5. Deutscher Israelkongress

 

Einblicke in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft Israels

Damit wir als Institut für eine ausgewogene Israellehre alle Fakten über Israel im Blick behalten, lohnt es sich immer wieder einmal, über den Tellerrand des christlich-theologischen Spektrums hinaus zu blicken. Es lohnt sich auf Meinungen aus der säkularen Welt hinzuhören, besonders auf Menschen, welche jeden Tag mit dem heutigen Israel zu tun haben und dieses nicht durch eine „biblische Brille“ erleben. Aus diesem Grund besuchten wir am 25. November den 5. Deutschen Israelkongress in Frankfurt am Main. Dieser Kongress bot ein abwechslungsreiches Ganztagesprogram an, bei dem die unterschiedlichsten Vorträge und Diskussionen besucht werden konnten, beispielsweise Workshops über Israels Sicherheitspolitik oder die israelischen Wirtschaftsverhältnisse. Es wurden per Video Grußworte eingespielt, unter anderem von Benjamin Netanjahu (Ministerpräsident Israels), von Reuven Rivlin (Präsident Israels) und von Angela Merkel.

Der Botschafter des Staates Israel, S.E. Jeremy Issacharoff, eröffnete den Kongress mit einer äußerst eindrücklichen Rede. Er betonte das Existenzrecht Israels als Staat und Nation und machte ausdrücklich darauf aufmerksam, dass dieses Existenzrecht nach wie vor von vielen internationalen Akteuren infrage gestellt und bedroht werde. Die Islamische Republik Iran stelle dabei eine besondere Bedrohung dar. Doch der Iran dürfe nicht vergessen, so der Botschafter, dass Israel nun fähig sei einen neuen Holocaust, wie ihn die iranische Führung immer wieder dem Volk der Juden androhe, mit allen Mitteln verhindern werde.

Auch Uwe Becker, Bürgermeister und Stadtkämmerer der Stadt Frankfurt am Main, kam bei der Eröffnung mit einer Ansprache zu Wort. Er hob hervor, dass Frankfurt die Israel-freundlichste Stadt außerhalb von Israel sei und dieser Status erhalten bleiben müsse. Zur positiven Verwunderung von uns Zuhörern forderte er offen die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt. Es sei an der Zeit, dass Deutschland die Tatsachen vor Ort in Israel anerkenne; ebenfalls sollten die Golan-Höhen als offizielles israelisches Staatsgebiet bezeichnet werden. Deutschland dürfe nicht weiter akzeptieren, dass über die EU finanzielle Mittel an die palästinensische PLO fließen und somit beispielsweise die vorherrschende palästinensische „Terroristen-Rente“ mit deutschen Steuergeldern finanziert werde. Dies sei inakzeptabel und müsse umgehend thematisiert werden. Der Bürgermeister positionierte sich zudem deutlich gegen die Aktivitäten der israelfeindlichen BDS-Bewegung und stellte klar, dass Israel bei der Anwendung Militärgewalt i.d.R. eher zurückhaltend agiere. Es war erfreulich zu hören, dass ein deutscher Politiker sich auf solch deutliche Weise pro Israel positionierte.

Der israelische Minister Gilad Erdan hielt ebenfalls eine kurze Rede. Er leitet das israelische Ministerium für strategische Angelegenheiten. In seiner Rede betonte er, dass das jüdische Volk nun mit einem eigenen Staat nie wieder wehrlos sein werde. Momentan fokussiere sich das Ministerium auf den internationalen Kampf gegen die anti-israelische Boykott-Bewegung BDS (Boycott, Divestment and Sanctions). Verschiedene Maßnahmen seien bereits im positiven Sinne vorangekommen, denn die BDS-Bewegung befinde sich momentan in der Defensive und sei damit beschäftigt, ihre objektiv fragwürdigen Forderungen zu recht-fertigen. Auch offizielle deutsche Stimmen positionierten sich immer stärker gegen die An-liegen des BDS, beispielsweise indem deutsche Banken finanzielle Dienstleistungen ablehnen und auch deutsche Fernsehsender eine Zusammenarbeit verweigern würden. Die EU habe sich zwar klar gegen BDS ausgesprochen und erklärte, dass keine EU-Gelder an diese Bewegung fließen sollen, jedoch gebe die EU Geld an Organisationen und Veranstaltungen, welche unmittelbar der BDS-Bewegungen angehören würden bzw. die sie stark unterstützen. Dieses Fehlverhalten müsse schleunigst geändert werden (im späteren Teil dieses Berichts wird auf die BDS nochmal einmal kurz Bezug genommen). Ebenfalls sei es nicht akzeptabel, dass in den palästinensischen Schulen, welche von der UNRWA geleitet werden, offener Antisemitismus gelehrt werde. Schließlich kam Erdan in seiner Rede auf das „antisemitischste Land“, den Iran, zu sprechen. Es sei an der Zeit, dass Deutschland sich den USA anschließe und Sanktionen gegen die islamische Republik wieder in Kraft treten lasse. Um auf die iranische Bedrohung noch zusätzlich aufmerksam zu machen, betonte er, dass der Iran selbst auf europäischen Boden Attentate ausführe, wie der Fall in Dänemark kürzlich bewiesen habe.

Nachdem die Eröffnungsfeier beendet war teilten wir uns als Mitarbeiter auf mehrere ‚Sessions‘ auf, da viele spannende Vorträge parallel in unterschiedlichen Räumen gehalten wurden. Eine Auswahl an Themen soll hier vorgestellt werden: In einer Session wurden einige israelische Hilfsorganisationen vorgestellt, welche auf der gesamten Welt den Menschen in verschiedensten Nöten beistehen. Dabei wurde zunächst der Dienst von IsraAID Germany präsentiert. Diese israelische Hilfsorganisation steht den deutschen Kommunen besonders in den letzten Jahren bei, die angesichts des Flüchtlingszustroms in Deutschland Hilfe benötigten. Man konzentriere sich bei dieser Arbeit auf die besondere Herausforderung der Flüchtlinge, sich in ein solch modernes Land mit einem völlig anderen Wertesystem einzuleben, wenn diese selbst aus hauptsächlich archaischen strukturierten und/ oder konservativ-muslimischen Ländern des Nahen Ostens kommen. Die globale Organisation des IsraAID als größte israelisch-humanitäre Organisation engagiert sich zu-gleich in der Flüchtlingsarbeit auf Lesbos, Griechenland. Dabei geht es um die ‚International School of Peace‘ (hier ein offizielles Video dieser Arbeit: https://vimeo.com/280514241). Dort treffen Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und aus Afrika, zumeist Kinder, auf jüdisch-israelische Lehrer. Diese Kinder haben zumeist noch nie eine Schule besucht und viele seien ohne einen Elternteil alleine in Europa angekommen sind. Zunächst galt es als Problem, dass israelische Lehrer muslimische Kinder unterrichten, doch sei es relativ unkompliziert bewältigt worden. Die Organisation betont, dass es bei dieser Arbeit nicht um Religion gehe, und dass Juden mit arabischen Lehrern in diesem Dienst zusammenarbeiten würden. Es lohnt sich gewiss, sich über diese offensichtlich gelingende Zusammenarbeit von Juden und Muslimen noch weiter zu informieren.

In einem anderen Workshop wurde die Arbeit von ‚NATAL Israel‘ vorgestellt. Dabei geht es um Hilfe für Menschen in Israel, welche unter einem Kriegs- oder Terror-bedingten Trauma (PTBS) leiden (https://www.youtube.com/watch?v=2mbcZ84wjH4&feature=youtu.be). Diese Organisation war auch während der heftigen Raketenangriffe auf Israel aus dem Gaza-Streifen in Süd-Israel im Einsatz. Auch in Deutschland arbeite man bereits mit einigen Behörden zusammen, wie zum Beispiel mit der Feuerwehr und der Polizei. Mit der Bundeswehr stehe man bereits für eine mögliche Zusammenarbeit in Kontakt. In einem anderen Raum wurde die Arbeit von ‚Israeli Flying AID‘ vorgestellt. Diese israelische Hilfsorganisation gehe in Länder, zu welchen Israel offiziell keinerlei diplomatischen Beziehungen habe. Die Arbeit werde auch von den israelischen Streitkräften (IDF) unter-stützt. Unter anderem habe diese Organisation vor Ort in Syrien Prothesen aus einem 3D-Drucker für schwer verletzte Menschen hergestellt. Die breite Öffentlichkeit auf der Welt hat von den Weißhelmen in Syrien geredet, jedoch ohne dabei zu erwähnen, dass mehr als 300 von ihnen in Aleppo und Idlib von der Israel-Flying-AID geschult und unterstützt worden seien. Seit dem Beginn des syrischen Bürgerkrieges sei die Organisation in Syrien aktiv und es wurden von ihr mehr als 3 Millionen Mahlzeiten verteilt, wie auch Medikamente und medizinische Geräte im Wert von mehr als 8 Millionen Dollar. Kürzlich habe man auch eine jüdische Familie aus Aleppo nach Israel geschleust. Das markante ‚Motto‘ der Organisation lautet dementsprechend: „Nobody asks permission to kill. We don’t ask permission to save lives.“ – Niemand fragt nach Erlaubnis zu töten. Wir fragen nicht nach Erlaubnis, Leben zu retten.“ (https://ifaid.com/ , https://www.youtube.com/watch?v=uiHF3_3EacU). Bei dem Erdbeben im Iran, das sich kürzlich ereignete hatte, habe man ebenfalls humanitäre Hilfe angeboten. Doch wurde diese von der iranischen Regierung abgelehnt. Man nehme nämlich grundsätzlich keine Hilfe von Juden an. Die Finanzierung dieser Hilfs-Organisation funktioniere über Crowd-Funding, wurde den Zuhörern mitgeteilt.

Während einer anderen Session wurde über die Bedrohung durch den Iran gegenüber Israel diskutiert. Der Iran sei die hauptsächliche Bedrohung, und das auf multi-dimensionale Weise. Zunächst stelle der Iran weiterhin eine anhaltende und nukleare Bedrohung für Israel dar, trotz des bestehenden Iran-Abkommens. Selbst der deutsche Geheimdienst habe bewiesen, dass der Iran sich illegal nuklearwaffentaugliche Substanzen beschaffe. Diese anhaltende atomare Aufrüstung des Irans habe ein unaufhaltsames Wettrüsten im Nahen Osten zur Folge. Denn nicht nur Israel betrachte einen „atomwaffenfähigen“ Iran als eine Bedrohung, sondern auch Staaten, wie beispielsweise die Türkei oder Ägypten. Gemeinsam mit weiteren Ländern (Saudi-Arabien, Jordanien, Sudan) entwickele sich ein atomares Wettrüsten in der gesamten Region (Nord-Afrika, Naher Osten), welches umso gefährlicher für Israel werden könne und dann auch für Europa. Bis auf die USA berücksichtige kein Land im Westen in seiner Bewertung dieser Lage die Tatsache, dass das Raketenprogramm des Irans äußerst fort-geschritten und hochentwickelt sei. In Europa werde wohl vergessen, dass das Raketenabwehrsystem, welches momentan installiert werde, aufgrund von einer russischen Bedrohung, ursprünglich gegen Raketen aus Nord-Korea, einsatzfähig sein sollte und vor allem gegen Langstrecken-Raketen aus dem Iran. Die ständigen Drohungen Irans nicht nur gegen die USA, sondern auch gegen Europa geraten hier im Westen nicht selten in Vergessenheit, oder sie würden sträflich ignoriert.

In der Diskussion bildeten auch die iranischen Aktivitäten in Syrien ein Thema. Unter anderem habe der Iran dort einige Militärbasen errichtet. Dadurch falle es diesem Staat nun noch leichter, die benachbarte libanesische Hisbollah mit Waffen gegen Israel zu unterstützen. Mit einer Militärpräsenz in Syrien befände sich der Iran nun unmittelbar an der israelischen Grenze. Die meisten Terrorgruppen würden durch den Iran unterstützt und finanziert. Darunter zählen, wie bereits erwähnt, die libanesische Hisbollah-Miliz, die palästinensische Hamas oder auch sogar der Islamische Staat (IS). Wenn man nun also beurteilen lernen möchte, inwiefern sich die Aktivitäten des Iran auf Europa auswirken könnten, dann müsse man sich lediglich die bereits geschehenen Terroranschläge in den europäischen Ländern in Erinnerung rufen. Letzten Endes müsse man schlussfolgern, dass der Iran eine existenzgefährdende Bedrohung für Israel darstelle, wie sie Israel noch nie gegenüber gestanden habe. Die vergangen Bedrohungen, durch Jordanien oder Ägypten, seien damit letztlich nicht vergleichbar.

Ein gänzlich anderer Gesichtspunkt über Israel, abseits des Politischen, wurde ebenfalls vor-gestellt: In vielen Wirtschaftskreisen der Welt gelte Israel als die „Start-Up-Nation“. Dies liege daran, dass Israel die höchste „Start-Up-Dichte“ pro Einwohner unter allen Nationen aufweise. In diesem Vortrag wurde jedoch auch deutlich darauf hingewiesen, dass Israel nicht nur wirtschaftlich, sondern auch wissenschaftlich und gesellschaftlich eine Vorreiterrolle unter den Völkern eingenommen habe. Beispielsweise gebe es in Israel die meisten Nobelpreisträger gemessen an der Einwohnerzahl. Es wurde gefragt, wie es dazu gekommen sei, dass so viele Israelis Start-Ups gründen und einige von ihnen sogar zu großen Konzernen heranwachsen konnten. Um diese Frage zu beantworten, müsse man sich mit der Geschichte und Herkunft des israelischen Volkes befassen. Israel ist ein Land voller Immigranten. Deren Familien haben in der Vergangenheit viel riskiert, als sie nach Israel kamen. Die Mentalität, bewusst ein Risiko einzugehen, ist somit ein fester Bestandteil des Lebens vieler dieser Menschen geworden. Die gelte insbesondere, wenn zusätzlich noch die Terrorgefahr und die Wehrpflicht in Israel hinzu gezählt werden, die ein hohes Verantwortungsbewusstsein der eigenen Nation gegenüber bewirke. Die Gefahr, das Verantwortungsbewusstsein und das Risiko sind somit feste Bestandteil des Lebens eines Israelis. Genau diese Gesichtspunkte fördern nicht selten neue Start-Up-Gründungen. Allerdings gelinge nur einem von zehn Start-Ups der Durchbruch, während alle anderen scheitern würden. Jedoch belaste das Scheitern die Bevölkerung nicht sonderlich, da in ihrer Gesellschaft das Scheitern als etwas Positives betrachtet werde, nach dem Motto: „Diese Fehler machst du das nächste Mal nicht mehr“. Hinzu komme, dass die heutige israelische Gesellschaft hierarchisch sehr schwach strukturiert aufgebaut sei. Wenn junge Menschen eine gute Idee hätten, dann besäßen sie kaum Angst vor der Meinung von Älteren oder Vorgesetzten an ihrem Arbeitsplatz. Die meisten würden relativ offen ihre Meinungen und ihre Ideen mitteilen und dann ggfs. auch in die Tat umsetzen.

Da die Wirtschaft in unserer heutigen globalen Welt von Wettbewerb mit Nachbarstaaten lebe, sei diese Tatsache eine große Herausforderung für israelische Unternehmen. Denn geopolitisch betrachtet sei Israel eine Insel, da keiner der arabischen Nachbarstaaten mit dem jüdischen Staat Handel treibe. Somit müssten israelische Unternehmen enorm wettbewerbsfähig sein, um mit Unternehmen aus dem Westen und Asien konkurrieren und erst einmal wahrgenommen werden zu können. Es sei durchaus faszinierend gewesen, wie es dazu kommen konnte, dass aus einem winzigen Agrarstaat ohne Bodenschätze und umzingelt von Feinden, ein aufstrebender und innovativer Technologie-Standort mit Weltmarktambitionen entstehen konnte. Viele Juden im Ausland investierten trotz schlechter politischer Prognosen in diesen jungen Staat. Zugleich besaßen die Menschen viele innovative Ideen, gepaart mit Ehrgeiz, und sie waren wissenschaftlich enorm fleißig und engagiert. Hinzu komme, dass die Industrie, die Wissenschaft und das Militär in Israel stark zusammen arbeiten würden und somit technologische Innovationen ausgetauscht und getestet werden können. Die Regierung halte sich dabei stark zurück und halte die Regulierungen so klein, wie nur irgend möglich, investiere jedoch auf der anderen Seite viel Geld in die Forschung.

Die Boykottbewegung BDS, über welche wir bereits einen Bericht auf unserer Internetseite veröffentlicht hatten, war aufgrund ihrer israelfeindlichen Propaganda selbstverständlich auch ein Thema auf dem Kongress. Es wurde klargestellt, dass ein unterschätztes Problem bei der BDS-Bewegung das sei, dass sie auf dem ersten Blick „humanitär-friedlich“ erscheine, doch sie sich tatsächlich enorm aggressiv und anti-jüdisch bzw. anti-israelisch verhalte. In Deutschland sei die Bewegung zwar etwas schwächer als in anderen Ländern, doch selbst hierzulande stünden christliche Bischöfe im Gespräch mit Vertretern dieser Bewegung. BDS sei nicht nur einfach Israel-kritisch, sondern diese Bewegung stehe Israel ganz bewusst aggressiv feindlich gegenüber. Israel werde als ein Krebsgeschwür bezeichnet, welches aus dem Nahen Osten entfernt werden müsse. Es scheint so, als würden einige BDS-Aktivisten sogar von dem Jargon der Nationalsozialisten („Kauft nicht bei Juden!“ usw.) Gebrauch machen. Einer der teilnehmenden Redner beschrieb BDS nicht als eine Bewegung, sondern sie sei vielmehr eine anti-israelische Kampagne. Da BDS sich klar gegen einen Dialog mit Israel positioniere, sei diese Kampagne alles andere als friedlich. Letztendlich gipfele diese Kampagne im offenen Antisemitismus, der sich jedoch als „politischen Protest“ tarne. Gleichzeitig werde ein großer Druck auf liberale Palästinenser aufgebaut, welche eine friedliche Lösung mit Israel suchen. Als Zusammenfassung könne gesagt werden, dass die BDS ideologisch antisemitisch geprägt sei und die Abschaffung des Staates Israel anstrebe. Nähere Informationen zu der Bewegung/Kampagne finden Sie entweder in unserem zu diesem Thema bereits veröffentlichten Beitrag, oder auch in folgender digitaler Broschüre. Darin wird die Struktur und das Wesen dieser Bewegung prägnant erläutert: https://iibsa.org/wp-content/uploads/2018/11/Die-antisemitische-Boykottkampagne-BDS-Eine-Handreichung_IIBSA.pdf.pdf

 

Der Besuch des 5. Deutschen Israelkongresses war eine wertvolle Erfahrung. Er bot auch für uns Mitarbeiter einen guten Kontrast zu den meist sehr christlich-subjektiven Israelkonferenzen, die sonst durchgeführt werden. Einerseits war es bereichernd von Menschen aus den unterschiedlichsten Tätigkeitsbereichen zu hören, wie sie in ihrem täglichen Leben den Staat Israel wahrnehmen, und auf welche Weise Israel selbst einen Beitrag für eine bessere Welt leistet. Solche Aspekte kommen in den deutschsprachigen Medien äußerst selten zu Wort. Andererseits war es für uns wertvoll zu sehen, dass auch Menschen, die nicht christlich-gläubig oder jüdisch sind, in Israel einen Wert sehen, den es vorbehaltlos zu unterstützen gilt. Auch an dieser Stelle muss es betont werden; Unsere Verantwortung als Christen Israel gegenüber ist nicht zuerst theologischer Natur, sondern vor allem auch, infolge des Holocaust, eine (sozial-)ethische und politische Angelegenheit. Dabei gilt jedoch, nicht kritiklos an der Seite dieses Staates zu stehen, dennoch stets dessen bleibendes und unaufgebbares Existenzrecht zu unterstreichen und zu verteidigen. Viele Christen, die mit dem heutigen israelischen Staat und den mehrheitlich dort lebenden Juden nicht viel anfangen können, sollten ihn möglicherweise zunächst lediglich aus säkular-historischer Perspektive betrachten, anhand dessen ihnen vielleicht das Wunder der Existenz Israels begreiflich wird.

LG und ST