Großbrände in Jerusalem

 

Aufgrund großer Dürre und Trockeheit kam es am Dienstag dem 26.06.2012, in Jerusalem zu Großbränden. Betroffen waren die Wohngegenden Motza und Maale Hamischa. Die Einwohner in Motza wurden evakuiert. Vier Menschen haben eine Rauchvergiftung erlitten.

Es wurden 35 Einsatzkräfte aus ganz Israel zusammengerufen. Dazu nahmen sechs Kampfjets der Armee an der Brandbekämpfung teil. Mittelweile wurde bekannt gegeben, dass die Feuer unter Kontrolle seien. Trotzdem wird es noch eine Weile dauern, bis die Brände gelöscht sind. Einige Menschen fühlten sich sehr an das Feuer vom Carmel erinnert. Viele Anwohner reagierten hysterisch, einige verliessen in Panik ihre Häuser. Andere wiederum kamen als Schaulustige, um das Feuer zu beobachten. Die Straßen wurden dadurch teilweise blockiert.

Die Ursache der Brände ist bisher noch unbekannt. Man geht von Brandstiftung aus, da das Feuer an zwei Orten zur selben Zeit ausbrach. Der Einsatzchef der Jerusalemer Feuerwehr meinte, dass die Ursache wahrscheinlich Arsen gewesen sei. Die Trockenheit und der über die Jahre ausbleibende Regen haben außerdem in den Wadis um Jerusalem für eine starke Austrocknung gesorgt. Dies führte auch zu einem Rückgang der Vegetation.Die Waldbrandstufe ist deshalb verständlicherweise ziemlich hoch. Im letzten Winter gab es endlich wieder einmal ausreichend Regen, aber der See Genezareth liegt vom Wasserstand her immer noch unter dem Minimum. Israel überlegt ernsthaft, ob es Wasser aus der EU oder der Türkei mit Containerschiffen einführen soll. Damit könnte zwar der Wasserstand des Sees Genezareth aufgestockt und Trinkwasser zur Verfügung gestellt werden. Aber dies hilft nicht unmittelbar der Vegetation.

In Israel betrachten die Menschen den Regen seit alttestamentlichen Zeiten als ein Segen Gottes. Gibt es viel Regen, so ist eine Trinkwasserversorgung sichergestellt. Damals wurde das Wasser teilweise über viele Jahre in Zisternen in der Erde gelagert. Nahezu jedes Haus verfügte über eine solche Zisterne. Dies kann man teilweise in Jerusalem noch sehen. Das Wasser lagerte lange und wurde zum Waschen nicht ausgetauscht, was zu Keimen und schließlich zu Krankheiten führte. Dadurch erreichten die Menschen kein hohes Lebensalter. Es gibt einen Früh- und einen Spätregen, der in Israel zwei Ernten, eine im Frühjahr und eine im Herbst , möglich machte. Damit stellte der Regen auch die Nahrungsgrundlage sicher. Israel verfügt außer durch den Jordan und seine Zuflüsse über keine weiteren großen Flüsse, wie im Zweistromland (früher Assyrien/ Babylon/ Persien usw.) oder in Ägypten. Eine clevere Speicherung des Regens war deshalb lebensnotwendig. Die Nabatäer (4. Jht. v. Chr. bis 2. Jht. n. Chr.), ein Volk, das in der späten Antike den Negev bevölkerte, waren Meister des Wasserspeicherns. Sie konnten bei Trockenheit Wasser über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren aufbewahren.

Das moderne Israel verfügt über ausgeklügelte Bewässerungsanlagen und ist damit technologisch weltweit führend. Vom israelischen Bewässerungssystem provitieren neben Israel selbst insbesondere der Nahe Osten und trockene Gebiete Afrikas. Israel verfügt auch über moderne Entsalzungsanlagen, die bis zu 40% des Wassers zur Bewässerung des Landes zur Verfügung stellen. Dennoch kommt Israel ohne den Regen nicht aus. Daher gilt er für die Menschen von damals, wie für die von heute als ein Zeichen des Segens und Wohlwollens Gottes.

Mehr lesen:

http://www.haaretz.com/news/national/arson-suspected-as-two-fires-spark-chaos-near-jerusalem-1.444146#.T-nm8MaE10I.link

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4247677,00.html

(bs)