Institut für Israelogie verleiht Franz-Delitzsch-Preis an Jacob A. Corzine

 

Der mit 2000 Euro dotierte Franz-Delitzsch-Hauptpreis des Institut für Israelogie des FTA e.V. in Gießen geht in diesem Jahr an Jacob A. Corzine für seine Doktorarbeit mit dem Titel „Der alttestamentliche Erfahrungsansatz von Franz Delitzsch (1813-1890). Die Entfaltung der Idee des Christentums als Offenbarungsprozess“. Er wurde am 19.04. im Plenarsaal der Freien Theologischen Hochschule (FTH) in absentia des Preisträgers verliehen.

Der in Illinois (USA) geborene und als lutherischer Pastor in Südafrika lebende Preisträger hat diese Untersuchung im Sommer 2016 an der Humboldt-Universität zu Berlin eingereicht, um damit zum Dr. theol. promoviert zu werden. Gutachter der Arbeit sind Prof. Dr. Notger Slenczka und Prof. Dr. Torsten Meireis. „Mit dieser Forschungsarbeit wurde seit langem erstmals wieder die besondere theologische Leistung von Franz Delitzsch als einem konservativen Vertreter des erweckten Luthertums im 19. Jahrhunderts und als Ausleger des Alten Testaments in der Auseinandersetzung mit der kritischen Pentateuchkritik nach Wellhausens „Geschichte Israels“ herausgestellt. Auch die Bemühungen Delitzschs im Blick auf eine konstruktive Würdigung des Judentums von den Verheißungen des AT herkommend, werden entfaltet“, heißt es in der Würdigung.

„Das Institut für Israelogie an der FTH honoriert deshalb diese Untersuchung, weil darin auf gelungene Weise die theologischen Anliegen Delitzschs herausgestellt werden. Zugleich werden für die gegenwärtigen Diskussionen rund um die Auslegung des Alten Testaments und für die Antworten hinsichtlich unterschiedlicher Fragen nach den Juden und der Judenmission konstruktive Wegweisung geboten“, so die Jury aus FTH-Dozenten. Leiter des Instituts ist Pfarrer Dr. Berthold Schwarz.

Der Franz-Delitzsch-Preis wird seit 2007 jährlich an Akademiker verliehen, die in besonderer Weise aus theologischer, historischer und judaistischer Perspektive die Lehre von Israel (Israelogie) fördern und dabei heilsgeschichtliches Denken unterstützen.

Ein sechswöchiges Voll-Stipendium für die Sommeruniversität der Ben-Gurion Universität in Be’er Scheva (Israel) ging an FTH-Student Simon Tielmann.