken? Juden sind in gewisser Weise auch unser Volk. Wir tragen eine gewisse Verantwortung dafür.“ Es ist nicht unbedingt geboten, jüdische Feste zu feiern, aber zumindest Bescheid darüber zu wissen &#8211; in Vorbereitung für das, was dann kommt.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Würdest du sagen, dass das messianische Judentum versucht, sich auf das Urchristentum zurückzubesinnen?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Nicht in jeder Hinsicht. Wir wissen nicht genau, wie man damals lebte, wir können nicht so leben wie damals und wir wollen nicht so leben wie damals. Ich genieße die Medizin von heute, das Licht von heute, die Kultur von heute in vielerlei Hinsicht, wo es nicht der Bibel widerspricht. Wir können es nicht, wir wollen es nicht, aber wo wir zum Urchristentum zurückkehren wollen, ist, dass wir als Juden Jesus in den Mittelpunkt stellen. Für die Kirche von damals war Jesus im Mittelpunkt. Und heute, wenn man die Kirche in Deutschland nimmt &#8211; lieber Gott! Man hört „Jesus“ nicht so oft.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Kritiker sagen, dass das messianische Judentum im Grunde orthodoxes Judentum mit Bezug auf Jeschua ist. Stimmt das oder versucht ihr, eure eigenen Traditionen zu finden?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Na ja, wir haben versucht, unsere eigenen Traditionen zu finden, aber es ist uns nicht gut gelungen. Auf der anderen Seite können wir auch nicht alle orthodoxen Traditionen übernehmen, auch deswegen, weil nicht viele von uns glauben, dass wir es machen müssen. Wir sind auf der Suche. Aber natürlich gab es Zeiten, in denen Judenchristen oder messianischen Juden sich vom rabbinischen Judentum abgrenzen und Zeiten, in denen sie sich ihm annähern wollten. Deswegen finde ich folgende Definition für uns angemessen: Ein messianischer Jude ist ein Jude, der an Jesus, d. h. den Messias Israels glaubt, und sich dabei als Teil des jüdischen Volkes und seiner Traditionen versteht. Ich kann deshalb nicht sagen, dass das rabbinische Judentum Blödsinn ist &#8211; es ist Teil meines Erbes, es ist auch Teil meiner Traditionen. Aber ich habe auch nicht genug Beziehung zu ihm, um es voll zu übernehmen.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>So wird zum Teil kritisiert, dass manche jüdischen Traditionen anti-messianisch sind, wie zum Beispiel einige Gebete.</em></p>
<p style="text-align: justify;">Ja, es gibt Gebete, die ich nicht mit gutem Gewissen beten kann &#8211; dann bete ich sie nicht. Unser Volk hat viel Gutes aufgebaut &#8211; traditionell, rabbinisch oder geistlich. Aber wir haben auch viele Schwachpunkte dabei. Und das ist menschlich.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Die messianische Bewegung in Deutschland ist etwas Besonderes. Könntest du kurz ihre Geschichte skizzieren?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Es kamen hunderttausende Juden nach Deutschland, hauptsächlich aus der ehemaligen Sowjetunion, weil Deutschland sie eingeladen hat. Es kamen auch viele Israelis nach Deutschland, mehr und mehr. So besteht die jüdische Bevölkerung in Deutschland zu mehr als 80% aus Migranten. Und das hat die messianische Bewegung hier in Deutschland beeinflusst und gewaltig verändert. Und dann kam es zu einer Erweckung&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Woher kam diese deiner Meinung nach? Von der geistlichen Leere, die der Kommunismus hinterlassen hatte?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Was hat man in Ostdeutschland damals unterrichtet? Atheismus pur. Und dann kam die Wende. Und jetzt sagt man immer noch, dass Ostdeutschland das atheistischste Land der Welt ist. Mit der Leere der Vergangenheit hat das also überhaupt nichts zu tun. 8 von 100 Ostdeutschen glauben an einen persönlichen Gott &#8211; und die Wende hat daran nichts geändert. Die Erweckung hat also nichts mit der Wende zu tun. Es ist eine Offenbarung Gottes. Man kann es nicht systematisieren, man kann es nicht logisch erklären. Damals kamen Menschen in Strömen zu uns, weil sie sich bekehren wollten. Wir fragten uns wie damals bei Petrus: „Was sollen wir tun?“</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Ist die Tendenz immer noch steigend?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Nein, seit zehn Jahren nicht mehr. Die Erweckung unter russischsprachigen Juden ist jetzt vorbei, jetzt ist harte evangelistische Arbeit an der Reihe. Es kommen Leute zum Glauben, aber nicht in so gewaltigen Mengen. Das heißt nicht, dass wir unseren Dienst aufhören sollen &#8211; es ist wie beim Surfen oder Skilaufen. Man fährt runter &#8211; und dann muss man wieder hoch. Jetzt spricht man allerdings von einer Erweckung unter Israelis in Israel. Von dort könnte es wieder nach Deutschland kommen. Ich kann mir vorstellen, dass bald mehrere messianische Gemeinden statt Russisch Hebräisch sprechen.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Wie viele messianische Juden gibt es denn heute in Deutschland?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Man spricht von bis zu 1000 Juden, die zu messianischen Gemeinden gehören. Aber es gibt viele an Jesus glaubende Juden, die sich weiterhin als Juden identifizieren und die in verschiedenen Kirchen und Freikirchen zuhause sind.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Und wie viele Juden gibt es ungefähr in Deutschland?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Das kann ich nicht genau sagen. Es kamen 300.000 oder mehr aus der ehemaligen Sowjetunion, dazu gibt es zehntausende Israelis, Juden, die schon vorher hier in Deutschland waren und welche, die aus Amerika oder anderen Ländern stammen. Dazu kommt die Frage, wie man einen Juden definiert. Über die jüdische Mutter allein? Wenn auch der jüdische Vater zählt, vergrößert sich die Zahl. Wenn jeder, der von einer jüdischen Mutter oder von einem jüdischen Vater stammt, Jude ist, dann kommen wir leicht auf 300.000 Juden in Deutschland. Und es gibt Gentests, die besagen, dass jeder zehnte Deutsche jüdisches Blut hat. Man kann nachlesen, dass sich allein in Berlin in 200 Jahren (von ca. 1650 bis 1830) mehr als 1 Million Juden taufen ließen (aus dem Buch: <em>How Jews became Germans</em>). Ich kenne viele Deutsche, die vor einiger Zeit erst erfahren haben, dass sie jüdisches Blut haben, weil die Großeltern nie darüber sprechen wollten. Deswegen gibt es viele Faktoren.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Was können messianische Juden und nichtjüdische Christen voneinander lernen?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Christen können von messianischen Juden lernen, Jesus als König der Juden in den Mittelpunkt zu stellen, in Vorbereitung des Reiches; auch viel über ihre jüdische Wurzeln, um die Bibel zu verstehen. Es erfrischt das geistliche Leben, wenn man das entdeckt.<br />
Was wir als messianische Juden von Christen lernen können, ist Hingabe. Wenn man hier auf der Konferenz das Gebet für Israel betrachtet, gibt es kaum messianische Juden, sondern fast nur Christen. Diese Geistlichkeit, die altchristliche Hingabe im Gebet, müssen wir noch von euch lernen bzw. hier ergänzen wir uns. Wir sind jung, wir sind schwach, wir sind immer noch im Wandel, was unsere Identität betrifft, wir haben Probleme mit Minderwertigkeitskomplexen, und damit, dass wir von allen Seiten abgelehnt werden. Christen scheinen normalerweise stabiler, und diese Stabilität hält uns und da können wir von Christen lernen. Aber natürlich von Christen, die sich hingeben.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Und was denkst du, wie wird die Beziehung zwischen Juden und Christen aussehen, wenn Jesus wiederkommt? Werden die Differenzen komplett aufgehoben werden? Hast du eine Idee?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Nein, keine Idee, für die ich meine Hand ins Feuer legen würde. Aber wir werden zusammen herrschen und es gibt Bibelstellen, die darauf hinweisen, dass es sogar möglich ist, dass Menschen aus anderen Völkern zu Leviten und Priestern werden. Aber lassen wir uns überraschen. Doch natürlich wird es keine Menschen zweiter Klasse geben. Wir werden alle gleich sein. Dennoch wird es sicher verschiedene Sprachen, Kulturen und ethnische Gruppen geben. Die Völker verschwinden nicht alle in einem Topf. Das Reich Gottes wird bunt, nicht eine Farbe. Ich glaube, dass es nicht nur eine Sprache, das Hebräische, geben wird, sondern verschiedene Zungen und Sprachen, die ihn bekennen. Ich sehe unsere Einheit in der Vielfalt von unseren Gaben und Berufungen.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Und was sind, wenn wir über die Zukunft Israels sprechen, deine konkreten eschatologischen Vorstellungen in Bezug auf die Offenbarung?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe am Dallas Theological Seminary studiert, aber natürlich muss ich nicht alle ihre Ansichten teilen. Ich würde automatisch immer noch sagen, es gibt ein tausendjähriges Reich und dann geht es weiter. Aber grundsätzlich weiß ich es nicht mehr so genau. Wir lesen von einem neuen Himmel und einer neuen Erde in der Offenbarung. Wir lesen auch von der Grenze zwischen den 1000 Jahren und was danach kommt. Es kann sein, dass die 1000 Jahre schon die Ewigkeit bedeuten. Ich bin mir überhaupt nicht sicher, aber ich werde auf keinen Fall enttäuscht werden. In meinem Leben ändert das nicht viel. Ich meine, ob es ein 1000-jähriges Reich gibt, und es dann weitergeht, oder ob es kein 1000-jähriges Reich gibt und es gleich weitergeht, das ändert an meinem Leben heutzutage nichts! Am besten ist es, wenn wir Theologie mit praktischen Auswirkungen betreiben. Auch was die Entrückung der Gemeinde betrifft, gibt es verschiedene Ansichten &#8211; das könnte vielleicht schon praktischer werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Glaubst du, dass messianische Juden in der Gefahr stehen, die Bibel zu sehr auf politische Ereignisse, z. B. in Israel, zu beziehen, statt auf ihr persönliches geistliches Leben?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Das ist unterschiedlich. Es gibt natürlich viele, die so sind. Aber Juden sind, auch was Israel betrifft, viel weniger politisiert, als viele Christen. Christen haben eher politische Meinungen dazu, sie sind entweder pro oder contra. Messianische Juden in Deutschland sind nicht so stark politisiert. Wir sind zionistisch, aber nicht politisch zionistisch. Wir unterstützen Israel, wir sind biblisch fundiert, aber nicht politisiert. Wenn wir für Frieden in Israel beten, dann schließen wir selbstverständlich auch die Araber mit ein. Das versteht man in christlich-zionistisch Kreisen nicht so deutlich. Aber wir sind politisch gesehen viel offener als Christen.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Hast du Kontakte zu Arabern oder Moslems?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Christliche Araber, klar.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Wie ist deren Beziehung zu messianischen Juden?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt nur wenige, die nicht anti-israelisch sind. Meistens sind sie sehr indoktriniert. Die messianischen Juden sind oft viel toleranter und offener als arabische Christen.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Dein Statement war klar: Auch die Araber bzw. wer auch immer in dem Land lebt, gehört dazu. Ist die Voraussetzung dafür die Versöhnung?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Die Voraussetzung ist nicht die Versöhnung, die Voraussetzung ist Jesus, und Hingabe, Glauben an ihn, Leben mit ihm. Versöhnung ist die Konsequenz, eine Wirkung davon, aber sie ist nicht das Ziel.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Wenn du sagst, dass die Grenzen und der Gehorsam zusammenhängen, wie ist das mit der Gnadenlehre in Einklang zu bringen, nach der uns Gottes Gnade vom Gesetz befreit hat?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Die Gnade Gottes hat uns nicht vom Gesetz befreit, sondern vom Fluch der Sünde. Was heißt das denn, dass wir frei vom Gesetz sind? Das ist irgendwie verwirrend. Sagen wir: „Danke, Herr, du hast mich endlich freigemacht, Schweinefleisch zu essen?“ Jesus ist nicht gestorben, damit ich Schweinefleisch essen kann oder damit ich nicht mehr als Jude lebe. „Was für eine Freiheit! Ich habe mein ganzes Leben lang davon geträumt, Schweinefleisch zu essen!“ Ich habe 27 Jahre meines Lebens alles gegessen, und dann als messianischer Jude aufgehört, alles zu essen &#8211; und habe damit erst meine Freiheit gefunden. Vorher war ich ein Sklave davon.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Würdest du also sagen, dass Israel zum Glauben an Jesus kommt und dann dadurch die verheißenen Landesgrenzen erhält, weil es gehorsam ist?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Ja. Das Land gehört Israel. Aber die Grenze ist damit verbunden, wie Israel lebt, wie die Juden leben, von unserem Gehorsam &#8211; nicht von Gottes Gnade. Auch Fremdlinge dürfen im Land leben, aber die Bedingungen gelten für Araber wie auch für Juden. Die Juden haben heute noch Anspruch darauf, in Israel zu leben. Es gibt Christen, die zum Beispiel bei der „Christ at the Checkpoint“-Konferenz involviert sind, die sagen: „Ja, es war versprochen, aber Israel ist sündig und die Juden haben nur das Recht dort zu leben, wenn sie gerecht und ohne Sünde sind.“ Nein, Juden haben auch heute das Recht, dort zu leben, aber über zwei Sachen dürfen sie nicht klagen: Erstens, dass die Grenzen zu schmal sind und zweitens, dass es keinen Frieden gibt. Die beiden Sachen werden bleiben, bis die Juden zurück zu Gott kommen.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Würdest du sagen, dass der politische und soziale Unfrieden eine Konsequenz aus ihrem Handeln ist, und dass Gott sie bestraft, um sie zu ihm zurückzuführen?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Sagen wir so: Es ist eine Strafe Gottes. Ich weiß nicht, ob um sie zu ihm zurückzuführen, um Gnade zu zeigen oder was auch immer. Wie heute während des Gottesdienstes gesagt: Daniel hat begriffen, was in der Thora beschrieben wurde. Es ist eine Strafe &#8211; leider. Auch der Holocaust ist eine Strafe. Es ist dramatisch, es ist traurig, es tut weh. Aber mit Gott macht man keine Witze.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Und was bedeutet dann „ganz Israel“ (Römer 11,26) für dich? Wer genau wird gerettet werden?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Es geht um Israel. Paulus zitiert Jesaja, es geht in Römer 9-11 um die Juden nach dem Fleisch. Wenn Jeschua zurückkommt, gießt Gott seinen Geist auf die Juden und sie werden gläubig. Aber „ganz Israel“ schließt nicht alle Juden aller Zeiten ein, sondern nur die Juden, die in der Zeit leben werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Du hast in deinem Vortrag viele alttestamentliche Stellen zitiert. Wieso spricht deiner Meinung nach Jesus weniger von materiellen Verheißungen? Was meint er mit „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (Johahnnes 18,36)?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Ich trenne nicht zwischen Materiellem und Spirituellem. Es vermischt sich, wie bei unserem Geist und Körper: Wenn wir krank sind und Fieber haben, ist auch unser Geist betroffen. Wenn unser Geist bedrückt ist, erhöht sich die Chance, dass auch unser Körper krank wird. Ich finde das nicht biblisch, eigentlich eher griechisch, das Geistliche vom Irdischen oder Physischen zu trennen. Ich trenne das nicht. Wir müssen unseren Geist, aber auch unseren Körper pflegen. Wir müssen geistig die Erde verändern, aber auch physisch die Erde verbessern.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Vielen Dank für das Interview!</em></p>
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<p style="text-align: justify;">Fotos: © privat</p>
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