70 Jahre Befreiung von KZ Auschwitz

 
Morgen, am 27.01.15, jährt sich zum 70. Mal die Befreiung des KZ in Auschwitz durch die Rote Armee. Ungefähr 1,1 Millionen Menschen wurden im Lagerkomplex des polnischen Oświęcim (deutsch: Auschwitz) systematisch durch die Nazis ermordet. Die meisten Opfer waren jüdischen Glaubens. Dieses Ereignis kann man nicht vergessen, man darf es nicht vergessen. „Vergessen ist gefährlich“, sagte NDR-Intendant Lutz Marmor. „Je länger Krieg und Verbrechen zurückliegen, desto unwirklicher werden sie.“ Aus diesem Grund wollen wir Ihnen TV-Tipps an die Hand geben, mit denen Sie dem Vergessen entgegen gehen, sich informieren und der Befreiung gedenken können.   Zu diesem Anlass strahlt das Fernsehen verschiedene Sendungen aus: Das Erste strahlt heute Abend die Doku „Ich fahre nach Auschwitz“ (Montag 22.45 Uhr) aus. Dort geht Gesine Enwaldt der Frage nach, welchen Eindruck und Wirkung die Gedenkstätte in Auschwitz-Birkenau auf Leute von heute hat. Im Phoenix-Kanal können Sie die Gedenkstunde im Bundestag mit Bundespräsident Joachim Gauck mitverfolgen (Dienstag, 9.00 Uhr), anschließend überträgt der Sender live eine Veranstaltung des Internationalen Auschwitz-Komitees mit einer Ansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel (Dienstag, 14.00 Uhr). Es wird wohl nicht mehr oft Gelegenheit geben, Überlebende aus der NS-Zeit zu hören. Das ZDF übertragt die Gedenkveranstaltung in Auschwitz-Birkenau und Berlin (Dienstag, 15.05 Uhr). Zu Gast im Studio wird Auschwitz-Überlebende Eva Schloss, Stiefschwester von Anne Frank, sein. Der Dokumentarfilm im ZDF „Mit dem Mut der Verzweiflung“ (Dienstag 22.15 Uhr) schildert das Schicksal von verschiedenen Menschen, die trotz ständiger Todesangst im KZ Mut bewiesen, ihre Menschlichkeit bewahrten und sich für andere opferten. Im rbb können Sie sich eine sehr interessante Doku ansehen: Amnon Weinstein sammelt seit Jahren Geigen und andere Instrumente von europäischen Juden, die im KZ Auschwitz ihr Leben gelassen haben. „Geigen gegen das Vergessen“ (Dienstag, 22.45 Uhr) dokumentiert die Reise der Violinen von Tel Aviv nach Berlin und die Begegnungen der Musiker mit den Instrumenten aus dem Holocaust.

(ts)

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